Prof. Dr. Karlheinz Deller (†)
Karl Heinrich (Karlheinz) Deller, emeritierter Professor für Assyriologie der Universität Heidelberg, verstarb am 20. Dezember 2003 in Heidelberg im Alter von 76 Jahren.
Karlheinz Deller wurde am 21. Februar 1927 in Nürnberg geboren.
Das Studium der Islamwissenschaft, der Philosophie, der Semitistik und
der Assyriologie führte ihn nach Tübingen, München, Göttingen
und Wien. In Wien wurde er 1959 bei Wolfram von Soden mit einer Arbeit
über die "Lautlehre des Neuassyrischen" promoviert. Bis 1963
unterrichtete er Assyriologie in Wien, von wo er dann zum Professor für
Assyriologie am Pontificio Istituto Biblico in Rom berufen wurde. 1967
trat er schließlich die Nachfolge des Sumerologen Adam Falkenstein
in Heidelberg an. Hier setzte er aber völlig neue Akzente: Im Mittelpunkt
seines Interesses standen vor allem Sprache und Kultur der Assyrer, sowie
weiterhin die Texte der Archive aus Nuzi.
Karlheinz Deller entfaltete in den Jahren in Heidelberg eine reiche
Tätigkeit als Forscher und Lehrer, von der seine zahlreichen Schriften
und seine Schüler in aller Welt Zeugnis ablegen. Als Dank für
sein Wirken widmeten ihm seine Schüler zu seinem 60. Geburtstage im
Jahre 1987 eine Festschrift:
G. Mauer und U. Magen (Hrsg.), Ad bene et fideliter seminandum. Festgabe für Karlheinz Deller zum 21. Februar 1987. Alter Orient und Altes Testament 220 (Neukirchen-Vluyn 1988).
Auch nach seiner Emeritierung im Jahre 1995 setzte Karlheinz Deller Forschung und Lehre unermüdlich bis zu seinem Tode im Dezember 2003 fort.
Am 5. Januar 2004 wurde Karlheinz Deller in Heidelberg-Handschuhsheim im Kreise seiner Familie und unter herzlicher Anteilnahme von Freunden, Schülern und Kollegen zur letzten Ruhe gebettet. Er wird ihnen als Mensch und Wissenschaftler unvergessen bleiben.
Ein Verzeichnis seiner Schriften bis zum Jahre 1988 findet sich in der
ihm gewidmeten, oben genannten Festschrift. Ein Nachtrag mit seinen seither
erschienenen Schriften kann hier als PDF-File
abgerufen werden.
Die Familie Karlheinz Dellers vermachte in großherziger Weise
seine Fachbibliothek dem altorientalischen Seminar Heidelberg. Ihr sei
auch an dieser Stelle dafür herzlich gedankt.