Mediation

120H-Ausbildungslehrgang Berlin

Inhalt

Seit September 2017 können ausgebildete Mediatorinnen und Mediatoren die gesetzlich geschützte Bezeichnung „Zertifizierter Mediator“ führen. Die Ausbildung ist geregelt in der Zertifizierte-Mediatoren-Ausbildungsverordnung – ZMediatAusbV vom 21.08.2016.

Die Ausbildung setzt sich aus zwei Teilen zusammen:

  • Der Lehrgang umfasst zwei Blöcke, je sieben Tage im August und Dezember. In 120 Stunden werden theoretische Inhalte vermittelt - verbunden mit praktischen Übungen und Rollenspielen sowie Peergrouparbeit.
    Die obligatorische Peergrouparbeit dient der strukturierten Nachbereitung der Seminarinhalte und fördert die Integration des Gelernten in das eigene Handeln. Die Peergroups werden durch vorgegebene Anleitungen und Learning Nuggets – ca. 15-minütige Lernvideos oder Audiodateien – unterstützt.
  • Um die Bezeichnung „Zertifizierter Mediator“ führen zu können, muss während des Lehrgangs oder spätestens ein Jahr nach dessen Abschluss eine Mediation als Mediator*in oder Co-Mediator*in durchgeführt und mit einer Einzelsupervision bei der Studienleitung abgeschlossen werden.

Themen des ersten Blocks (01.08. – 07.08.2022)

  • Einführung und Grundlagen der Mediation (18H)
  • Gesprächsführung und Kommunikationstechniken in der Mediation (18H)
  • Verhandlungstechniken und Verhandlungskompetenz in der Mediation (12H)
  • Konfliktkompetenz der Mediatorin / des Mediators (12H)

Themen des zweiten Blocks (05.12. – 11.12.2022)

  • Recht der Mediation (6H)
  • Recht in der Mediation (12H)
  • Ablauf und Rahmenbedingungen der Mediation (30H)
  • Persönliche Kompetenz, Haltung, Rollenverständnis (12H)

Der Lehrgang entspricht den gesetzlichen Anforderungen des Mediationsgesetzes (MediationsG § 5) und der Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediator*innen (ZMediatAusbV §§ 2-4)

Methode

Im Lehrgang wird nach der Methode "Tell-Show-Do" gearbeitet. Die einführenden theoretischen Inputs der Kursleiterin werden in der folgenden Praxis-Demonstration der Kursleiterin veranschaulicht. Anhand eines vorgegebenen anonymisierten Praxisfalls üben die Teilnehmenden das mediative Vorgehen schrittweise in den einzelnen Phasen der Mediation ein.

Der Lernprozess im Lehrgang wird durch die interdisziplinäre Zusammensetzung der Teilnehmenden intensiviert. Jede*r Einzelne lernt nicht nur die spezifischen Kompetenzen der Mediator*innen durch Input und Demonstration der Seminarleiterin kennen. Auch die spezifischen Kompetenzen der jeweiligen Ursprungsberufe der Teilnehmenden werden unmittelbar erfahren.

Als Seminarunterlagen erhalten die Teilnehmenden zu Seminarbeginn ausführliches schriftliches Begleitmaterial. Nach der Veranstaltung wird dieses Material durch ein Flipchartprotokoll ergänzt, das die erarbeiteten Themen noch einmal festhält. Als Vorbereitung für Block II wird von den Teilnehmenden erwartet, dass Block I in der Peergroup nachbearbeitet wird; dazu wird es eine konkrete Anleitung für die Peergroup geben.

Seminarleitung und Trainer*innenteam

Veranstaltungsort

Der Ausbildungslehrgang findet im Haus Kreisau in Berlin-Kladow statt. Die evangelische Bildungsstätte liegt direkt am Wannsee.

Während der Seminartage werden Sie mit einem Mittagessen sowie einer Kaffeepause vormittags und nachmittags versorgt.

Die Übernachtung im Tagungshaus ist während des ersten Blocks möglich und reserviert. Bei Buchung fallen zusätzliche Kosten an, in denen Übernachtung, Frühstück und Abendessen enthalten sind. Die Buchung erfolgt mit einem separaten Formular direkt bei der Wissenschaftlichen Weiterbildung.

Literaturempfehlungen

  • Friedman, Gary / Himmelstein, Jack: Konflikte fordern uns heraus. Frankfurt/Main 2013
  • Bastine, Reiner / Wetzel, Antje: Familienmediation: Empirische Untersuchungen und Modellprojekte in Deutschland und Österreich. In: Petermann, Franz / Pietsch, Katharina (Hrsg.): Mediation als Kooperation. Salzburg 2000, S. 52-103
  • Ripke, Lis: Inside Mediation - eine Lehr-DVD. Heidelberg 2012
  • Ripke, Lis: Die fünf Phasen der Mediation. In KON:SENS, Zeitschrift für Mediation. Freiburg 1998, S. 85 ff
  • Ripke, Lis: Was Familienmediation leisten kann. Eine Kasuistik. In: Zeitschrift für Konfliktmanagement (ZKM) 2/2003, S. 77
  • Trenczek, Thomas / Berning, Detlev / Lenz, Christina (Hg.): Mediation und Konfliktmanagement. Baden-Baden 2013
  • Bush, Robert A. Baruch / Folger, Joseph P.: Konflikt – Mediation und Transformation. Weinheim 2009
  • Montada, Leo / Kals, Elisabeth: Mediation. 2. Auflage Weinheim 2007
  • Haynes, John M. / Bastine, Reiner / Mecke, Axel / Fong, Larry: Mediation. Vom Konflikt zur Lösung. Stuttgart 2012

Folgende Zeitschriften informieren über aktuelle Mediations-Themen:

  • Konfliktdynamik. Verhandeln, Vermitteln und Führen in Organisationen. Hg.: Markus Troja. Stuttgart 1/2012 ff.
  • Zeitschrift für Konfliktmanagement. Köln 1/2014 ff.
  • Spektrum der Mediation. Frankfurt/Main
E-Mail: wisswb@uni-hd.de
Letzte Änderung: 12.04.2022
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