Mediation

Ausbildung Zertifizierte Mediatorin/Zertifizierter Mediator
80H-Zusatzqualifizierung

Curriculum

Das Weiterbildungsprogramm Mediation an der Universität Heidelberg bietet Interessierten die Möglichkeit, je nach Weiterbildungsziel ein individuelles Programm zusammenzustellen.

Ausbildung zur „Zertifizierten Mediatorin“/zum „Zertifizierten Mediator“

Mit dem Mediationsgesetz vom 21.07.2012 und der Rechtsverordnung vom 21.08.2016 wurden die Aus- und Fortbildung von Mediator/innen neu geregelt: Seit September 2017 können ausgebildete Mediator/innen die gesetzlich geschützte Bezeichnung „Zertifizierter Mediator“ führen.

Das Weiterbildungsprogramm entspricht den gesetzlichen Anforderungen des Mediationsgesetzes (MediationsG § 5) und der Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren (ZMediatAusbV §§ 2-4)

1. Ausbildungsabschnitt: 120H-Ausbildungslehrgang

Der Ausbildungslehrgang besteht aus acht Modulen und umfasst 120 Zeitstunden. Er beginnt mit Modul 1, dem einführenden Grundlagenseminar. Es dient dem Kennenlernen und der Erprobung von Grundkenntnissen und Grundfertigkeiten der Mediation. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten einen ersten Überblick über Indikation, Struktur und Ablauf der Mediation. Mit methoden- und praxisorientierten Informationen, Übungen und Selbsterfahrung werden grundlegende Techniken und Haltungen der Mediatorin/des Mediators vermittelt und geübt.

Die anschließenden Module 2-8 vermitteln in einem intensiven Training Methoden und Strategien der Mediation. Es werden konstruktive Kommunikationsstile und Verhandlungstheorien dargestellt sowie Techniken und Haltungen in der Mediation vertiefend behandelt. Um das Vorgehen in der Mediation zu optimieren sind z.B. Kenntnisse über die Grundstrukturen von Konflikten oder über emotionale und strukturelle psychologische Barrieren eine wichtige Voraussetzung. Wie das Recht in der Mediation anerkannt und zugleich relativiert wird, ist ebenfalls Thema. Schließlich werden Ziele und Techniken eines Abschlussvertrages vermittelt.

Module 2-8 des 120H-Ausbildungslehrgangs


Modul 2: Kommunikationstechniken
Modul 3: Verhandlungstechniken
Modul 4: Konfliktkompetenz
Modul 5: Mediation und Recht
Modul 6: Ablauf / Rahmenbedingungen I
Modul 7: Ablauf / Rahmenbedingungen II
Modul 8: Persönliche Kompetenz

Hier geht es zu den einzelnen Modulen sowie zu den Terminen.

Nach erfolgreichem Abschluss aller acht Module erhalten die Teilnehmer/innen eine Bescheinigung der Universität Heidelberg und des Heidelberger Instituts für Mediation über den 120H-Ausbildungslehrgang.

Hier gelangen Sie zur Verordnung des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren, eine Zuordnung der Ausbildungsinhalte zu den Seminaren entnehmen Sie bitte der unten stehenden Grafik.

Zuordnung Ausbildungsinhalte – Rechtsverordnung
Zuordnung Ausbildungsinhalte – Rechtsverordnung

2. Ausbildungsabschnitt: Einzelsupervision

Während des Lehrgangs oder spätestens innerhalb eines Jahres nach dessen Abschluss muss eine Mediation als Mediator/in oder Co-Mediator/in durchgeführt und mit einer Einzelsupervision abgeschlossen werden.

Über die Supervision stellt die Supervisorin/der Supervisor eine Bescheinigung aus.

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildungsabschnitte 1 und 2 stellen die Universität Heidelberg und das Heidelberger Institut für Mediation eine gemeinsame Bescheinigung über die erfolgreich absolvierte Ausbildung zum Zertifizierten Mediator gemäß § 2 der Zertifizierte-Mediatoren-Ausbildungsverordnung aus. Die Bezeichnung Zertifizierte Mediatorin/Zertifizierter Mediator darf ab diesem Zeitpunkt geführt werden.

3. Ausbildungsabschnitt: Fortbildung durch Einzelsupervision

Um die Bezeichnung „Zertifizierte Mediatorin“/„Zertifizierter Mediator“ auf Dauer zu führen, sieht das Mediationsgesetz bzw. die Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren die praktische Tätigkeit als Mediator/in vor. Spätestens zwei Jahre nach Abschluss des zweiten Ausbildungsabschnittes müssen vier Einzelsupervisionen im Anschluss an vier Mediationsfälle erfolgt sein. Die Mediationen können als Mediator/in oder Co-Mediator/in durchgeführt werden. Die Supervisorin/der Supervisor stellt darüber jeweils eine Bescheinigung aus.

4. Ausbildungsabschnitt: Fortbildungsveranstaltungen

Eine weitere Bedingung zum Erhalt der Bezeichnung Zertifizierte Mediatorin/Zertifizierter Mediator ist die regelmäßige Fortbildung. Die Fortbildungsinhalte sollen die Themen des Ausbildungslehrgangs vertiefen bzw. aktualisieren oder Kenntnisse und Fähigkeiten in besonderen Bereichen der Mediation vermitteln.

Im Vier-Jahres-Turnus sind Fortbildungsveranstaltungen im Umfang von mindestens 40 Zeitstunden zu besuchen. Die Vierjahresfrist beginnt erstmalig nach Abschluss des zweiten Ausbildungsabschnittes.

80H-Zusatzqualifizierung zur Anerkennung bei den Mediationsdachverbänden

Über die Ausbildung zur zertifizierten Mediatorin/zum zertifizierten Mediator hinaus bieten wir eine Zusatzqualifizierung im Umfang von 80 Stunden an. Sie ermöglicht die Lizenzierung bei den Mediationsdachverbänden BAFM (Bundesarbeitsgemeinschaft Familienmediation) und BM (Bundesverband Mediation). Beide Verbände erkennen sich mit weiteren Mediationsverbänden wie BMWA und SDM-FSM wechselseitig an.

Die Zusatzqualifizierung baut auf dem 120H-Ausbildungslehrgang nach dem Mediationsgesetz auf. Hinzu kommen geleitete Gruppensupervisionen, um die Teilnehmer/innen bei den ersten Schritten in die eigene Mediationspraxis zu unterstützen. Sie sollen dabei helfen, in der Mediation eine größere Handlungssicherheit zu entwickeln, bei schwierigen Fällen neue Anregungen zu geben und die Mediation spezifisch auf die jeweiligen Anwendungsbedingungen auszurichten. Eine weitere Anforderung ist die Durchführung und Dokumentation eigener praktischer Mediationstätigkeit. Im Einzelfall sind die Anforderungen mit der Studienleiterin Lis Ripke (anerkannte Ausbildungsleiterin der BAFM, lizenzierte Ausbilderin BM®) abzusprechen.

In einem Abschlussgespräch werden die in der Ausbildung erworbenen Fähigkeiten und Grundhaltungen der Mediator/innen reflektiert, demonstriert und geprüft.

Nach erfolgreicher Teilnahme stellen die Universität Heidelberg und das Heidelberger Institut für Mediation eine Bescheinigung über die Zusatzqualifizierung aus.

Sofern die Mediatorin/der Mediator anschließend ein Anerkennungsverfahren bei einem Mediations-Dachverband einleitet, besteht die Möglichkeit, den Titel Mediatorin/Mediator mit dem Zusatz eines Verbandes (Mediator/in BAFM oder Mediator/in BM®) zu führen.

E-Mail: wisswb@uni-hd.de
Letzte Änderung: 28.03.2018
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