Mediation

Offene Gruppensupervision

Zielgruppe

Das Seminar wendet sich an Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die bereit sind, ihre Fälle in einer geschützten Atmosphäre unter Leitung erfahrener Supervisoren vorzustellen. Auch wer keinen Fall einbringt, ist herzlich eingeladen, in diesem Format von der Praxis für die Praxis zu lernen. Die Veranstaltung dient zugleich dem Refreshing der in der Ausbildung gelehrten Methoden.

Inhalt

Supervision bedeutet Reflektion des Handelns im Feld der Mediation bezüglich der eigenen Rolle und des Verhaltens. Sie soll auf drei Ebenen Klärung und Veränderung bewirken.

  • Verbessern der Methodik: sich Hilfe holen – für Vorgehen, Methodik, Ablauf
  • Erweitern der Rahmenbedingungen: Strategische Entscheidungen entwickeln
  • Verändern der Perspektiven, Visionen entwickeln: innere Einstellung ändern

Nach den Regeln der Kunst werden dabei verschiedene Dimensionen einbezogen: Person, beruflicher Auftrag/Rolle – auch in der Organisation, Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Bezüge. Mögliche Anlässe, sich in die Supervision zu begeben:

  • Stagnation – sich im Kreis drehen, Blockaden
  • drohende/vollzogene Abbrüche
  • Agression/Drohung, psychische Auffälligkeit, Sucht
  • persönliche und berufliche Überforderung

Die Gruppensupervision wird in der Regel in einer offenen Gruppe angeboten: Die Teilnehmer unterscheiden sich bezüglich Ausbildungsstand, Herkunftsberuf, Supervisionserfahrung und manchmal auch bezüglich der Mediationsansätze. In dieser Vielfalt steckt ein enormes Potenzial.

In der Gruppensupervision gibt es zwei Rollen neben der Supervisorin: den fallvorstellenden Supervisanden und die unterstützenden Kollegen. Alle Teilnehmer werden gebeten, die Reflexion aus der Perspektive des Kollegen zu betreiben und die jeweilige berufliche und persönliche Kompetenz einzubringen. Die Supervisorin – in der Kunst der Beziehung ausgebildet und erfahren – hat die Aufgabe, diesen Prozess für alle wertvoll zu gestalten. Die Gruppensupervision setzt die Bereitschaft von mindestens zwei Teilnehmern voraus, ihren Praxisfall der Gruppe im geschützten Rahmen anonymisiert aufzubereiten und vorzustellen. Alle Gruppenmitglieder unterzeichnen eine Schweigepflichterklärung über den Inhalt der Supervision.

Methode

Methodisch arbeitet der Supervisor mit Timeline, Aufstellung, Hypothesenbildung sowie anderen Methoden, die sich aus der Besonderheit des vorgestellten Falles ergeben.

Fortbildung

Dieses Seminar deckt im Sinne des § 3 der Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren (ZMediatAusbV) 6 Zeitstunden der Fortbildungspflicht ab.

Seminarleitung

Literaturempfehlungen

  • Kaldenkerken, Carla von: Supervision und Intervision in der Mediation. Frankfurt 2014.
  • Bastine, Reiner: Professionelle Unterstützung. Die drei Säulen der integrativen Gruppensupervision. In: Spektrum der Mediation 2013, S. 27-31
  • Ripke, Lis: Gibt es die Mediationssupervision? In: Rapp, Siegfried (Hg.): Mediation – Kompetent. Kommunikativ. Konkret. Band 1, Ludwigsburg 2012, S. 188-196
  • Dietz, Hannelore: Mediationsanaloge Supervision in den verschiedenen Feldern von Mediation. In: ZKM 5/2000, S. 227
E-Mail: wisswb@uni-hd.de
Letzte Änderung: 26.11.2019
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