Häufig gestellte FragenInformationen zum Coronavirus

6. April 2020

Universität Heidelberg trifft Vorsorge gegen die weitere Verbreitung des Coronavirus

Erweiterte Teilschließung der Universität und Einstellung des Studienbetriebs vorerst bis zum 19. April 2020

Die Universität Heidelberg hat zum Schutz aller ihrer Mitglieder sowie zur Eindämmung der Coronavirus-Infektionen einen Katalog weitreichender Maßnahmen beschlossen. Neben der Einstellung des Studienbetriebs und der Schließung der Universitätsbibliothek mit allen Instituts- und Seminarbibliotheken bis zunächst einschließlich 19. April 2020 betreffen die Beschlüsse insbesondere eine erweiterte Teilschließung der Universität.

Der Rektor der Universität, Prof. Dr. Bernhard Eitel, unterstrich, dass das Vorgehen Handlungssicherheit für alle Beteiligten schaffen soll. „Es gibt keinen Anlass zur Panik, und wir werden insbesondere im Interesse unserer Studierenden, unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Augenmaß den Universitätsbetrieb soweit aufrechterhalten, wie dies zu verantworten und gesetzlich zulässig ist. Zur Sicherheit aller werden wir die Präsenztätigkeiten jedoch schrittweise noch weiter herunterfahren.“

In der folgenden Übersicht sind die Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen der Universität Heidelberg zusammengestellt; diese werden laufend aktualisiert. Detailinformationen sind auf den Seiten der jeweiligen Dezernate und Facheinrichtungen zu finden.

Studium und Lehre

Wann beginnt der Vorlesungsbetrieb?

Die Vorlesungszeit des Sommersemesters 2020 beginnt an den baden-württembergischen Universitäten am 20. April 2020. Rektorat, Universitätsverwaltung, Fakultäten und zentrale Einrichtungen haben in den letzten Wochen mit Hochdruck daran gearbeitet, im Interesse der Studierenden, Wissenschaftler*innen sowie Mitarbeiter*innen die Grundlagen für digitale Kommunikationswege und den Einsatz digitaler Lehrformate zu schaffen. Weitere Informationen finden sich auf den Studiumseiten.

Finden Seminare und Vorlesungen im Sommersemester 2020 statt?

Der Studienbetrieb in Präsenzform ist bis einschließlich 19. April 2020 vollumfänglich eingestellt. Dies gilt für Lehrveranstaltungen für die Studierenden sowie für Vor- und Einführungskurse, aber auch für andere Veranstaltungen wie beispielsweise Fortbildungen für Lehrpersonal und Mitarbeiter*innen sowie den Hochschulsport. Der Studienbetrieb des Sommersemesters beginnt an der Universität Heidelberg am 20. April 2020. In Präsenzform kann der Studienbetrieb erst wieder aufgenommen werden, sobald die Rechtsverordnung des Landes Baden-Württemberg dies erlaubt. Vom 20. April an starten die Lehrveranstaltungen daher im Online-Modus mit einer Konzentration auf die Pflichtveranstaltungen. Wo immer möglich sollen digitale Lehr- und Lernformate aber auch bei Wahlveranstaltungen zum Einsatz kommen. Bitte informieren Sie sich auf den LSF-Seiten sowie den Webseiten der anbietenden Lehreinheiten über den aktuellen Stand dazu, ob und in welcher Weise die gewünschte Veranstaltung stattfinden wird. Im Zweifelsfall kontaktieren Sie bitte den/die Dozenten*in.

Werden Prüfungen durchgeführt? Wann werden ausstehende Prüfungen nachgeholt?

Alle Präsenzprüfungen sind abgesagt, ausgenommen hiervon sind Doktorprüfungen, die im kleinsten Kreis stattfinden. Um Härten für die Betroffenen zu vermeiden und den Studienerfolg sicherzustellen, werden alle noch ausstehenden Prüfungen in der ersten Woche des Studienbetriebs in Präsenzform im Sommersemester (frühestens vom 20. April 2020 an) nachgeholt. Für die Umsetzung werden flexible Lösungen erarbeitet, unter Ausschöpfung der rechtlichen Spielräume auch bei der Verlängerung von Prüfungsfristen.

Können studienbegleitende Praktika aufgenommen oder fortgesetzt werden?

Angesichts der generell geltenden Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen sind studienbegleitende Pflichtpraktika ausgesetzt und werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Die Durchführung studienbegleitender Pflichtpraktika (zum Beispiel Industriepraktika), die nicht an der Universität stattfinden, liegt im Ermessen des Praktikumsgebers.

Universitätsbetrieb

Wird der Universitätsbetrieb aufrechterhalten und welche Regelungen gibt es?

Nach der bereits geltenden Teilschließung für zentrale und dezentrale Bereiche der Universität sollen vom 24. März 2020 an nur noch diejenigen Beschäftigten in den Universitätseinrichtungen physisch präsent sein, die zur Sicherung des Betriebs und zur Schadensabwehr unbedingt erforderlich sind. Dies sind diejenigen Mitglieder der Universität, die für die Sicherstellung der Leitungsfunktion und Kommunikationswege, der technischen Infrastruktur und der Forschungsinfrastruktur Sorge tragen. Diese Maßnahme gilt zunächst bis einschließlich 19. April. Informationen zu Zugangsbeschränkungen und Zugangsberechtigungen zu den Universitätsgebäuden sowie zur Gewährung vorübergehender Heimarbeit oder zur Freistellung von Beschäftigten sind Inhalt eines Schreibens des Kanzlers vom 23. März. Die Verantwortlichen der jeweiligen Einrichtungen legen für ihren Bereich fest, welche Arbeitsform in welchem Umfang angemessen ist. Über entsprechende Regelungen informiert das Personaldezernat.

Läuft der Forschungsbetrieb weiter?

Auf Grund der aktuellen Beschränkungen kann kein regulärer, normaler Forschungsbetrieb stattfinden. Forschung in Universitätseinrichtungen ist nur möglich, wenn die Hygieneanforderungen (unter anderem mindestens 1,5 bis 2 Meter Abstandsregel, gut gelüftete Räume, gegebenenfalls Atemschutz, keine Besprechungen wie Mentoring, Doktorandenbetreuung etc. auf engem Raum) eingehalten werden. Treffpunkte wie Coffee Points, Sozialräume usw. sind geschlossen. Wo und in welchem Umfang unter Wahrung dieser zwingend einzuhaltenden Standards Forschung durchgeführt werden kann, entscheiden die Leitungen der jeweiligen universitären Einrichtungen.

Wie reagieren die Fördermittelgeber auf die aktuelle Situation?

Nationale und internationale Fördermittelgeber haben verschiedene Maßnahmen ergriffen, um auf die Einschränkungen bei der Forschungsarbeit ebenso wie im Projektmanagement zu reagieren. Das Forschungsdezernat hat Informationen zu entsprechenden Bekanntmachungen und Fristverlängerungen zusammengestellt, die laufend aktualisiert werden.

Können Konferenzen, Tagungen und größere universitäre Veranstaltungen stattfinden?

Bis zur Wiederaufnahme des Lehrbetriebs dürfen keine Konferenzen, Tagungen, Workshops etc. sowie andere öffentliche Veranstaltungen durchgeführt werden. Auch überwiegend universitätsinterne Veranstaltungen wie Antritts- oder Abschiedsvorlesungen können derzeit nicht stattfinden. Dies gilt auch für Habilitationsvorträge. Besprechungen und Gesprächsrunden dürfen nur aus unumgänglichen Gründen unter Wahrung aller Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen durchgeführt werden. Ansonsten müssen sie ausgesetzt oder auf digitale Formate umgestellt werden.

Ich bin Lehrende*r und möchte meine Lehrveranstaltung digital durchführen. Wie geht das?

Grundsätzlich haben alle Mitarbeiter*innen der Universität, die in der Lehre aktiv sind, einen Zugang zu den digitalen Diensten über ihre Uni-ID. Alle anderen Personen, die im Sommersemester 2020 in die Lehre eingebunden werden sollen, können im Rahmen eines Lehrauftrags eine Uni-ID für ein Semester erhalten. Wenden Sie sich zur Erteilung eines Lehrauftrags über Ihre Fakultät bitte an das Personaldezernat.

Unter dem Motto „Von Wissenschaftler*innen für Wissenschaftler*innen“ bietet die neue Moodle-Plattform für alle Lehrenden einen Bereich mit Anleitungen, Tipps und Übersichten zur Gestaltung der Online-Lehre, der kontinuierlich erweitert wird. Ihre Ideen, Anregungen und Ergänzungen sind willkommen unter digitale-lehre @ uni-heidelberg.de.

Sind universitäre Gebäude und Einrichtungen weiterhin öffentlich zugänglich?

Universitäre Gebäude und Einrichtungen sind bis auf Weiteres nicht öffentlich zugänglich. Kontaktaufnahme und individuelle Terminvereinbarungen mit dem Rektorat, der Universitätsverwaltung sowie den Infrastruktureinrichtungen und zentralen Betriebseinrichtungen erfolgen – auch von Mitgliedern der Universität – per E-Mail und Telefon. Museen, Sammlungen und Einrichtungen wie das Universitätsarchiv oder die Gewächshäuser des Botanischen Gartens sind für den Publikumsverkehr geschlossen. Ebenfalls geschlossen sind Sportstätten, Fachschaftsräume, Sozialräume und PC-Pools.

Zentrale Dienste

Kann die Universitätsbibliothek weiter genutzt werden?

Die Präsenzbereiche der Universitätsbibliothek in der Altstadt und die Zweigstelle Im Neuenheimer Feld sind geschlossen. Ebenso wenig sind die Instituts- und Seminarbibliotheken zugänglich. Alle digitalen Angebote der Universitätsbibliothek stehen jedoch wie gewohnt zur Verfügung. Als Reaktion auf die durch die Corona-Krise bedingte Schließung hat die Universitätsbibliothek ihr digitales Angebot erweitert und bietet den Dokumentlieferdienst HEDD (Heidelberger Electronic Document Delivery) nun auch für Studierende der Universität Heidelberg an. Zudem ist die Bestellung von Büchern aus dem Bestand der Universitätsbibliothek per Post für alle Mitglieder der Universität möglich. Geliefert wird nach Hause. Zahlreiche Verlage unterstützen die Universität Heidelberg außerdem durch die Freischaltung zusätzlicher oder bisher nicht lizenzierter Inhalte während der Corona-Krise. Über die digitale Bibliothek und die erweiterten Serviceangebote informiert die Universitätsbibliothek auf ihren Internetseiten. 

Welche Dienste zur digitalen Zusammenarbeit und Lehre stehen zur Verfügung?

Das Universitätsrechenzentrum hat die derzeit verfügbaren digitalen Dienste auf einer Webseite zusammengestellt, die schnellstmöglich um weitere Angebote ergänzt werden soll.

Internationales

Sind Dienstreisen und Auslandsaufenthalte in Rahmen des Studiums weiterhin möglich?

Dienstreisen ins Ausland werden bis auf Weiteres nicht genehmigt; bereits erfolgte Genehmigungen werden widerrufen. Das Rektorat fordert alle Beschäftigten nachdrücklich auf, Dienstreisen im Inland auf das unabdingbar notwendige Maß zu beschränken. Studierende, die studienbedingte Auslandsaufenthalte planen, werden dringend gebeten, derartige Reisen derzeit nicht anzutreten. Im Rahmen der von der Universität betreuten Austausch- und Stipendienprogramme sind bis auf Weiteres keine Reisen ins Ausland möglich. Ansprechpartner ist das Dezernat Internationale Beziehungen.

Was ist bei Rückkehr aus einem Risikogebiet zu tun und wer ist ein Verdachtsfall?

Alle Mitglieder der Universität, die aus den vom Robert Koch-Institut eingestuften Risikogebieten zurückkehren, müssen eine zweiwöchige Selbstquarantäne einhalten. In dieser Zeit sollen sie ihren Gesundheitszustand beobachten, um bei Symptomen, die auf COVID-19 hindeuten könnten, umgehend telefonisch Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufzunehmen. In jedem Fall ist die Frage, ob ein Verdachtsfall – auch bei einem möglichen Kontakt mit einer infizierten Person im Inland – vorliegt und ein Test auf eine Infektion mit dem Coronavirus durchgeführt werden sollte, mit dem Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises zu klären. Es wird dringend davon abgeraten, ohne entsprechende Vorabsprache in die Praxis oder Notfallambulanz zu kommen. Unter der Telefonnummer 06221 522-1881 werden in diesem Zusammenhang Antworten und Hinweise zu Themen wie Symptome und Inkubationszeit gegeben oder zur Frage, wie man sich vor einer Ansteckung schützen kann. Das Telefon ist täglich von 7.30 Uhr bis 19.00 Uhr erreichbar. Kontakt per E-Mail ist möglich unter der Adresse impfen @ rhein-neckar-kreis.de. Ab 21 Uhr wenden sich Erwachsene telefonisch an die neue Infektionsambulanz unter der Telefonnummer 06221 56-8626. Für Kinder und Jugendliche ist die Notfallambulanz der Kinder- und Jugendmedizin zuständig. Sie ist über die Telefonnummer 06221 56-4823 erreichbar.

Verhaltensempfehlungen

Was kann jeder Einzelne tun?

Alle Mitglieder der Universität Heidelberg sind aufgerufen, die Hygienemaßnahmen, wie sie zum Beispiel von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für die Bildungsreinrichtungen vorgegeben werden, zu befolgen. Bitte achten Sie im Sinne eines vorbeugenden Gesundheitsschutzes auf gute Händehygiene sowie auf die Husten- und Nies-Etikette und halten Sie Abstand zu anderen Personen. Räume sind angemessen zu lüften. Folgen Sie den von der Bundesregierung und den Ländern beschlossenen Leitlinien zur Beschränkung sozialer Kontakte.

Die Universität Heidelberg informiert laufend über ihre Planungen und Maßnahmen. Die Universitätsmitglieder werden gebeten, diese Internetseite sowie ihr E-Mail-Postfach regelmäßig auf Aktualisierungen zu kontrollieren.

Die Studierendenwerke und die Universitätsklinika machen die von ihnen getroffenen Maßnahmen auf ihren eigenen Internetseiten bekannt.