Rituale verändern Bewusstsein
29.
Juli
2008
Das haben die Mini-Studenten der Heidelberger Kinderuniversität erforscht
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Bewusstsein, Ekstasen und Rituale – ein schwieriges Thema? Nicht so für Henrik Jungaberle und seine jungen Zuhörer bei der Heidelberger Kinderuniversität.
„Ba-Ku-Ba-Ku-Ba-Ku-Ba-Ku“, wiederholt Henrik Jungaberle immer wieder die gleichen Silben. Die kleinen Nachwuchsstudenten lauschen mit verbundenen Augen. Am Anfang hört man nur „Baku“, aber je länger der Suchtpräventions- und Drogenforscher die beiden Silben wiederholt, um so öfter lässt sich auch das Wort „Kuba“ heraushören.
Ein ganz ähnliches Experiment folgt sogleich mit Hilfe eines Metronoms. Den von dem Gerät vorgegebenen Takt können die Kinder leicht wiederholen. Wenn die Taktlänge aber über drei Sekunden beträgt, gelingt das nicht mehr. „Dann nimmt unser Gehirn keinen Rhythmus mehr wahr, sondern nur noch einzelne Pulse“, erklärt er. Das liegt nämlich daran, dass unser Gehirn unsere Umwelt alle drei Sekunden neu berechnet.
Unser Gehirn lässt sich aber auch mit Technik überlisten. Der Wissenschaftler zeigt ein Beispiel, bei dem ein Mensch einen besonderen Helm auf dem Kopf trägt, in dem zahlreiche starke Magnete eingebaut sind. Nach einer gewissen Zeit berichten die Versuchspersonen, dass sie ein helles Licht gesehen hätten oder einen Schutzengel. Auch der Körper reagiert bei dem Versuch, manche Menschen spüren ein Vibrieren des Körpers. Aber nicht nur mit technischen Hilfsmitteln lässt sich das Bewusstsein verändern.
Zur Ekstase führen verschiedene Rituale, wie etwa eines aus dem alevitischen Kulturkreis, der in Anatolien beheimatet ist. Die Teilnehmer an dem Ritual singen und klopfen sich dabei über sehr lange Zeit rhythmisch auf die Schenkel.
„Was passiert dann wohl?“, fragt Henrik Jungaberle in die Runde. Das ist den Kindern längst klar: „Man nimmt die Dinge anders wahr“.
Jetzt gibt es noch einen Selbstversuch per Atemtechnik. „Versucht so langsam wie möglich zu atmen“, weist der Forscher die Steppkes an. Die veränderte Bewusstseinswahrnehmung stellt sich schnell ein. „Man wird ganz hippelig“, berichtet eines der Kinder.
Und nun der umgekehrte Versuch mit schnellem Ein- und Ausatmen. Auch hierbei stellt sich rasch ein verändertes Körpergefühl ein. Schwindel, Kopfschmerzen, ein Kribbeln in den Händen oder Wärme am ganzen Körper, so beschreiben es die Nachwuchsstudenten. „Vielleicht gibt es ein Organ im Gehirn, das dafür zuständig ist“, mutmaßt einer. Tatsächlich ist es nicht ein Teil unseres Gehirns, das die Bewusstseinsveränderung herbeiführt, sondern ganz verschiedene Gehirnareale sind dafür zuständig.
Rückfragen bitte an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
Irene Thewalt
Tel. 06221 542310, Fax 542317
presse@rektorat.uni-heidelberg.de
„Ba-Ku-Ba-Ku-Ba-Ku-Ba-Ku“, wiederholt Henrik Jungaberle immer wieder die gleichen Silben. Die kleinen Nachwuchsstudenten lauschen mit verbundenen Augen. Am Anfang hört man nur „Baku“, aber je länger der Suchtpräventions- und Drogenforscher die beiden Silben wiederholt, um so öfter lässt sich auch das Wort „Kuba“ heraushören.
Ein ganz ähnliches Experiment folgt sogleich mit Hilfe eines Metronoms. Den von dem Gerät vorgegebenen Takt können die Kinder leicht wiederholen. Wenn die Taktlänge aber über drei Sekunden beträgt, gelingt das nicht mehr. „Dann nimmt unser Gehirn keinen Rhythmus mehr wahr, sondern nur noch einzelne Pulse“, erklärt er. Das liegt nämlich daran, dass unser Gehirn unsere Umwelt alle drei Sekunden neu berechnet.
Unser Gehirn lässt sich aber auch mit Technik überlisten. Der Wissenschaftler zeigt ein Beispiel, bei dem ein Mensch einen besonderen Helm auf dem Kopf trägt, in dem zahlreiche starke Magnete eingebaut sind. Nach einer gewissen Zeit berichten die Versuchspersonen, dass sie ein helles Licht gesehen hätten oder einen Schutzengel. Auch der Körper reagiert bei dem Versuch, manche Menschen spüren ein Vibrieren des Körpers. Aber nicht nur mit technischen Hilfsmitteln lässt sich das Bewusstsein verändern.
Zur Ekstase führen verschiedene Rituale, wie etwa eines aus dem alevitischen Kulturkreis, der in Anatolien beheimatet ist. Die Teilnehmer an dem Ritual singen und klopfen sich dabei über sehr lange Zeit rhythmisch auf die Schenkel.
„Was passiert dann wohl?“, fragt Henrik Jungaberle in die Runde. Das ist den Kindern längst klar: „Man nimmt die Dinge anders wahr“.
Jetzt gibt es noch einen Selbstversuch per Atemtechnik. „Versucht so langsam wie möglich zu atmen“, weist der Forscher die Steppkes an. Die veränderte Bewusstseinswahrnehmung stellt sich schnell ein. „Man wird ganz hippelig“, berichtet eines der Kinder.
Und nun der umgekehrte Versuch mit schnellem Ein- und Ausatmen. Auch hierbei stellt sich rasch ein verändertes Körpergefühl ein. Schwindel, Kopfschmerzen, ein Kribbeln in den Händen oder Wärme am ganzen Körper, so beschreiben es die Nachwuchsstudenten. „Vielleicht gibt es ein Organ im Gehirn, das dafür zuständig ist“, mutmaßt einer. Tatsächlich ist es nicht ein Teil unseres Gehirns, das die Bewusstseinsveränderung herbeiführt, sondern ganz verschiedene Gehirnareale sind dafür zuständig.
Stefan Zeeh
© Rhein-Neckar-Zeitung
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