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In der Freizeit Mord

Mitarbeiterin des Instituts für Europäische Kunstgeschichte hat einen Kriminalroman veröffentlicht

Silke Ziegler

Foto: von Figura

Bücher sind ihre Leidenschaft: Silke Ziegler – tagsüber Sekretärin am Institut für Europäische Kunstgeschichte, abends Krimiautorin.

Am Vormittag ist sie Sekretärin, am Abend Krimiautorin: Silke Ziegler liebt knisternde Spannung und menschliche Abgründe. Was ihr die Arbeit am Institut für Europäische Kunstgeschichte diesbezüglich nicht bieten kann, holt sich die 39-Jährige in der häuslichen Schreibstube. Allabendlich taucht sie in ihre Fantasiewelt ab. Dann geht es nicht mehr um Terminvereinbarungen, Personalfragen oder die Verbuchung von Studienleistungen, sondern um perfide Morde, knifflige Ermittlungen und dramatische Schicksale.

Juni 2012, ein schweißtreibender Sommer kündigt sich an, und die Polizei des südfranzösischen Béziers sieht sich mit einer mysteriösen Mordserie an Prostituierten konfrontiert. Silke Zieglers Erstlingswerk »Tödlicher Verrat«, das im vergangenen Oktober auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert wurde, nimmt seinen Ausgang dort, wo die Idee für das Buch entstand: im Pfingsturlaub der Zieglers an der Mittelmeerküste Südfrankreichs vor knapp zwei Jahren. Silke war gemeinsam mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern unterwegs auf der Route Nationale 112 zu einem Safaripark. »Am Straßenrand sahen wir Prostituierte, die auf Freier warteten. Das war der Auslöser«, erzählt die gelernte Finanzassistentin. »Am selben Abend noch habe ich mich hingesetzt und im Kopf die Grundzüge der Geschichte gesponnen.« Was folgte, war ein regelrechter Schreibfluss. In gerade einmal vier Monaten stellte Silke Ziegler den 530 Seiten starken Roman fertig – ohne zu wissen, ob es gut war, was sie da zu Papier gebracht hatte, und ohne zu ahnen, dass das Geschriebene ein Jahr später tatsächlich in den Bücherregalen stehen würde.


»Die Geschichten, die in meinem Kopf entstehen, müssen raus. Das ist wie ein innerer Drang.«
 

»Ich bin Viel-Leserin«, erzählt sie. »Schon als Kind habe ich massenweise Bücher verschlungen.« Doch was tun, wenn die örtliche Stadtbücherei nichts Neues mehr in der Krimi-Ecke zu bieten hat? Schon aus diesem Grund musste die Weinheimerin selbst zur Tastatur greifen. Ähnlich wie ihre Lieblingsautorinnen Sandra Brown oder Joy Fielding geht es in ihrer Geschichte nicht nur um Morde, sondern taucht sie tief in die Gefühlswelt ihrer Protagonisten ein. »Tödlicher Verrat« dreht sich um die Hauptfigur Isabell Bergmann, eine junge Heidelberger Finanzberaterin, die nach Südfrankreich reist, um dort nach ihrem vor fünf Jahren verschwundenen Ehemann Thomas zu suchen. Parallel erzählt Silke Ziegler von den Ermittlungen des französischen Kommissars Pascal Lefèbre, der nach dem Täter der Prostituiertenmorde – der »Bestie von Béziers« – fahndet. Charaktere, »die ich mir so forme, wie ich sie brauche«, erzählt die Autorin. Im Laufe des Buches verweben sich beide Handlungsstränge: Pascal, den ein lang zurückliegender Urlaubsflirt mit Isabell verbindet, entdeckt einen Zusammenhang zwischen den aktuellen Morden und Thomas’ Verschwinden. »›Tödlicher Verrat‹ ist ein Krimi, bei dem auch das Herz nicht zu kurz kommt«, fasst Silke Ziegler zusammen – lachend fügt sie hinzu: »Mein Verleger würde sagen, es ist ein Frauenbuch.«

Dass sie einen Verlag für ihren Erstling gefunden hat, bezeichnet Silke Ziegler als »großes Glück«. Eigentlich hatte sie mit diesem Gedanken schon abgeschlossen und wollte ihr Buch lediglich online als E-Book veröffentlichen. Passend zur Feier des zehnten Hochzeitstages mit ihrem Mann sei der Anruf des kleinen Bremer Verlags Monogramm gekommen: »Das hat mich völlig überrumpelt.« Das Gefühl in dem Moment, in dem sie schließlich die gebundene Ausgabe das erste Mal in der Hand gehalten habe – ausgerechnet auf der großen Frankfurter Buchmesse –, sei unbeschreiblich gewesen, erzählt sie. »Damit ist ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen.«

Bereits während sie an ihrem ersten Buch schrieb, war der Uni-Mitarbeiterin klar, dass es nicht bei einem Krimi bleiben würde. »Die Geschichten, die in meinem Kopf entstehen, müssen raus. Das ist wie ein innerer Drang.« Der zweite Roman ist inzwischen fertig, der dritte schon in Arbeit. Auch in diesen beiden geht es um menschliche Abgründe und tragische Schicksale, erneut spielt eine weibliche Protagonistin die Hauptrolle und erneut entführt Silke Ziegler ihre Leser nach Frankreich. »Solange ich positive Rückmeldungen erhalte, werde ich weiterschreiben. Das ist mir das Wichtigste.«

Ute von Figura

Dieser Artikel ist in der UNISPIEGEL 2/2015 (Seite 8) erschienen.
E-Mail: Seitenbearbeiter
Letzte Änderung: 08.09.2015
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