Zu Hause wieder gehen lernen
Pressemitteilung Nr. 6/2009
30. März 2009
30. März 2009
Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg sucht querschnittsgelähmte Teilnehmer zur Erprobung eines neuen Heim-Gehtraining-Gerätes
Die Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg sucht Patienten mit einer teilweisen Querschnittslähmung, die Interesse daran haben, ein neues Heim-Gehtrainingsgerät innerhalb einer wissenschaftlichen Studie zu Hause zu testen. Das Gerät ermöglicht ein intensives Training und setzt die Regenerierung der Nervenbahnen in Gang.
Jährlich erleiden rund 1.200 Menschen in Deutschland eine inkomplette Querschnittslähmung. Eines der wichtigsten Ziele ihrer Rehabilitation ist, wieder gehen zu lernen. "Bei gehbehinderten Patienten stellt jede Form der Verbesserung der Gehfähigkeit einen wesentlichen Gewinn an Lebensqualität dar und erleichtert den Wiedereinstieg ins Berufs- und Privatleben", stellt Prof. Dr. Hans Jürgen Gerner, Direktor der Abteilung II und Leiter des Querschnittzentrums der Orthopädischen Universitätsklinik, fest.
Bislang kaum Trainingsangebote im häuslichen Umfeld
Doch momentan haben die Patienten nur in der Klinik die Möglichkeit, eine intensive und damit effektive Bewegungstherapie an entsprechenden Großgeräten durchzuführen. Im häuslichen Umfeld existieren - abgesehen von der krankengymnastischen Behandlung - kaum Trainingsangebote. Dadurch gehen Erfolge, die während des Klinikaufenthaltes erreicht werden, oft wieder verloren.
Um das zu verhindern, hat die Forschergruppe um Prof. Dr.-Ing. Eberhard P. Hofer und Dipl.-Ing. Markus Knestel (Universität Ulm) und Dr.-Ing. Rüdiger Rupp (Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg) über die letzten zwei Jahren intensiv geforscht, damit den Patienten in Zukunft auch zu Hause eine effektive Bewegungstherapie ermöglicht werden kann.
Gehbewegungen können hundertfach wiederholt werden
Mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) aus dem "Innovationswettbewerb zur Förderung der Medizintechnik 2005" wurden inzwischen mehrere Prototypen des Heimtrainers MoreGait entwickelt, mit dem während jeder Therapiesitzung Gehbewegungen hundertfach wiederholt werden können. Bei der konventionellen Gangschulung im Gehbarren sind dagegen nur wenige Dutzend Schritte möglich.
Jährlich erleiden rund 1.200 Menschen in Deutschland eine inkomplette Querschnittslähmung. Eines der wichtigsten Ziele ihrer Rehabilitation ist, wieder gehen zu lernen. "Bei gehbehinderten Patienten stellt jede Form der Verbesserung der Gehfähigkeit einen wesentlichen Gewinn an Lebensqualität dar und erleichtert den Wiedereinstieg ins Berufs- und Privatleben", stellt Prof. Dr. Hans Jürgen Gerner, Direktor der Abteilung II und Leiter des Querschnittzentrums der Orthopädischen Universitätsklinik, fest.
Bislang kaum Trainingsangebote im häuslichen Umfeld
Doch momentan haben die Patienten nur in der Klinik die Möglichkeit, eine intensive und damit effektive Bewegungstherapie an entsprechenden Großgeräten durchzuführen. Im häuslichen Umfeld existieren - abgesehen von der krankengymnastischen Behandlung - kaum Trainingsangebote. Dadurch gehen Erfolge, die während des Klinikaufenthaltes erreicht werden, oft wieder verloren.
Um das zu verhindern, hat die Forschergruppe um Prof. Dr.-Ing. Eberhard P. Hofer und Dipl.-Ing. Markus Knestel (Universität Ulm) und Dr.-Ing. Rüdiger Rupp (Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg) über die letzten zwei Jahren intensiv geforscht, damit den Patienten in Zukunft auch zu Hause eine effektive Bewegungstherapie ermöglicht werden kann.
Gehbewegungen können hundertfach wiederholt werden
Mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) aus dem "Innovationswettbewerb zur Förderung der Medizintechnik 2005" wurden inzwischen mehrere Prototypen des Heimtrainers MoreGait entwickelt, mit dem während jeder Therapiesitzung Gehbewegungen hundertfach wiederholt werden können. Bei der konventionellen Gangschulung im Gehbarren sind dagegen nur wenige Dutzend Schritte möglich.
| |
|
Patientin übt auf dem Heimtrainer MoreGait©.
Foto: Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg
|
Im MoreGait sind die Patienten aus Sicherheitsgründen in halb liegender Position fixiert. Das Gerät ist mit pneumatischen (mit Luftdruck angetriebenen) Muskeln ausgestattet, die die natürliche Gehbewegung unterstützen. Mit einem speziellen "stimulativen Schuh" kann das Abrollen des Fußes nachgeahmt werden. Dadurch sollen Reorganisationsvorgänge von Nervenstrukturen in Gang gesetzt werden, so dass Patienten allmählich einen Teil ihrer Gehfunktion wieder erlangen können. Während des Trainings "spürt" das Gerät, wie viel Kraft der Trainierende selbst aufbringt und gibt nur so viel Unterstützung wie erforderlich. Der Monitor zeigt an, wie hoch die Unterstützung ist, so dass Gelenke gezielt trainiert werden können.
"Das Hauptziel der Therapie mit dem neuen Gehtrainer besteht im Ausbau und der Unterstützung der während des Klinikaufenthaltes antrainierten Fähigkeiten. Wir erwarten aber auch eine verbesserte Durchblutung, weniger Ödembildung in den Beinen ("dicke Füße") und Gelenkeinsteifungen", erklärt Dr. Rüdiger Rupp, Leiter der Forschungsabteilung des Querschnittzentrums an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg.
Klinische Pilotstudie untersucht Verbesserung der Gehfähigkeit
In einer klinischen Pilotstudie sollen nun erstmals 30 Patienten das Gerät testen. Vor allem soll geklärt werden, welche Rolle die Ausgangssituation für den Therapieerfolg spielt: Welche Patienten profitieren besonders? Können sich auch Querschnittsgelähmte, die mit Hilfsmitteln höchstens 10 Meter schaffen, verbessern? Bleiben antrainierte Fähigkeiten erhalten oder ist dafür ein wiederholtes Training nötig?
Die Studienteilnehmer sollten folgende Voraussetzungen erfüllen:
- Vor mindestens 12 Monaten wurden Teile ihrer Nervenbahnen im Rückenmark verletzt (keine komplette Querschnittslähmung).
- Bestimmte Beinmuskeln können nur noch eingeschränkt bewegen werden.
- Fähigkeit zum richtigen Aufsetzen der Füße ist nicht vorhanden.
- Gehfähigkeit über kurze Distanzen (10m) nur unter Benutzung von Gehstöcken oder Rollator.
- Die Spastik ist nicht stark ausgeprägt, Hüft-, Knie- und Sprunggelenke können passiv bewegt werden.
Interessenten melden sich bitte bei:
Dr. Ing. Rüdiger Rupp
Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg
Schlierbacher Landstr. 200a
E-Mail: Ruediger.Rupp(at)ok.uni-heidelberg.de
oder
Dipl.-PW. Harry Plewa
Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg
Schlierbacher Landstr. 200a
Tel.: 06221 / 96 92 31 /84
E-Mail: Harry.Plewa(at)ok.uni-heidelberg.de
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 7.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 40 Kliniken und Fachabteilungen mit 1.600 Betten werden jährlich rund 500.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.100 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. (Stand 12/2008)
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 7.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 40 Kliniken und Fachabteilungen mit 1.600 Betten werden jährlich rund 500.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.100 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. (Stand 12/2008)
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/
Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de
Kommunikation und Marketing
Dr. Michael Schwarz, Pressesprecher
Seitenbearbeiter:
E-Mail