Neuphilologische Fakultät

 

Herzlich willkommen!

Wir freuen uns über Ihr Interesse an der Neuphilologischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen über die wissenschaftlichen Einrichtungen, die Studiengänge und Forschungsschwerpunkte sowie die Gremien der Fakultät.

 

Gebaeude

 

Die Neuphilologische Fakultät umfasst sieben Institute, an denen derzeit etwa 30 Professorinnen und Professoren sowie rund 200 weitere Personen des Wissenschaftlichen Dienstes tätig sind und in enger Verbindung von Forschung und Lehre ein breites Spektrum wissenschaftlicher Fragestellungen zu europäischen und außereuropäischen Sprachen, Literaturen und Kulturen verfolgen. Die Forschungsschwerpunkte der Fakultät liegen auf Untersuchungen zu Sprache als Repräsentationsformat von Wissen, als Kommunikationsmittel und Ausdruckssystem sozialer Werte und Weltdeutungen ebenso wie auf theoretisch, methodologisch und historiographisch ausgerichteten Vorhaben zur Erschließung von Texten in ihrer Bedeutung als kulturelles Erbe.  

Neben den zahlreichen herausragenden Forschungsprojekten einzelner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, darunter zwei derzeit laufende Frontierprojekte, prägen die Beteiligung am Field of Focus 3 „Kulturelle Dynamik in globalisierten Welten“ und am SFB 933 „Materiale Textkulturen“ die Forschungsaktivität der Neuphilologischen Fakultät. Der 2014 eingerichtete Leibniz-Wissenschaftscampus in Kooperation mit dem Institut für Deutsche Sprache Mannheim rückt zudem die Entwicklung neuer Methoden, Modelle und Werkzeuge zur Analyse digitaler Sprachbestände in das Zentrum des Forschungsinteresses unserer Fakultät.

An der Neuphilologischen Fakultät sind zwei Forschungszentren angesiedelt: Das Europäische Zentrum für Sprachwissenschaften (EZS) ist eine Kooperation mit dem Institut für Deutsche Sprache Mannheim, das die sprachwissenschaftlichen Forschungs- und Lehraktivitäten der in multilingual-europäischer Perspektive bündelt. Das Iberoamerika-Zentrum (IAZ) ist eine Einrichtung der Neuphilologischen Fakultät, das den wissenschaftlichen Austausch mit den Ländern Lateinamerikas und der Iberischen Halbinsel initiiert und pflegt.

Die an der Neuphilologischen Fakultät angebotenen Studiengänge vermitteln den derzeit knapp 5000 Studierenden Fachkompetenzen für die forschungs- und praxisbezogene Auseinandersetzung mit den Inhalten des gewählten Studienfaches, aufbauend auf einer fundierten Grundlagen- und Methodenausbildung in den modernen Philologien.

 

Geschichte und Gegenwart

Seit der Renaissance gehören in Heidelberg die studia litterarum zu einem Bildungsauftrag, der die Kenntnis von Sprachen und Literaturen als unentbehrliches Merkmal humaner Verständigungsbereitschaft, ja als Gradmesser für die Kultur eines Landes definierte. In dieser Tradition steht die Neuphilologische Fakultät.
Über den praktischen Zweck der Vermittlung moderner Sprachen und Literaturen hinaus dient sie daher in Lehre und Forschung dem Bedürfnis, in Bezug auf die Sprachen, Literaturen und Kulturen begründete Kategorien des Wissens, des Urteilens und des Handelns in unserer sich wandelnden Welt zu entwickeln. Als Einrichtung der ältesten deutschen Universität weiß sich die Fakultät den Herausforderungen der europäischen Geschichte in besonderer Weise verpflichtet. Gegenwärtige Probleme zu reflektieren und nach weiterführender Erkenntnis zu suchen, heißt immer auch, die großen geistigen Impulse der Vergangenheit einzubeziehen. Dazu haben gerade Heidelberger Gelehrte beigetragen. Ihre Ausstrahlung und ihre oft noch atmosphärische Gegenwart bestimmen das Niveau des wissenschaftlichen Gesprächs und die Weltoffenheit des Denkens.

Zwar wurde die Fakultät 1968 im Zuge der Teilung der Philosophischen Fakultät gegründet, die organisatorischen Wurzeln der wissenschaftlichen Erforschung und Lehre neuer Sprachen an der Universität Heidelberg reichen aber weiter zurück. Bereits 1873 wurde unter der Direktion von Karl Bartsch das Seminar für Neuere Sprachen eingerichtet. In ihm wurden die seit den 1850er Jahren bestehenden Professuren und Lehraufträge aus dem Bereich der neuen Sprachen zusammengefasst. Die während der 1920er Jahre aus diesem Seminar wiederum hervorgegangenen eigenständigen philologischen Institute - Deutsches Seminar, Englisches Seminar, Romanisches Seminar bilden gemeinsam mit dem 1931 gegründeten Slavischen Institut den Kernbereich der heutigen Fakultät.

Vorgeschichte und Geschichte der Fakultät zeigen, wie die Universität Heidelberg neuen Entwicklungen im Bereich von Forschung und Lehre der philologischen Disziplinen begegnete und diese vorantrieb. So wurde nicht nur der Kanon der Sprachen erweitert, etwa 1957 um die Lateinische Philologie des Mittelalters ("und der Neuzeit" seit 1973). Auch den Anforderungen einer sich wandelnden wissenschaftlichen Welt wurde und wird Rechnung getragen, indem etwa 1974 das Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie eingerichtet wurde, um die Ausbildung der traditionell zahlreichen ausländischen Studierenden der deutschen Sprache und Literatur deren spezifischen Anforderungen anzupassen. Nicht zuletzt zeigt der Studiengang Computerlinguistik, der die Probleme und Fortschritte der maschinellen Sprachverarbeitung zum Gegenstand hat, wie groß die Bandbreite von Forschung und Lehre innerhalb der Fakultät ist.

Heute lehren und forschen etwa 30 Professoren und Professorinnen, ebensoviele außerplanmäßige Professoren und Privatdozenten, etwa 200 weitere Personen des wissenschaftlichen Dienstes sowie zahlreiche Lehrbeauftragte an der Fakultät. Knapp 5000 Studierende sind eingeschrieben (Kopfzahl). Damit ist die Fakultät eine der größten in Baden-Württemberg. Die Mehrzahl der Studierenden entfällt auf die Anglistik, Germanistik, Romanistik und das Institut für Übersetzen und Dolmetschen. Mit fast 30 Prozent ihrer Studierenden hat die Neuphilologische Fakultät einen sehr hohen Anteil an ausländischen Studierenden, den höchsten aller Fakultäten der Universität Heidelberg. Nach dem Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie studieren die meisten Ausländer und Ausländerinnen am Institut für Übersetzen und Dolmetschen. Der Frauenanteil der Studierenden beträgt hier über 80 Prozent.

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 24.03.2015
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