Mediation

Aufbau
Einzelbuchung
Lehr- und Lernformen

Studienorganisation

Aufbau

Das Weiterbildungsprogramm Mediation ist modular aufgebaut und in verschiedene Ausbildungsabschnitte unterteilt. Diese können aufeinander aufbauend absolviert werden.

Struktur Der Mediationsausbildung

Struktur Der Mediationsausbildung

Grundlagen der Mediation

Das Grundlagenseminar gibt einen Überblick über Indikation, Struktur und Ablauf der Mediation. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmern lernen grundlegende Techniken und Haltungen der Media­torin/des Mediators kennen. In Rollenspielen üben sie den Übertrag in die Praxis

Der Lernprozess im Seminar wird durch die inter­disziplinäre Zusammensetzung der Seminarteilnehmer/-innen intensiviert. Jede und jeder Einzelne lernt so die spezifischen Kompetenzen der vertre­tenen Berufsgruppen nicht nur kennen, sondern erfährt sie auch unmittelbar. Nach dem intensiven Training haben die Teilneh­mer/-innen einen konkreten Einblick in die theoretischen Grundlagen der Arbeit und das Kompetenzprofil einer Mediatorin/eines Mediators erhalten.

Das Seminar umfasst 24 Zeitstunden und schließt mit einer Teilnahmebescheinigung der Universität Heidelberg ab. Es kann einzeln gebucht werden. Bei Fortsetzen der Ausbildung kann das Seminar auf die 120-stündige Grundausbildung angerechnet werden.

120-stündige Grundausbildung zur Mediatorin/zum Mediator

Ziel der Grundausbildung ist es, Mediation als berufspraktische Zusatzqualifikation zu erlernen. Sie dient dem Erwerb praktischer Handlungskompetenzen und gibt Anwenderinnen und Anwendern klare Strukturen an die Hand.

Sie erfolgt seit August 2014 in sieben Modulen mit 120 Zeitstunden. Die Inhalte orientieren sich am Mediationsgesetz vom 21.07.2012.

Die sechsmonatige Grundausbildung umfasst die beiden Abschnitte Grundlagen (24 Stunden) und Vertiefung (96 Stunden). Die Teilnehmer/innen erhalten eine Bescheinigung der Universität Heidelberg über die 120-stündige Grundausbildung.

Optional können im Anschluss methodische und thematische Spezialisierungsseminare besucht werden, um in verschiedenen Berufsfeldern und Anwendungsbereichen qualifiziert als Mediatorin, als Mediator arbeiten zu können. Alle Seminare können auf die 200-stündige Gesamtausbildung zur Mediatorin / zum Mediator angerechnet werden.

Gesamtausbildung zur Mediatorin/zum Mediator

Das Gesamtprogramm Mediation ist in fünf Abschnitte gegliedert und umfasst 200 Zeitstunden. Es sollte in mindestens zwei, maximal fünf Jahren absolviert werden.

Die ersten drei Abschnitte - Grundlagen, Vertiefung, Spezialisierung - umfassen hauptsächlich Unterricht in Seminaren. Sie bauen aufeinander auf und vermitteln Grundlagen, Kernbereiche sowie spezielle Anwendungsbereiche der Mediation.

Das Grundlagenseminar stellt den ersten Abschnitt der Ausbildung dar. Bereits im zweiten Ausbildungsabschnitt, der Vertiefung, sollte die eigene Mediationstätigkeit aufgenommen und ausbildungsbegleitend durchgeführt werden. So können die im Unterricht erworbenen Kompetenzen gleich in der Praxis erprobt und verfestigt werden. Um die Teilnehmer/innen bei diesen ersten Schritten zu unterstützen, werden obligatorisch das Seminar „Qualitätsmanagement der Mediation und Dokumentation“ sowie ein Supervisionstag durchgeführt. Im dritten Abschnitt, der Spezialisierung, werden die erworbenen Grundfertigkeiten durch praktische Handlungskompetenzen in verschiedenen Berufsfeldern und Anwendungsbereichen ergänzt.

Während der Gesamtausbildung müssen mindestens vier eigene Mediationsfälle durchgeführt und dokumentiert werden. Unterstützt werden die Teilnehmer/innen durch weitere Supervisionen (vierter Abschnitt).

In einem fallbezogenen Abschlussseminar (fünfter Abschnitt) werden die in der Ausbildung erworbenen Fähigkeiten und Grundhaltungen der Mediator/innen geprüft. Die Teilnehmer/innen demonstrieren und reflektieren in einem Prüfungsgespräch ihr Wissen und Können.

Der erfolgreiche Abschluss der Gesamtausbildung zur Mediatorin/zum Mediator wird durch ein gemeinsames Zertifikat der Universität Heidelberg und des Heidelberger Instituts für Mediation bestätigt.

Einzelbuchung von Seminaren

Interessierte, die bereits in einem anderen Zusammenhang Kenntnisse der Mediation erworben haben, sind im Weiterbildungsprogramm herzlich willkommen. Vor Buchung einzelner Seminare ist eine Rücksprache mit der Studienleitung und die grundsätzliche Zulassung zur Teilnahme am Weiterbildungsprogramm Voraussetzung.

Ausgewählte Seminare sind so konzipiert, dass sie auch für Angehörige spezifischer Berufsgruppen ohne Mediationserfahrung geeignet sind. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an das Heidelberger Institut für Mediation oder an die Abteilung Wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Heidelberg.

Lehr- und Lernformen

Seminare

Die Teilnahme an Präsenzseminaren bildet das Gerüst der Weiterbildung. Sie finden berufsbegleitend zum Ende der Woche hin statt. Je nach Inhalt sind sie ein- bis viertägig konzipiert und umfassen sechs bis 30 Stunden. Jedes Seminar wird separat gebucht.

Die Veranstaltungen zeichnen sich durch ihren Methodenmix aus. Der theoretische Input durch die Dozentin/den Dozenten wird durch Demonstrationen verdeutlicht. Mit Rollenspielen und Selbsterfahrungsübungen werden die Inhalte interaktiv vemittelt.

Peergroups

Um die Vernetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer während der Ausbildung und zwischen den Seminaren zu fördern, ist die Teilnahme an Peergroups obligatorisch. Die Ausbildungsteilnehmer/innen treffen sich regelmäßig, um die Inhalte der Seminare strukturiert aufzuarbeiten und so die Sicherheit im Umgang mit den Inhalten zu erhöhen. Mit der Peergroup-Arbeit wird der handlungsorientierte Ansatz der Weiterbildung zusätzlich vertieft.

Charakteristisch für die Arbeit in einer Peergroup ist, dass sich die Teilnehmer/innen in einem geschützten Rahmen auf Augenhöhe begegnen. Sie können ihr Wissen und ihre Fähigkeiten zwischen den Seminarterminen ausprobieren und festigen. Die Peergroup-Arbeit organisieren die Teilnehmer/innen eigenverantwortlich. Dazu steht eine eigens dafür eingerichtete geschützte Plattform im Internet zur Verfügung.

Themen der Peergroups sind:

  1. Sicherheit gewinnen in der Struktur und den Prinzipien der Mediation
  2. Paraphrasieren üben, Begriffe wie Position, Thema, Interesse, persönliches Anliegen sicher definieren
  3. die Haltung als Mediatorin / als Mediator – ausgewogene/allparteiliche Führung des Mediationsprozesses
  4. verschiedene Einführungsmöglichkeiten des Rechts üben
  5. Reflexion über den Zugang zur Praxis, unterschiedliche Settings üben
  6. absolute Sicherheit in der Struktur gewinnen, Üben von Visualisierung

Praxisfälle

Die Heidelberger Mediationsausbildung zeichnet sich besonders durch ihre Praxisnähe aus. Deshalb ist die Durchführung eigener Mediationen auch Bestandteil der Ausbildung. Für die Akquise der Fälle sind die Ausbildungsteilnehmer/innen selbst verantwortlich. In der Regel werden Sie aus dem Arbeitsumfeld generiert. Bis zum Abschluss der 200-stündigen Gesamtausbildung sind mindestens 4 Praxisfälle durchzuführen und zu dokumentieren.

Supervision

Der Heidelberger Supervisionsansatz ist speziell auf die Begleitung, Vor- und Nachbereitung von Mediationen ausgerichtet. Ziel ist die Verbesserung der Handlungssicherheit in der Mediationspraxis. Sie bietet insbesondere bei schwierigen Fällen Unterstützung und hilft dabei, die Mediation spezifisch auf die jeweiligen Anwendungsbedingungen auszurichten. Bei einem als nicht befriedigend empfundenen Abschluss einer Mediation dient sie der Aufarbeitung des Mediationsprozesses.

Supervision ist ein gutes Qualitätssicherungstool und Lernmittel für Mediatorinnen und Mediatoren, die von der Praxis für die Praxis lernen wollen – unabhängig davon, ob ein eigener Fall vorgestellt wird oder nicht. Es empfiehlt sich daher, die Supervision möglichst frühzeitig in der Ausbildung begleitend zu den Theorieseminaren in Anspruch zu nehmen, um den Transfer der Theorie in die eigene Praxis zu erleichtern.

Aufgrund des besonderen Settings in der Supervision ist Vertraulichkeit von großer Bedeutung. Dies kann sich auf die Zusammensetzung der Teilnehmergruppe auswirken.

E-Mail: wisswb@uni-hd.de
Letzte Änderung: 18.08.2016
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