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Kämpferin für eine rauchfreie Gesellschaft

Martina Pötschke-Langer leitet die Stabsstelle Krebsprävention im DKFZ

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Martina Pötschke-Langer

Der Nichtraucherschutz in Deutschland hat Martina Pötschke-Langer viel zu verdanken: Mit großer Beharrlichkeit und gegen alle Widerstände kämpft die Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) seit Jahren für ein rauchfreies Deutschland. Es ist vor allem der Aufklärungsarbeit der 60-jährigen Medizinerin zu verdanken, dass nach jahrelangem vergeblichen Kampf für ein bundesweites Nichtraucherschutzgesetz inzwischen die Bundesländer eigene Rauchverbote erlassen haben. Die Kraft für ihre Arbeit schöpft Pötschke-Langer auch aus ihrer Liebe zu Heidelberg, wo sie seit ihrem Studium an der Ruperto Carola in den 1970er Jahren lebt.

Angefangen hat Pötschke-Langers Studentenleben in Heidelberg allerdings nicht mit einem Medizinstudium, sondern mit dem Studium der Germanistik und Geschichte, das sie 1975 mit dem Magister Artium erfolgreich abschloss. „Für die Ruperto Carola habe ich mich entschieden, weil sie mir damals wegen ihrer alle Fakultäten umfassenden Studiengänge besonders attraktiv zu sein schien“, erinnert sie sich. „Deshalb war ich auch eifrige Nutzerin des Studium Generale - neben meinen eigenen Studienveranstaltungen besuchte ich auch Vorlesungen anderer Disziplinen. Ich erinnere mich noch gut an großartige Philosophie- und Psychologievorlesungen.“

Der Wunsch, Medizin zu studieren, entstand während einer Reise in die Sahara. „Die Nomaden in der Wüste haben uns immer wieder um medizinische Hilfe gebeten, und ich musste feststellen, dass ich ihnen nicht helfen konnte, weil ich einfach zu wenig wusste“, erinnert sie sich. Also begann sie 1975 ein Medizinstudium an der Ruperto Carola. Nach ihrem Abschluss arbeitete Pötschke-Langer zunächst in der Chirurgie, wandte sich dann aber der Prävention zu - dem Bereich, in dem sie heute noch arbeitet: „Nachdem ich zwei Jahre lang während meiner Doktorarbeit in der Chirurgie täglich Patienten betreut hatte, die keine Patienten sein müssten, wenn sie nicht geraucht oder zu viel gegessen hätten – also deren Leiden Folge ihres Lebensstils war –, entschied ich mich für die Präventivmedizin.“

 

„Die Ruperto Carola ist eine wunderbare Uni“

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Deutsches Krebsforschungszentrum

Seit 1997 ist Pötschke-Langer Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention am DKFZ, an dem sie 1999 das erste bundesweite „Rauchertelefon“ einrichtete, seit 2002 ist sie auch Leiterin des Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Tabakprävention, die Unterstützung von Rauchern bei der Tabakentwöhnung und der Nichtraucherschutz. „Der damalige Wissenschaftliche Stiftungsvorstand des DKFZ und spätere Nobelpreisträger Prof. Harald zur Hausen hat mich beim Aufbau der Stabsstelle nachdrücklich unterstützt, die gleiche große Unterstützung erfahre ich durch seinen Nachfolger Prof. Otmar Wiestler“, erklärt sie. Ende 2005 gab Pötschke-Langer eine Studie heraus, derzufolge in Deutschland jedes Jahr mehr als 3.300 Nichtraucher, davon etwa 60 Säuglinge, an den Folgen des Passivrauchens sterben. Dieses aufsehenerregende Ergebnis führte mit dazu, dass die Bundesländer in den folgenden Jahren Nichtraucherschutzgesetze verabschiedeten, nachdem ein Bundesgesetz in mehreren Anläufen immer wieder gescheitert war.

Wenn Pötschke-Langer in Vorträgen über das Rauchen spricht, weiß sie selbst sehr gut, worum es geht: „Ich habe im Studium eine Weile geraucht, in einer Zeit, in der wir alle für das Examen gelernt haben und total im Stress waren. Das war so eine Art Gruppendruck, wir haben alle Unmengen schwarzen Tee getrunken und geraucht, um uns besser konzentrieren zu können“, erinnert sie sich. „Als das Examen gelaufen war, habe ich aber wieder damit aufgehört.“

An ihre Studienzeit denkt Martina Pötschke-Langer – trotz der Rauchepisode – gerne zurück: „Ich erinnere mich vor allem an unsere Treffen in der Zentralmensa, in der man Kommilitonen aus den unterschiedlichsten Fakultäten begegnete - wir haben immer sehr interessante Gespräche geführt.“ Seit kurzem ist sie HAI-Mitglied und hofft, auf diese Weise wieder ehemalige Kommilitonen zu treffen, denn inzwischen sind alle Kontakte aus der Studienzeit eingeschlafen. Den Kontakt zu ihrer alten Uni hält die Medizinerin sehr gerne: „Ich finde, die Ruperto Carola ist so eine wunderbare Uni, dass ich hier jederzeit wieder studieren würde - und ich empfehle es auch immer wieder anderen!“ (2011)

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Letzte Änderung: 24.10.2014
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