Indologie II
Inhalt des Studiums
Aufbau des Studiums
Schwerpunkt der Forschung/Lehre
Formalia
Fachstudienberatung
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| Studienabschluss: | B.A. und M.A. / Magister |
| Bewerbungspflichtig: | Nein |
| Studienbeginn: | WS |
| Sprachnachweise: | Englisch |
| Lehrsprache: | Deutsch und Regionalsprachen |
Inhalt des Studiums
Die Indologie beschäftigt sich in Forschung und Lehre mit der Geschichte und Kultur des indischen Subkontinents (heute: Indien, Pakistan, Bangladesh, Nepal, Bhutan, Sikkim, Sri Lanka und die Malediven). Da die Geschichte und verschiedene kulturelle Aspekte des indischen Subkontinents in eigenständigen Studienfächern (Geschichte Südasiens und Politische Wissenschaft Südasiens) am Südasien-Institut (SAI) behandelt werden, befasst sich die Indologie hauptsächlich mit den Sprachen, Literaturen sowie den Religionen und Philosophien Südasiens. Der Studiengang Indologie ist deshalb in Heidelberg in zwei eigenständige Fächer aufgeteilt:
- Indologie I (Klassische Indologie)
- Indologie II (Neuere Sprachen und Literaturen Südasiens – Moderne Indologie)
Jedes dieser Fächer kann sowohl als Hauptfach wie auch als Nebenfach studiert und mit anderen am Südasien-Institut vertretenen Fächern oder weiteren Magister-Fächern kombiniert werden. Werden »Neuere Sprachen und Literaturen« (Indologie II) als Hauptfach gewählt, so ist das Studium der »Klassischen Indologie« (Indologie I) als Nebenfach obligatorisch. Innerhalb der Indologie kommt den Sprachen eine vorrangige Bedeutung zu, da sie den Zugang zu den kulturellen Quellen und somit zu einem Verständnis der Kultur Südasiens bilden. Die beiden größten und wichtigsten Sprachgruppen des indischen Subkontinents sind die indoarischen und die dravidischen Sprachen. Dabei haben die indoarischen Sprachen auch eine Verwandtschaft zu den europäischen Sprachen und gehören deshalb der indoeuropäischen Sprachfamilie an.
Die indoarische Sprachgruppe lässt sich in vier Sprachperioden gliedern: Vedisches Sanskrit, klassisches Sanskrit, mittelindische Sprachen (Pali, Prakrit), neuindische Sprachen (Bengali, Hindi, Marathi Urdu usw.). Die dravidische Sprachgruppe umfasst folgende vier Hauptsprachen: Kanaresisch, Malayalam, Tamil und Telugu. Dabei unterscheidet das Tamil in seiner Sprachgeschichte auch mehrere Sprachperioden wie Alttamil, Mitteltamil und modernes Tamil.
Während des Studiums ist die Teilnahme an Veranstaltungen der übrigen am SAI vertretenen Fächer (Ethnologie, Geographie, Geschichte, Politische Wissenschaft Südasiens und Kunstgeschichte) teils empfohlen, teils obligatorisch. Ein Auslandsaufenthalt in Südasien ist sowohl für das Studium der Klassischen Indologie als auch das Studium der Modernen Indologie von hohem Nutzen und verkürzt oftmals die Studienzeit. Hilfe zur Organisation eines solchen Aufenthalts bieten die Außenstellen des SAI in New Delhi, und Kathmandu.
Den Studienabschluss bildet in der Regel die Magisterprüfung, in der die Fähigkeit zum selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten nachgewiesen werden soll. In Einzelfällen kann danach die Promotion angestrebt werden, bei der neue wissenschaftliche Ergebnisse vorgelegt werden müssen.
Eine individuelle Fachstudienberatung vor oder zu Beginn des Studiums wird dringend empfohlen. Diese gibt über Forschungsschwerpunkte und -projekte des Instituts, die Studienvoraussetzungen (Sprachkenntnisse in Englisch, die ausreichen, um wissenschaftliche Texte zu lesen und zu verstehen), Studienplanung, Fächerkombination, Prüfungsanforderungen, Berufsmöglichkeiten und weitere Fragen Auskunft.
Moderne Indologie
Die Moderne Indologie beschäftigt sich mit den Sprachen und Kulturen Südasiens (Indische Union, Pakistan, Bangladesch, Nepal, Sri Lanka sowie einige Anrainerstaaten). Ferner erstreckt sich das Interesse des Faches auch auf die vielgestaltige Kultur südasiatischer Minderheiten außerhalb des Subkontinents.
Die Sprachen dieses Raums gehören zahlenmäßig weit überwiegend zwei Gruppen an, den neuindoarischen im Norden des Subkontinents und den dravidischen im Süden. Hinzu treten austroasiatische und tibeto-birmanische Sprachen sowie einige noch nicht an größere Gruppen anschließbare Sprachen, die trotz weit geringerer Sprecherzahlen in linguistischer Hinsicht und wegen ihrer reichen, meist mündlichen Literaturen von Bedeutung sind.
Die neueren Sprachen der beiden großen Gruppen sind (1) in Nordindien als Volkssprachen ab der Wende vom 1. zum 2. Jtds. literarisch manifest und haben seither eine reiche Literatur hervorgebracht bzw. sind (2) in Südindien solche Sprachen, die teilweise bereits im Altertum bedeutende Literaturen hervorzubringen begannen und eine dem Altindischen (s. Klassische Indologie) parallele Entwicklung hatten. Die kulturelle Spanne der Modernen Indologie ist weit, denn das Spektrum reicht von Stammes- und Volkskulturen bis hin zu hochspezialisierten Elitenkulturen, alle dabei in stetiger gegenseitiger Beeinflussung stehend.
Das Fach betrachtet die Literaturen und Sprachen in ihrem im weitesten Sinne kulturellen Kontext, wobei Gewicht gelegt wird auf deren Wechselbeziehungen zum gesellschaftlichen, historisch-politischen und religiösen Umfeld.
Sprachen und Literaturen Südasiens haben zudem eine bedeutende historisch-kulturelle Tiefendimension, sind sie doch sowohl in ihrer natürlichen Entwicklung wie auch durch mitunter bewusst vorgenommene Rückbindung abhängig vom Altindischen bzw. der vom Sanskrit bestimmten Hochkultur. So erfordert die vertiefte Beschäftigung mit dem modernen Indien auch eine Grundkenntnis der klassischen Kultur. Daher ist für Hauptfachstudierende der Modernen Indologie das Nebenfach Klassische Indologie obligatorisch.
Für Studierende im Haupt- ebenso wie im Nebenfach empfiehlt sich die Wahl eines nicht-philologischen Nebenfachs, um eine wissenschaftliche Horizonterweiterung in systematischer und methodologischer Hinsicht zu erzielen. Hierbei bieten sich etwa die am Südasien-Institut vertretenen Disziplinen an.
In Heidelberg werden die Sprachen Hindi, Urdu, Bengali und Tamil in festen Studienprogrammen angeboten. Gelegentlich wird das Sprachangebot durch Lehraufträge verbreitert. In Indien und daher im Studium nimmt das Hindi eine besondere Stellung ein. Es ist dort nicht nur die nach Sprecherzahlen am weitesten verbreitete Sprache, sondern hat auch einen Sonderstatus als Staatssprache, auch wenn dieser bisher nicht voll implementiert ist.
Aufbau des Studiums
B.A. (ab WS 07/08)
M.A. (ab WS 07/08)
Magister (auslaufend)
B.A. Hauptfach - und Begleitfach
Der Bachelor-Studiengang „Neuere Sprachen und Literaturen Südasiens“ geht über 6 Semester (einschließlich der Abschlussprüfungen). Er wird am SAI als Hauptfach (50%) und als Begleitfach (25%) angeboten. Gegenstand des Studiums ist die Beschäftigung mit den neueren Sprachen Südasiens, sowie deren schriftlichen und mündlichen Überlieferungen, in einem (kultur-)wissenschaftlichen Zusammenhang.
Zu Studienbeginn wählen die Studierenden eine der regulär angebotenen Sprachen (Bengali, Hindi, Tamil, Urdu) als Erstsprache. In den ersten Semestern liegt eine besondere Gewichtung auf dem Spracherwerb, da er Vorraussetzung für die weitere wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Fach ist. Studienbegleitend wird spätestens zum Ende des 2. Semesters eine Orientierungsprüfung abgelegt.
Ergänzt wird der Spracherwerb durch Seminare und Vorlesungen, in denen die Grundlagen wissenschaftlicher Beschäftigung mit Südasien vermittelt werden. Dies geschieht in den ersten Semestern durch Einführungsveranstaltungen zu Landeskunde, Kulturen und Religionen Südasiens. In den weiteren Semestern belegen die Studierenden vor allem literatur- und sprachwissenschaftliche Seminare.
Hauptfächler erlernen ab dem 5. Semester in der Regel eine weitere südasiatische Sprache. Je nach gewähltem Studienschwerpunkt kann die Zweitsprache z.B. durch kulturwissenschaftliche Seminare in anderen Abteilungen des Instituts ersetzt werden.
Die Bachelor-Arbeit (nur für das 1. Hauptfach) soll in der vorlesungsfreien Zeit zwischen dem 5. und 6. Studiensemester geschrieben werden. Der mündliche Teil der Bachelor-Prüfung für Haupt- und Begleitfächler findet am Ende des 6. Semesters statt.
M.A. Haupt- und Begleitfach
Der Master-Studiengang „Neuere Sprachen und Literaturen Südasiens“ soll zur forschungsorientierten Beschäftigung mit dem Fach hinführen und die Grundlage für spätere eigene Forschungsarbeit schaffen. Die Regelstudienzeit inklusive der Anfertigung der Master-Arbeit beträgt 4 Semester.
Voraussetzung für ein Hauptfachstudium (75%) sind fortgeschrittene Kenntnisse (im Umfang von ca. 28 – 32 SWS) mindestens einer am Institut angebotenen Sprache (Bengali, Hindi, Tamil oder Urdu). Hauptfächler belegen dann während des Studiums Kurse in einer weiteren Sprache oder können ihre Kenntnisse einer bereits erlernten Zweitsprache ausbauen.
Ein M.A.-Begleitfachstudium (25%) kann auch ohne sprachliche Vorkenntnisse aufgenommen werden. Die Studierenden konzentrieren sich auf eine südasiatische Sprache, die sie entweder neu erlernen oder vertiefen.
Im Zentrum des Masterstudiengangs stehen verschiedene Haupt- und Literaturseminare, durch die Hauptfächler auch im Hinblick auf die Masterarbeit einen individuellen Studienschwerpunkt entwickeln sollen. In Absprache mit dem Fachstudienberater können dazu auch fachrelevante Veranstaltungen anderer Abteilungen wahrgenommen werden. Für Beigleitfächler werden Veranstaltungen empfohlen, die das jeweilige Hauptfach ergänzen oder einen Überblick zu den Sprachen, Literaturen und Kulturen Südasiens geben.
Die Masterprüfung besteht im Hauptfach aus einem 60-minütigen mündlichen Teil, sowie einer schriftlichen Hausarbeit, mit der spätestens 2 Wochen nach der mündlichen Prüfung begonnen werden muss. Diese soll ca. soll ca. 55 Seiten umfassen und innerhalb von 4 Monaten abgegeben werden. Im Begleitfach wird nur eine mündliche Prüfung abgelegt.
Magister Haupt- und Nebenfach (auslaufend)
Wird „Moderne Indologie“ als Hauptfach gewählt, so ist das Studium der „Klassischen Indologie“ als Nebenfach obligatorisch.
Hauptfachstudierende lernen zwei südasiatische Sprachen, wobei mit dem Hindi begonnen werden muss und die Wahl der zweiten Sprache frei ist. Nebenfachstudierenden steht die Wahl der Sprache frei.
Für alle Studierenden des Hindi besteht das 1. Semester aus einem Intensiv-Sprachkurs (14 SWS). Der Kurs findet jedes Jahr im Wintersemester statt und geht über die reguläre Vorlesungszeit hinaus.
Das Grundstudium dient für Haupt- und Nebenfächler dem Erwerb mündlicher und schriftlicher Kenntnisse der Gegenwartssprache, ferner dem Erlernen von Arbeitstechniken und -methoden und der Einführung in Philologie, Literaturwissenschaft und Linguistik Südasiens. Dies wird in Sprachkursen, Proseminaren und Vorlesungen vermittelt.
Das Hauptstudium dient der Vertiefung der Sprach- und Kulturkenntnisse. Hauptfächler erlernen zudem eine zweite Sprache (Bengali, Urdu oder Tamil). Im fortgeschrittenen Hauptstudium findet eine gemäßigte Spezialisierung statt, die auf die Findung eines Themas für die Magister-Arbeit ausgerichtet ist. Der Magister-Grad stellt den ersten Studienabschluss dar. Sofern danach eine Promotion angestrebt wird, ist hier realistischerweise mit einer weiteren Studienphase von drei Jahren zu rechnen.
Im Hauptstudium empfiehlt sich ein mehrmonatiger nicht-touristischer Aufenthalt in Südasien, entweder zum Sprachstudium (Stipendien gewährt der DAAD, das Akademische Auslandsamt erteilt hierzu Auskünfte) oder im Rahmen eines Praktikums.
Foschungsschwerpunkte
Die moderne Indologie beschäftigt sich vorrangig mit Sprach- und Textwissenschaft des neuzeitlichen Südasiens. Das Fach betrachtet die Literaturen und Sprachen in ihrem im weitesten Sinne kulturellen Kontext, wobei Gewicht gelegt wird auf deren Wechselbeziehungen zum gesellschaftlichen, historisch-politischen und religiösen Umfeld. Eine intensivere Beschäftigung mit islamischen und weiteren modernen religiösen Strömungen in Südasien ist für die nähere Zukunft geplant.
Formalia
Zulassung
Es besteht keine Zulassungsbeschränkung; eine Immatrikulation ist ohne vorherige Bewerbung möglich und erfolgt online.
Für ausländische Studienbewerber gelten besondere Regelungen. Informationen erhalten Sie beim Akademischen Auslandsamt der Universität Heidelberg (Seminarstraße 2).
Fächerkombinationen
Die möglichen Fächerkombinationen ergeben sich aus dem Fächerkatalog.
Studien- und Prüfungsordnungen
Prüfungsordnung B.A. Neuere Sprachen und Literaturen Südasiens
Prüfungsordnung M.A. Neuere Sprachen und Literaturen Südasiens
Zwischenprüfungsordnung
Prüfungsordnung
Masterstudiengang
Prüfungsausschuss
Zuständig für Anrechnungs-, Anerkennungs- und Prüfungsfragen ist der jeweilige Prüfungsausschuss, bzw. das Prüfungsamt. Nähere Informationen erhalten Sie bei der betreffenden Fachstudienberatung.
Gebühren
Es ist ein Beitrag für das Studentenwerk und ein Verwaltungskostenbeitrag zu bezahlen.
Fachstudienberatung
Jürgen Schaflechner, M.A.
Im Neuenheimer Feld 330, Raum 216
Mittwoch 14:30-16:30 Uhr
Tel.: 49-(0)6221-548933
E-Mail: juergen.schaflechner@uni-heidelberg.de
Kontakt
Südasien-Institut
Abteilung Neuere Sprachen und Literaturen Südasiens
Im Neuenheimer Feld 330
D-69120 Heidelberg
Sekretariat: Britta Cierniak, Zi. 217
Tel.: +49 (0)6221-54-8837
Fax: +49 (0)6221-54-8841
E-Mail: m91@ix.urz.uni-heidelberg.de
Internet: http://www.sai.uni-heidelberg.de/nsp/
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