Mediation

Modul 5
Mediation und Recht

Inhalt

Ziel der Mediation ist – auch nach dem deutschen Mediationsgesetz – die selbstverantwortete Beilegung des Konflikts. Eine selbstverantwortete Lösung von Konflikten ist nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts vorzugswürdig gegenüber einer richterlichen Streitentscheidung. In der Mediation haben daher die Parteien die Möglichkeit, ihr „Recht“ selbst zu schaffen.

Eine solche selbstbestimmte Lösung setzt nach dem deutschen Mediationsgesetz informierte Mediationsteilnehmer voraus. Volle Information ist daher eine der Hauptleitideen der Mediation zur Verwirklichung des Ziels selbstverantworteter Lösung.

Hierzu gehört, dass die Medianten die juristische Betrachtungsweise des Konfliktes kennen, also auch in der Regel wissen, wie ein Jurist ihre Sachlage einschätzt und ein Richter möglicherweise entscheiden würde. Daraus soll kein Zwang entstehen, sondern der Entscheidungsspielraum der Parteien erweitert werden.

In diesem Sinn wird im Seminar eingeübt, die juristische Norm in der Mediation als wichtigen Bezugspunkt und Informationsquelle zu sehen und zugleich zu relativeren. Die Beteiligten sind letztendlich die Entscheidungsträger und ihre individuelle Sicht bestimmt die Verhandlung und den abschließenden Vertrag. Hierbei wird die Mediatorin/der Mediator mit den allgemeinen Gerechtigkeitsprinzipien sowie den individuellen Gerechtigkeitsvorstellungen der Teilnehmenden arbeiten.

Ein weiterer Schwerpunkt des Seminars ist die Auseinandersetzung mit dem deutschen Mediationsgesetz. Rechte und Pflichten der Mediatorin/des Mediators werden ausführlich erläutert und besprochen. Anhand vieler Fallbeispiele aus den eigenen Mediationen der Seminarleiterin werden diese rechtlichen Rahmenbedingungen vorgestellt. Schließlich ist die rechtliche Bedeutung des Abschlussmemorandums Inhalt dieses Seminars.

Methode

Methodisch lebt das Seminar wie gewohnt vom Wechsel zwischen theoretischen Inputs und Demonstrationen der Seminarleiterin, Rollenspielen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Selbsterfahrungsübungen.

Wie in den vorangegangenen Modulen erhalten die Teilnehmenden ein ausführliches Handout sowie nach dem Seminar ein Flipchartprotokoll. Aus beidem wird eine Nacharbeitung des Seminars in der Peergroup bis Modul 6 erwartet.

Ausbildungsabschnitt

Modul 5 umfasst 18 Zeitstunden.

Die Inhalte entsprechen der Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren,

  • Anlage, Nr. 6 Recht der Mediation, 6 Stunden
  • Anlage, Nr. 7 Recht in der Mediation, 12 Stunden

Seminarleitung

Literaturempfehlungen

  • Ripke, Lis: Recht und Gerechtigkeit in der Mediation. In: Haft, Fritjof / Schlieffen, Katharina von (Hg.): Handbuch Mediation. München 2002, S. 137ff.
  • Bierbrauer, Günter / Gottwald, Walter / Birnbreier-Stahlberger, Beatrix (Hg.): Verfahrensgerechtigkeit. Rechtspsychologische Forschungsbeiträge für die Justizpraxis. Köln 1995
  • Perelman, Chaim: Über die Gerechtigkeit. München 1967
  • Petermann, Franz u.a. Herausgeber, hier: Prof. Dr. Leo Montada, Trier: Mediation bei Gerechtigkeitskonflikten. Salzburg 2000
  • Stierlin, Helm: Haltsuche in Haltlosigkeit. Grundfragen der systemischen Therapie. Frankfurt 1997
  • Reger, Reinhard / Unberath, Hannes: Mediationsgesetz. Kommentar. München 2012
E-Mail: wisswb@uni-hd.de
Letzte Änderung: 02.10.2017
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