Master Nahoststudien

Die Einführung des Studiengangs erfolgt vorbehaltlich ministerieller Genehmigung zum WS 2019/20.

Kurzsteckbrief:

  • Regelstudienzeit: 4 Semester
  • 100%, keine Belegung als Begleitfach möglich
  • Studienbeginn nur zum Wintersemester möglich
  • Joint-degree-Programm der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients/Islamwissenschaft) und der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg
  • Zwei Fachschwerpunkte: „Jüdischer Naher Osten“ und „Islamischer Naher Osten“
  • Fokus auf kultureller und religiöser Vielfalt im Nahen Osten
  • Einzigartige Möglichkeiten zur Sprachkombination (Hebräisch, Arabisch, Türkisch/Osmanisch, Persisch)
  • Einzigartige Fächer- und Methodenkombination: Islamwissenschaft, Jüdische Studien, Israel- & Nahoststudien
  • Individuell geförderte Auslandsaufenthalte und Anrechenbarkeit von externen Praktika

Unterlagen:

Vorläufige Zulassungsordnung Master „Nahoststudien“

Vorläufige Prüfungsordnung Master „Nahoststudien“

Vorläufiges Modulhandbuch Master „Nahoststudien“

Informationsbroschüre "Master Nahoststudien"

Der Heidelberger Masterstudiengang „Nahoststudien“

Der transdisziplinäre Masterstudiengang „Nahoststudien“ ist ein joint-degree-Programm der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg. Er verbindet auf einzigartige Weise unterschiedliche Disziplinen, die sich mit der kulturell wie religiös facettenreichen Region des Vorderen Orients beschäftigen, und eröffnet durch seine besondere Verbindung sozialwissenschaftlicher und geschichtswissenschaftlicher Methoden neue und vielgestaltige Perspektiven auf Geschichte und Gegenwart des Nahen Ostens. Beteiligt sind zum einen die islamwissenschaftlichen Professuren des Seminars für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients und zum anderen der Ben-Gurion-Stiftungslehrstuhl für Israel- und Nahoststudien sowie weitere judaistische Fächer. Die Studierenden des Studiengangs sind an beiden beteiligten Institutionen immatrikuliert und profitieren so auch von der Verbindung zweier besonderer akademischer Umfelder, wie sie in dieser Kombination nur in Heidelberg existieren.

Der Vordere Orient ist geprägt von kultureller, sprachlicher und religiöser Vielfalt. Der Heidelberger Master-Studiengang für Nahoststudien führt die unterschiedlichen Disziplinen zusammen, die sich mit dieser facettenreichen Region beschäftigen: Islamwissenschaft, Jüdische Studien, Israel-Studien, geschichts- und sozialwissenschaftliche Nahoststudien. Die Grundlage für einen kulturübergreifenden Zugang bilden dabei die Sprachen der Region, insbesondere durch die Kombination des modernen Hebräischen und einer weiteren nahöstlichen Sprache (Türkisch, Arabisch, Persisch).

Der Studiengang bietet Studierenden aus dem In- und Ausland so die Möglichkeit, ihr bisheriges Fachstudium (Islamwissenschaft, Jüdische Studien, Nahoststudien) einzubringen und sich fächerübergreifend im Bereich der Nahoststudien weiterzuqualifizieren. Studierende belegen die beiden gleichgewichtigen Fachschwerpunkte „Jüdischer Naher Osten“ und „Islamischer Naher Osten“, die zahlreiche Möglichkeiten der individuellen Profilbildung umfassen. Im Rahmen der intensiven Sprachausbildung erlernen sie modernes Hebräisch sowie Arabisch, Türkisch oder Persisch und vertiefen ihre Kenntnisse geistes- und sozialwissenschaftlicher Methoden. In an der aktuellen Forschung der beteiligten Institutionen orientierten Veranstaltungen erwerben die Studierenden eine umfassende und differenzierte regionalwissenschaftliche Bildung und erhalten weitreichende Möglichkeiten zur wissenschaftlichen Weiterqualifikation.

Durch diese Kombination unterschiedlicher fachwissenschaftlicher Zugänge befähigt der Studiengang seine Absolventinnen und Absolventen zur Erschließung sowohl moderner Problemfelder des Vorderen Orients als auch ihrer historischen Entstehung aus mehr als einer Perspektive. Die Studierenden im Heidelberger Nahost-Master profitieren von individueller Betreuung, einem breiten Studienangebot und einer einzigartigen Fächerkombination aus Islamwissenschaft, Jüdischen Studien und Israel-Studien. Die besondere Fächerbreite der Universität Heidelberg (etwa im Bereich der altertums-, kultur- und asienwissenschaftlichen Fächer) ermöglicht es den Studierenden, darüber hinaus eigene Interessen zu entwickeln und zu verfolgen. Zudem verfügen die beteiligten Institutionen über Partnerschaften und Kontakte zur Vermittlung studienrelevanter Auslandsaufenthalte.

Bewerbung:

Allgemeine Informationen zu Bewerbungsterminen, -fristen und –abläufen finden Sie auf den zentralen Seiten der Universität Heidelberg.

Deutsche Studienbewerber können sich bis kurz vor Vorlesungsbeginn direkt beim Studiengang bewerben. Nach Prüfung Ihrer Unterlagen erhalten Sie eine Bescheinigung über die Zulassung, mit der sie sich dann beim zentralen Studierendensekretariat einschreiben können.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen bis spätestens 30. September als ein PDF an folgende Adresse:

noma@ori.uni-heidelberg.de

Studienvoraussetzungen:

  • Ein mit überdurchschnittlichem Erfolg (Gesamtnote min. 2,3) erworbener Abschluss in einem der Fächer „Islamwissenschaft“ und/oder „Jüdische Studien“ oder einem Fach mit weitgehend gleichem Inhalt.
  • Lesekenntnisse des Englischen min. B2
  • Je nach erstem Fachschwerpunkt (s.u.) Lesekennnisse min. C1 in einer der folgenden Sprachen: Hebräisch, Arabisch, Türkisch/Osmanisch, Persisch

Einzureichen sind folgende, beglaubigte Unterlagen:

  • Abiturzeugnis
  • B.A.-Zeugnis (oder, falls dieses noch nicht vorliegt, vorläufiges Zeugnis oder aktuelles Transcript of Records, aus dem die derzeitige Gesamtnote hervorgeht)

Falls nicht durch Abitur- und/oder B.A.-Zeugnis nachgewiesen:

  • Nachweis über die Erfüllung der Sprachvoraussetzungen (Englisch und Quellensprache)

Bitte beachten Sie: Ausländische Studienbewerber müssen sich frist- und formgerecht über das Akademische Auslandsamt bewerben. Die Ausschlussfrist für die Bewerbung ist der 15. Juni.

Gesamtdarstellung der Studienstruktur

Das modular aufgebaute Studium im Masterstudiengang „Nahoststudien“ setzt sich aus den beiden gleich gewichteten Fachschwerpunkten „Jüdischer Naher Osten“ und „Islamischer Naher Osten“ zusammen. In Fachschwerpunkt 1 vertiefen und erweitern Sie die aus ihrem BA-Studium mitgebrachten Kenntnisse unter der speziellen perspektive des Studiengangs. Im zweiten Fachschwerpunkt werden Sie in den im B.A.-Studium noch nicht abgedeckten Bereich eingeführt. Hier erwerben Sie grundständig Kenntnisse in einer der Quellensprachen des Fachschwerpunktes.

Unabhängig von Ihren Fachschwerpunkten besuchen Sie zusammen mit den anderen Studierenden des Studiengangs im ersten und zweiten Fachsemester das gemeinsame Modul NOS 1 „Methodisches Grundlagenmodul“, das die Fachschwerpunkte durch seine Veranstaltungen in Beziehung zueinander setzt und fokussiert transdisziplinäre Fragestellungen und Problemkomplexe adressiert. Nach einer studiengangspezifischen Einführungsvorlesung im ersten Semester („Einführung in die Nahoststudien“) nehmen Sie im zweiten Semester an einem Kolloquium teil, das den transdisziplinären Studiengang mit den fachspezifischen Studiengängen vernetzt und so ein möglichst breites und lebendiges Diskussionsforum für methodische und inhaltliche Fragestellungen eröffnet.

Studierende mit B.A.-Abschluss im Fach „Jüdische Studien“ o.ä.

Wenn Sie über einen B.A.-Abschluss im Fach „Jüdische Studien“ oder in einem Fach mit weitgehend gleichem Inhalt verfügen, haben Sie Ihren ersten Fachschwerpunkt im Bereich „Jüdischer Naher Osten“ und Ihren zweiten Fachschwerpunkt im Bereich „Islamischer Naher Osten“.

Im ersten Fachschwerpunkt „Jüdischer Naher Osten“ absolvieren Sie dabei drei Module (NOS 2a, 3a und 4a), die jeweils sprachliche und inhaltliche Anteile miteinander verbinden. So setzen Sie Ihre Beschäftigung mit dem modernen Hebräischen in den Modulen NOS 2a und 3a im Rahmen zweier aufeinander aufbauender Sprachkurse fort (Modernes Hebräisch V und VI), in der Sie Ihre im B.A.-Studium erworbenen Sprachkenntnisse weiter ausdifferenzieren und erweitert. Im Modul NOS 4a wenden Sie diese Kenntnisse im Rahmen einer an aktueller Forschung orientierten Quellenübung an. Parallel zu den Sprachkursen besuchen Sie in den ersten beiden Fachsemestern jeweils ein forschungsorientiertes Oberseminar, dessen Grundlage vor allem die Beschäftigung mit hebräischsprachigen Originalquellen bildet und das sich thematisch mit exemplarischen Problemkomplexen des Studiengangs in transdisziplinärer Perspektive auseinandersetzt. Zudem nehmen Sie in Modul 4a an einer ebenfalls an aktuellen Forschungsvorhaben orientierten Übung teil, die in Kombination mit dem o.g. Lektürekurs forschungspraktische Kompetenzen vermittelt, vertieft und erweitert. Auf Antrag können Sie Teile des Moduls NOS 4a durch ein externes Praktikum ersetzen.

Im zweiten Fachschwerpunkt (Islamischer Naher Osten, bestehend aus 4 Modulen (NOS 5b bis 8b) erlernen Sie in den Modulen NOS 5b und 6b eine der Sprachen Arabisch, Türkisch/Osmanisch oder Persisch. Den dreisemestrigen grundständigen Sprachkurs runden Sie im dritten Fachsemester durch den Besuch einer sprachbezogenen Übung (Lektüre, Konversation, historische Sprachstufe o.ä.) ab.

Parallel hierzu werden Sie schrittweise in die Arbeitsweisen und Problemfelder des Faches Islamwissenschaft ein- und an exemplarische Forschungsfragen herangeführt. Auch der Umgang mit „islamsprachlichem“ Quellenmaterial wird eingeübt. Nach einer Überblicksvorlesung „Islamischer Naher Osten“ (NOS 7b) im ersten Fachsemester besuchen Sie die Veranstaltung „Ansätze und Probleme der Islamwissenschaft“, in der vor allem transdisziplinäre Fragestellungen im Sinne des Studiengangs thematisiert werden. Im dritten Fachsemester (NOS 8b) erwerben Sie im Rahmen eines Oberseminars erste forschungsorientierte Kompetenzen.

Im vierten Semester legen Sie Ihre Prüfungen ab. Nach Ablegen der mündlichen Abschlussprüfung im zweiten Fachschwerpunkt, schreiben Sie im Laufe des vierten Fachsemesters im ersten Fachschwerpunkt Ihre Masterarbeit, deren Thema im Sinne des Studiengangs transdisziplinär orientiert sein soll. Ein/e FachvertreterIn des zweiten Fachschwerpunkts fungiert dabei als ZweitgutachterIn.

Studierende mit B.A.-Abschluss im Fach „Islamwissenschaft“ o.ä.

Wenn Sie über einen B.A.-Abschluss im Fach „Islamwissenschaft“ oder in einem Fach mit weitgehend gleichem Inhalt verfügen, haben Sie Ihren ersten Fachschwerpunkt im Bereich „Islamischer Naher Osten“ und Ihren zweiten Fachschwerpunkt im Bereich „Jüdischer Naher Osten“.

Im ersten Fachschwerpunkt „Islamischer Naher Osten“ besuchen Sie drei Module (NOS 2b, 3b und 4b), die sprachliche und inhaltliche Anteile miteinander verbinden. Der Fachschwerpunkt fokussiert vor allem auf die Vertiefung und Erweiterung der aus dem B.A.-Studium mitgebrachten Sprachkenntnisse sowie auf die Vertiefung forschungspraktischer Kompetenzen mit einem Schwerpunkt auf dem Umgang mit „islamsprachlichen“ Quellentexten. So besuchen Sie zwei Oberseminare (NOS 2b und 3b), in denen im ersten und zweiten Fachsemester exemplarische, an aktuellen Forschungsprojekten orientierte Themenbereiche in transdisziplinärer Perspektive behandelt werden. Im zweiten Fachsemester (NOS 3b) besuchen Sie zudem einen das Oberseminar begleitenden Lektürekurs, in dem quellensprachliches Material zum Thema der Veranstaltung gemeinsam erschlossen, gelesen, übersetzt und methodisch diskutiert wird. Im dritten Fachsemester (Modul NOS 4b) belegen Sie einen forschungspraktisch orientierten quellensprachlichen Lektürekurs in Kombination mit einer frei wählbaren, ebenfalls an aktuellen Forschungsfragen orientierten Übung, um den differenzierten selbständigen Umgang mit „islamsprachigen“ Quellentexten weiter einzuüben, zu vertiefen und sich so auf die Abfassung der Abschlussarbeit vorzubereiten. Auf Antrag können Sie Teile dieses Moduls durch ein externes Praktikum ersetzen.

Im zweiten Fachschwerpunkt (Jüdischer Naher Osten, bestehend aus 4 Modulen (NOS 5a bis 8a)) erlernen Sie im Rahmen eines intensiven zweisemestrigen Kurses modernes Hebräisch (Modul NOS 5a) und erhalten bereits ab dem zweiten Fachsemester Einblicke in andere, auch historische Varietäten der hebräischen Sprache (Modul NOS 6a: Biblisches Hebräisch sowie Rabbinisches Hebräisch).

Parallel hierzu werden Sie schrittweise in die Arbeitsweisen und Problemfelder des Faches „Jüdische Studien“ ein- und an exemplarische Forschungsfragen herangeführt. Auch der Umgang mit hebräischsprachigem Quellenmaterial wird eingeübt. Nach Besuch der Ringvorlesung „Einführung in die Jüdischen Studien) (NOS 7a) im ersten Fachsemester belegen Sie im selben Modul im Folgesemester die Veranstaltung „Ansätze und Probleme der Jüdischen Studien“, in der vor allem transdisziplinäre Fragestellungen im Sinne des Studiengangs thematisiert werden. Im dritten Fachsemester (NOS 8a) erwerben Sie im Rahmen eines Oberseminars erste forschungsorientierte Kompetenzen.

Im vierten Semester legen Sie die Masterprüfungen ab. Nach Ablegen der mündlichen Abschlussprüfung im zweiten Fachschwerpunkt, schreiben Sie im Laufe des vierten Fachsemesters im ersten Fachschwerpunkt ihre Masterarbeit, deren Thema im Sinne des Studiengangs transdisziplinär orientiert sein soll. Ein/e FachvertreterIn des zweiten Fachschwerpunkts fungiert dabei als ZweitgutachterIn.

Studierende mit B.A.-Abschluss in beiden Fächern

Studierende mit B.A.-Abschluss sowohl in Islamwissenschaft als auch in Jüdischen Studien entscheiden sich zu Studienbeginn, welches der beiden Fächer sie als ersten Fachschwerpunkt weiterführen wollen. Innerhalb des zweiten Fachschwerpunktes profitieren sie dann von einem im Einzelfall festzulegenden Programm mit zahlreichen Wahlmöglichkeiten.

Karriere- und Berufsfelder

Neben der Qualifikation für wissenschaftliches Arbeiten (etwa im Rahmen einer Promotion) bereitet das Masterstudium auf ein breites Berufsfeld vor, in dem Analysefähigkeit, reflektierte Kulturkenntnisse und nicht zuletzt fortgeschrittene Sprachfähigkeiten vorausgesetzt werden.

Daher eröffnet der Masterabschluss die Möglichkeit, leitende und gestaltende Aufgaben in fachnahen Bereichen zu übernehmen, die sich mit der Politik, Kultur und Gesellschaft des Nahen Ostens auseinandersetzen. Typische Berufsfelder für Masterabsolventen sind beispielsweise:

  • Internationale und supranationale Organisationen
  • Nichtregierungsorganisationen, humanitäre Organisationen
  • Öffentlicher Dienst und Sicherheitsbehörden
  • Medienberufe
  • Kulturelle Institutionen
  • Außenhandel
  • Politik- und Wirtschaftsberatung
  • Interkulturelle Kommunikation
  • Integrationsarbeit und interreligiöser Dialog
  • Sprachlehre
  • Erwachsenenbildung
Verantwortlich: Webmaster
Letzte Änderung: 25.07.2019
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