Ergänzungen zum Buch

"Geschichte des jüdischen Friedhofs in Bremen"

von Jeanette Jakubowski

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Dr. Peter Honigmann habe ich das Angebot erhalten, Verbesserungen und Änderungen an meinem Buch "Geschichte des jüdischen Friedhofs in Bremen" in die Internet- Dokumentation des Zentralarchivs zur Erforschung der Geschichte der Juden in Heidelberg über jüdische Friedhöfe zu stellen und damit öffentlich zugänglich zu machen. Ich bin über dieses Angebot sehr froh und gestatte hiermit die Weitergabe und Verwendung der nachfolgenden Daten.

 

Bei der Drucklegung des Buches waren Veränderungen kaum mehr möglich, zumal der Verleger schon frühzeitig die automatische Anmerkungszählung entfernt hatte. Andere Dinge sind mir erst aufgefallen, als ich das Buch fertig in Händen hatte. Aus unerfindlichen Gründen fehlt z. B. das auch für die Geschichte der Juden und des Antisemitismus in Bremen im 19. Jahrhundert wichtige Buch von Prof. Dr. Wolfgang Wippermann, "Jüdisches Leben im Raum Bremerhaven. Eine Fallstudie zur Alltagsgeschichte der Juden vom 18. Jahrhundert bis zur NS-Zeit" im Anmerkungsapparat und im Literaturverzeichnis. Ich freue mich sehr, dass ich dieses Versäumnis und andere an dieser Stelle nachholen kann, zumal Bücher über jüdische Friedhöfe im allgemeinen nur eine kleine Auflage erreichen und Zweitauflagen nicht üblich sind. Dabei habe ich auch die Gelegenheit ergriffen, neuere bis zur Drucklegung noch nicht erschienene Literatur zum Thema einzuarbeiten.

 

 

 

 

1) Kapitel: "Von den Anfängen bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts"

 

 S. 9 im Buch, 1. Absatz, eingefügt werden soll: folgende Anmerkung nach "Assimilation" eingefügt werden:[1]

 

2) Kapitel: "Die Chewra Kadischa"

 

 S. 26, letzter Absatz,  nach dem 1. Satz"... für die Bestattung her" folgende Anmerkung einfügen: [2]

 

 

 

3) Kapitel: "Der Israelitische Krankenwohltätigkeits-Verein" und der "Israelitische Frauen-Verein"

  

 S. 27, Absatz 2, Zeile 6-7 nach "um den Totendienst." ersetzten durch:

 

Mit beiden Aspekten beschäftigen sich so auch die Statuten der Bremer Chewrah Kaddischa, ähnlich wie ihr Vorbild, die aus dem selben Jahr datierenden Statuten der Hannoveraner Chewra Kadischa, und die etwas später verabschiedeten  Statuten des "Israelitischen Frauenvereins".

 

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts erweiterte sich private Wohltätigkeit gegenüber staatlicher und kirchlicher bedeutend.[3] In Bremen wurde dabei vor allem die Form des Vereins gewählt. Sie waren - ähnlich wie die jüdischen  Vereinsgründungen - zweckgebunden  und auf bestimmte Personengruppen gerichtet, eine Sache insbesondere der bürgerlichen Oberschichten.

 

Mit der Anerkennung der Chewra Kadischa am 18.Februar 1862 als juristischer Person durch den Bremer Senat und dem am 25.08.1863 durch den Senat genehmigten Entwurf der Gemeinde-Statuten - vorausgegangen war am 1. o1.1863 die Aufhebung der Verordnung von 5.o1.55, welche die "Aufnahme fremder Juden" von der "ausdrücklichen  Genehmigung des Senats" abhängig gemacht hatte, begann so die bürgerliche Institutionalisierung der jüdischen Gemeinde nach innen und außen, ihre rechtliche Absicherung sowie der schrittweise Prozess der Anerkennung der jüdischen Gemeinde durch den Senat. Er wurde, nach der  Anerkennung des Israelitischen Frauen-Vereins als juristischer Person 1873, erst 1876 abgeschlossen mit der Aufnahme der israelitischen Gemeinde unter dem Stichwort "öffentliche Gottesverehrung" im Bremer Staatskalender.

Damals konnte die jüdische Gemeinde ihre erste öffentliche Synagoge in der Gartenstrasse, heute Komturstrasse, im Schnoor errichten.

 

Die Anfänge einer Beerdigungsbruderschaft liegen dabei sicherlich noch vor dem Jahr 1853. Vermutlich traf man sich in der noch Mitte der 60er Jahre des 19.Jahrhunderts nur ca. 20 Familien zählenden Gemeinde  einfach ohne vereinsrechtliche Absicherung, um die überlieferten Handlungen auszuführen[4] 

 

 

4) Kapitel: "Zeichen der Säkularisation und Assimilation"

 

 S. 33: die ersten zwei Sätze von Absatz 3 ersetzen  durch:

 

Insbesondere in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vollzog sich die Verstädterung, Verbürgerlichung und pragmatische Akkulturation der deutschen Juden an die christlich-bürgerlichen Lebensformen. (s. auch o.) Die bessergestellten jüdischen Familien in der Stadt hingen einem eher liberalen Judentum an.[5] Auch wenn der ökonomische Status der Gemeindemitglieder noch nicht so gut war, gibt es dafür auch in Bremen zu dieser Zeit schon Hinweise, ebenso wie für eine Akkulturation der jüdischen Unterschichten.[6]

Die bürgerliche Familie grenzte sich im 19. Jahrhundert zunehmend nach außen ab. Nicht jeder sollte Zutritt in den engeren Familienkreis haben oder die Intimität der Familie stören können, Vorräume und Empfangssalons etc. trennten so z.B. Besucher von Familienangehörigen in der bürgerlichen Wohnung.[7] und das  damals in Bremen gebaute Bremer Haus war für die sich seit dem 18. Jahrhundert herausbildende Kleinfamilie gedacht.[8] Die Formulierungen der Statuten des "Krankenwohltätigkeits-Vereins" betreffend die Sterbegebete im Haus des Toten scheinen einem solchen Respekt vor der Entscheidungen der Familie bzw. des Sterbenden, einem bürgerlichen Habitus, geschuldet. Sie sind ein Hinweis auf die Verbürgerlichung auch der Bremer Juden im 19. Jahrhundert bzw. ihre  Bestrebungen bürgerlich zu wirken. Wahrscheinlich ist dabei, dass schon um 1850 das Sprechen der rituellen Gebete am Sterbebett nicht mehr selbstverständlich gewesen ist. §12 der Statuten verpflichtet den 1. Vorsteher nur zur Sorge  für das Gebet "insofern der Kranke oder dessen nächste Umgebung es gestatten",[9] was offenbar auch am mangelhaften Religionsunterricht in der Gemeiknde gelegen hat.[10]  Gleiches mögen die höflichen und distanzierten Formulierungen in Bezug auf die Shiva, die ersten sieben Trauertage, andeuten, deren nicht mehr konsequente Einhaltung auch den Arbeitszeitanforderungen an abhängig Beschäftige im Industriezeitalter entsprach. Während der Zeit der Shiva sitzt die Familie des Verstorbenen ...

 

 

 S. 35, an den zweiten Absatz anfügen:

 

Ein Zeichen zunehmender Individualisierung und der von Philippe Ariès für die nach dem 1. Weltkrieg einsetzende "Ausbürgerung des Todes" auch in der jüdischen Gemeinschaft ist es, wenn Ende der 20er Jahre ein Artikel die Gemeindemitglieder an die jüdische Tradition der Kondolenzbesuche mahnte.[11]

 

 

 

 

 

5) Kapitel: "Der Friedhof als politisches Symbol und die "Einweihung" am 18. Mai  

    1952: Wilhelm Kaisen und Carl Katz"

  

  S. 55 nach dem letzten Satz des 1. Absatzes einfügen:

 

Wie sehr es dabei den Verantwortlichen darauf ankam, erneut Anspruch auf Status und Würde zu demonstrieren, zeigt ein im Gedenkbuch der heutigen Gemeinde von der Einweihungsfeier aufbewahrte Fotografie, das Carl Katz, der Tradition vor dem Holocaust folgend, in Frack und Zylinder zeigt.[12]

 

 

 S. 58, Zeile 12 von unten, der Satz muss heißen:

 

" Katz theologische Deutung des Holocausts verbindet Elemente des jüdischen Denkens  - das jüdische Volk seit den Anfängen immer wieder betroffen von Pogromen und Verfolgungen[13] -  Diese Kette der Leidenserfahrung wird, angefangen von der ersten Tempelzerstörung, den Pogromen des Mittelalters bis zu den Massenmorden des Nationalsozialismus, im religiösen jüdischen Jahr insbesondere an Tisha be Av, dem Trauertag des 9. Av, beschworen. mit einem christlichen Philosemitismus, der ...

 

 

 S. 58, nach 2. Absatz einfügen:

 

Wie und durch wen sich aber die Erziehung der Jugend zum Besseren, die Karl Katz in seiner Rede (s.u.) noch eindringlicher forderte, vollziehen sollte, darauf gehen weder Kaisen noch Katz ein.[14] Kaisen gestand "fast allen ehemaligen Parteigängern und Funktionsträgern des NS-Regimes" das 'Recht auf politischen Irrtum' zu,[15]wie es Eugen Kogon 1947, selbst Buchenwaldüberlebender, formuliert hatte. Diese Einstellung wurde von den bürgerlichen und sozialdemokratischen Senatoren des Bremer Senats geteilt und entsprach auch der Position führender Sozialdemokraten der damaligen Zeit. Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus  war zudem für Kaisen sowie für viele Bremer SPD-Politiker der damaligen Zeit ein Akt individueller Selbstprüfung, da nach Kaisen "Schuld nur durch Insichgehen und Bessermachen gesühnt werden" könne.[16]

Dazu hatte die in Bremen wie andernorts nur halbherzig durchgeführte Entnazifizierung, der Kaisen selbst zwiespältig und eher ablehnend gegenüberstand, u.a. zur Wiedereinstellung vieler Lehrer geführt und die auf Geheiß der Amerikaner gegründete Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit führte in Bremen eine wenig beachtete und vom Senat kaum unterstützte gesellschaftliche Existenz.[17]

 

 

 S. 58, 3. Absatz nach der 8. Zeile,  nach "... gefragt" einfügen:

 

Der politische Ausschluss und die Verfolgung der Kommunisten seit Beginn des Kalten Krieges im März 1947 war inzwischen auch in Bremen Realität. Kaisen hatte sich ihrer solange er sich von ihrer Einbindung in den Senat politische Vorteile versprach, bedient, sich von ihnen jedoch auch im Zuge des Kalten Krieges rasch abgekehrt.[18]

 

 

 S. 60, im letzten Absatz zu Anmerkung Nr. 394 hinzufügen: [19]

 

 

6) Kapitel: "Das Mahnmal"

 

 S. 64: Der 3. und 4. Satz von oben "Bedürfnisse ... suchte" soll ersetzt werden durch:

 

Bedürfnisse nach Vereinfachung und institutioneller Zentralisierung seitens der jüdischen Gemeinde und des Senats spielten dabei sicherlich eine Rolle.

Nicht unwahrscheinlich ist, dass das Denkmal als Ausdruck des Wunsches nach einem zentralen Gedenkort für alle Opfer der Region, ähnlich wie bei der Diskussion in den neunziger Jahren um das Holocaust-Mahnmal in Berlin, gedeutet werden muss. Dann kündigt sich hier schon der Schritt des Landesamtes für Wiedergutmachung im Mai 1958 an, durch den die jüdische Gemeinde Bremen im Mai 1958 auch Rechts- bzw. Zwecknachfolgerin der früheren jüdischen Kultusgemeinden Bremen-Aumund und Bremerhaven wurde.[20] Sicherlich gab es auch eine Bereitschaft der Bremer Gemeinde sich als Vertreterin dieser Menschen ansprechen zu lassen.

 

 

 

7) Kapitel: "Der Rechtsstreit zwischen Bund und Ländern"

 

 S. 66

 

Als ersten Satz des Kapitels einfügen:

 

Der Abschluss von Instandsetzung und Instandhaltung  des Friedhofs seit der Einweihung  zog sich in einer Reihe von größeren und kleineren Vorgängen bis Ende 1957 hin.

 

 Nach dem 2. Absatz einfügen (dafür den ersten Satz des 2. Absatzes streichen):

 

 

Die Wiedergutmachung gehörte sicherlich nicht zu den zentralen Punkten der Bremer Innenpolitik der 50er Jahre. Sie wurde wie auch in anderen Teilen der Bundesrepublik bestimmt durch Fragen des Wiederaufbaus, in Bremen an erster Stelle durch den "Hafen mit Schifffahrt, Schiffbau, Handel und Industrie", insbesondere dem Wiederaufbau der "AG Weser", dann der "Wohlfahrtspflege", der Behebung der Wohnungsnot und dem Schulwesen.[21] Die angespannte Finanzlage Bremens in den 50er Jahren hatte zur Folge, dass Kaisen versuchte, mögliche Bundesaufgaben dem Bund zuzuweisen. 1951 lehnte Bremen sogar die Zahlung des Beitrags zur Deckung der Besatzungskosten an den Bund ab.[22]

 

So ist verständlich, dass sich Bremen, als im Juni 1953 die Frage des Unterhalts jüdischer Friedhöfe zu einem Rechts- und Finanzierungsstreit zwischen  Bundesinnenministerium und Ländern wurde,[23] in die ablehnende Haltung der übrigen Länder einreihte. Die Ablehnung der Länder mag dabei  auch dadurch begründet sein, dass die konkrete "Aufbewahrung" der Toten für die Auferstehung bis zum jüngsten Tag die "jüdischste" der Forderungen im Komplex der Wiederherstellung jüdischer Friedhöfe war.[24] 

 

Die schleppende und ablehnende Behandlung dieser Frage durch den Bremer Senat und die übrigen Länder zeigt so auch, dass die Wiedergutmachung eine Anerkennung jüdischer religiöser Eigenständigkeit im Nachkriegsdeutschland nicht ohne weiteres zur Folge hatte.

 

 S.70

 

Den Beginn des 2. Absatzes bis zu den Anführungszeichen ersetzen durch:

 

Interrnationale jüdische Organisationen und der Zentralrat der Juden in Deutschland[25] haben andererseits offenbar eine nicht unwesentliche Rolle gespielt, dass die Bundesregierung  in seiner Sitzung vom 31. August 1956 schließlich den Beschluss fasste, dass ausgehend „von der in der  feierlichen Erklärung der Bundesregierung zur Judenfrage vom 27. September 1951 anerkannten Verpflichtung zur moralischen und materiellen Wiedergutmachung der durch die Verfolgungsmaßnahmen des nationalsozialistischen Regimes entstandenen Schäden, ... die Bundesregierung  zusammen mit den Ländern anstelle der vernichteten jüdischen Gemeinden für die Sicherung und Betreuung  der jüdischen Friedhöfe in der Bundesrepublik“ zu sorgen habe. Sie regte dabei eine Teilung der Kosten  zwischen Bund und Ländern an. Nun wandelte sich auch die abwartende Bremer Haltung.

 

 

8) Kapitel "Biographien"

 

Zur Biographie "zur Familie des Kaufhausbesitzers Julius Bamberger"

 

 S. 134, Zeile 4 "Ausbürgerung des Todes" in der nichtjüdischen Gesellschaft.

Nachfolgend direkt an dieser Stelle im Text einfügen:

 

Um 1929 waren dann Kondolenzbesuche offenbar auch bei  vielen Mitgliedern jüdischer Gemeinden nicht mehr so gern gesehen, so dass ein Artikel die Gemeindemitglieder in Bremen an die Einhaltung der jüdischen Tradition der Kondolenzbesuche erinnern musste.

 

 

Zur Biographie von "Selma Zwinicki":

 

 S. 144, 2. Absatz: dort den 2. Satz ersetzten durch: "Selma Zwinicki ist in der traditionellen Würdigung der Ehefrau mit der Metapher der Krone das Diadem ihres Gatten und "geliebt von ihren Kindern".

 

 

9) ergänzende "Literatur"

 

Bunke, Hendrik: Die KPD in Bremen 1945 bis 1968, Köln 2001.

 

Das Bremer Haus. Geschichte, Programm, Wettbewerb mit Beiträgen von Johanes Cramer, Niels Gutschow, Karl-Jürgen Krause u. Wilfried Turk, Bremen 1982.

 

Goslar, Gustav: Die Israelitische Gemeinde zu Bremen 1851-1871. Erinnerungen eines alten Bremers, übergeben von M. (J.J:: Max Markreich); in: Jahrbuch für die jüdischen Gemeinden Schleswig-Holsteins und der Hansestädte und der Landgemeinde Oldenburg. Hrsg. vom Verband der jüdischen Gemeinden Schleswig-Holsteins, Nr. 6, Hamburg, 1934/35, S. 36-41.

 

 

Guerrand, Roger-Henri: Private Räume; in: Philippe Ariès und Georges Duby (Hg.): Geschichte des privaten Lebens, Bd. 4 Von der Revolution zum Grossen Krieg, hrsg. von Michelle Perrot, Frankfurt am Main  1992., S. 331-393.

 

Johr, Barbara: Ein Dreiakter - oder von Großmut und Großherzigkeit und wie sie abhanden kommen, unveröff. Manuskript, ca. 2001.

 

Käthe Popall - Ein schwieriges politisches Leben. Erzählte Geschichte, bearbeitet von Peter Alheit und Jörg Wollenberg, Fischerhude 1983.

 

Lettau, Jürgen u. Uwe Riedel: So wohnen die Bremer: in Gröpelingen, Neustadt, Steintor, Kattenturm u. Horn-Lehe, Bremen 1988.

 

Rübsam, Rolf: Die Brombergers. Schicksal einer Künstlerfamilie. Mit einem Vorwort von Heinrich Albertz, Bremen 1992.

 

Simon, Heinrich: Leben und Tod in der Sicht des Judentums; in: Andreas Nachama u. Hermann Simon (Hg.): Jüdische Grabstätten und Friedhöfe in Berlin, Berlin 1992, S. 178-188.

 

Sommer, Karl-Ludwig : Wilhelm Kaisen. Eine politische Biographie, Bonn, Dietz, 2000.

 

Sommer, Karl-Ludwig: Politik im Zeichen von Kaufleuten und Arbeiterschaft; in: ders. (Hg.): Bremen in den fünfziger Jahren. Politik, Wirtschaft und Kultur, Bremen, Steintor, 1989, S. 8-76.

 

Strauss, Herbert A.: Akkulturation als Schicksal. Einleitende Bemerkungen zum Verhältnis von Juden und Umwelt; in: ders. u. Christhard Hoffmann (Hg.): Juden und Judentum in der Literatur, München 1985, - S. 9-26.

 

Voigt, Wolfgang: Das Bremer Haus. Wohnungsreform und Städtebau in Bremen 1880-1940, Schriftenreihe des Hamburgischen Architekturarchivs, Hamburg, 1992.

 

Wolfgang Wippermann: Jüdisches Leben im Raum Bremerhaven. Eine Fallstudie zur Alltagsgeschichte der Juden vom 18. Jahrhundert bis zur NS-Zeit, Bremerhaven 1985.

 

Shulamith Volkov: Die Erfindung einer Tradition. Zur Entstehung des modernen Judentums in Deutschland; in: dies.: Das jüdische Projekt der Moderne. Zehn Essays, München 2001, S. 118-137.

 

 

10) zu " Benutzte Archive und Aktenbestände mit ihren Abkürzungen"

 

Zeitungsarchiv von Radio Bremen

 

Landesamt für Denkmalpflege Bremen

 



[1] Auf die historische Kontroverse um die Begriffe Emanzipation - Assimilation und Akkulturation sowie den von Shulamith Volkov entwickelte Vorstellung der Erschaffung einer neuen modernen Tradition des Judentums und der Wiederannäherung der assimilierten Juden an die jüdische Tradition seit dem 19. Jahrhundert -Dissimulation - kann ich im Folgenden nicht näher eingehen. Ich verwende im Buch die Begriffe Assimilation und Akkulturation ohne Bedeutungsunterschied und intendiere damit keine Wertung. Herbert A. Strauss hat in seinem Aufsatz "Akkulturation als Schicksal" jedoch bereits 1985 darauf hingewiesen, dass Begriffe wie Integration oder Assimilation biologische Analogien enthalten bzw. die Unterordnung eines kulturellen Stranges unter einen anderen, daher plädiert er für die Verwendung des Begriffs Akkulturation, der frei von Werturteilen sei. (Siehe zur Diskussion mit weiteren Literaturangaben: Herbert A. Strauss: Akkulturation als Schicksal. Einleitende Bemerkungen zum Verhältnis von Juden und Umwelt; in: ders. u. Christhard Hoffmann (Hg.): Juden und Judentum in der Literatur, München 1985, S. 9; Shulamith Volkov: Die Erfindung einer Tradition. Zur Entstehung des modernen Judentums in Deutschland; in: dies.: Das jüdische Projekt der Moderne. Zehn Essays, München 2001, S. 118-137; dies.: Die Dynamik der Dissimilation: Deutsche Juden und die ostjüdischen Einwanderer, in: Jüdisches Leben und Antisemitismus im 19. und 20. Jahrhundert, München 1990, S. 166-180). Strauss betont, dass die Akkulturation ein säkularer Prozess gewesen sei, der alle Schichten der Bevölkerung erfasst habe (S. 16). Dabei  existierten "neben den modernisierten und akkulturierten Schichten und kosmopolitischen Unterkulturen, selbst neben den am Ende (1930) etwa ein Fünftel  der jüdischen Bevölkerung in Deutschland ausmachenden "Ostjuden" jüdische Gemeinschaften traditioneller Art, so verschieden auch die Traditionen waren, die sie bestimmten." ( S. 17 f) Diese Struktur trifft auch auf die jüdische Gemeinde in Bremen zu (s.u.).

 

[2]In Bremen gab es solche Toten- oder Leichenfrauen vereinzelt noch bis  etwa 1936. Eine Anfrage des Reichskanzlers bzw. Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten vom 6.05.1908 zur "Nebenbeschäftigung von Leichenträgern und Leichenwäscherinnen im Gewerbe des Nahrungs- und Genussmittelverkehrs", ergab, dass in Bremen  "gewerbsmäßige Leichenwäscherinnen (sog. Totenfrauen) ... zur Zeit fast gar nicht mehr" vorhanden wären. Die Waschung der Leichen ebenso wie alle übrigen Einsargungs- und Beerdigungsarbeiten würden von Beerdigungsinstituten besorgt, deren Betreiber Tischler, insbesondere Sargfabrikanten seien. (STAB 4,21-565) Auf eine spätere Anfrage des Gaufachgruppenleiter Pg. Raddau, Oldenburg, Gauverwaltung Weser-Ems der D.A.F. für eine "Übersicht über die im Reich tätigen Totenfrauen" vom 26.05.1936 antwortete das Landherrenamt Bremen am 26.06.1936, dass nur noch in zwei Gemeinden Leichenfrauen tätig seien, die eine würde von den Verwandten des Toten direkt entlohnt werden, die andere sei von der Kirche beauftragt. "Gelegentlich  werden diese Handreichungen auch von Nachbarn oder Verwandten unentgeltlich vorgenommen." Ansonsten seien für diese Arbeit Bestattungsunternehmer zuständig. (STAB 4, 130/1 H. II.4.2 (Totenfrauen)

 

[3] Vom 7. bis 8.06.2002 fand zu diesem Thema ein Kolloquium des Instituts für Regional- und Sozialgeschichte an der Universität Bremen statt mit dem Titel "Gemeinschaft und Gemeinsinn im langen 19. Jahrhundert. Vereine, Netzwerke, Stifter, Mäzene." Die dort gehaltenen Vorträge sollen voraussichtlich 2003 in einem Tagungsband erscheinen.

[4]Nach Gustav Goslar: Die israelitische Gemeinde zu Bremen 1851-1871; in: Jahrbuch für die Jüdischen Gemeinden, No. 6 1934/1935.

[5] Studenten aßen z.B. nicht mehr koscher, Schüler schrieben am Shabbat in der Schule etc. (Siehe dazu u.a.: Monika Richarz: Jüdisches Leben in Deutschland, Bd. 1, S. 44-552; Bd. II, S. 32, 553-55.)

[6] Nach den Erinnerungen von Gustav Goslar an die "Israelitische Gemeinde zu Bremen" zwischen 1851 bis 1871 lebten die Bremer Juden in "ziemlich bescheidenen Verhältnissen, was aus ihrem "erst kurzen Aufenthalt in der Stadt erklärlich" sei (siehe:  Gustav Goslar: Die Israelitische Gemeinde zu Bremen 1851-1871. Erinnerungen eines alten Bremers, übergeben von M. (J.J.: Max) Markreich; in: Jahrbuch für die jüdischen Gemeinden Schleswig-Holsteins und der Hansestädte und der Landgemeinde Oldenburg. Hrsg. vom Verband der jüdischen Gemeinden Schleswig-Holsteins, Nr. 6, Hamburg, 1934/35, - S.41). Andererseits wiesen sie jedoch die typische Selbständigenstruktur auf. Sie waren nicht selten Lotterie-Unternehmer, da zu diesem Gewerbe "irgendwelche Kenntnisse oder größere Geldmittel ... nicht nötig waren" (ebd. S. 37), aber auch Bankiers, Inhaber von Putz- und Modewarengeschäften, Altwaren- oder Manufakturwarenhändler. Unter den Bremer Juden war auch ein Konzertmeister des Stadttheater-Orchesters, der sich später taufen lies und eine nichtjüdische Bremerin heiratete, sowie ein Polizeikommissar. Der Besuch des Gottesdienstes deutet auf keine orthodoxe Gemeinde hin, sondern auf eher akkulturierte Juden (siehe die Definition von Herbert A. Strauss in den Verbesserungen/Anmerkung 1) mit einer Tendenz zum Drei-Tage-Judentum, auch in den unteren Schichten. "Wie schon  anfangs erwähnt befand sich das Gebetlokal zuerst im Hause Marienstrasse 12, erste Etage. Es wies ungefähr 40 Männersitze auf, während die Frauenabteilung, durch eine Barriere von den Männern getrennt, entsprechend kleineren Umfanges war. Für den Sonnabend-Gottesdienst genügten diese Räume vollständig, aber an den hohen Feiertagen herrschten bei der Überfüllung unglaubliche Zustände, sogar der Korridor und die Treppe waren dann von Andächtigen (meistens Angestellten, Arbeitern usw.) dicht belagert." (Goslar: Die Israelitische Gemeinde, S. 40).  An den Altwarenhändler Samuel, genannt "Hillel", erinnert sich Goslar insbesondere deshalb, weil er "sehr orthodox und in jüdischen Dingen sehr wissend" (Ebd. S. 37) gewesen sei. Ähnlich war die Situation in den 20er Jahren des letzten  Jahrhunderts. Im Haus der Kaufmannschaft in der Wachtstrasse mussten damals zusätzliche Räume für die Hohen Feiertage angemietet werden.

Auch die Einweihung der Synagoge 1876 mit dem von David Bromberger komponierten Gesang "Tempelweihe" für gemischten Chor, Basssolo und Harmonium deutet auf eine mehrheitlich liberale Gemeinde. (Siehe dazu: Max Markreich: Geschichte der Juden in Bremen und Umgebung, San Franzisko, 1955, S. 115, 119 ff.; Rolf Rübsam: Die Brombergers. Schicksal einer Künstlerfamilie. Mit einem Vorwort von Heinrich Albertz, Bremen 1992, S. 15.)

[7] Roger-Henri Guerrand: Private Räume; in: Philippe Aries und Georges Duby (Hg.): Geschichte des privaten Lebens, Bd. 4 Von der Revolution zum Grossen Krieg, hrsg. von Michelle Perrot, Frankfurt am Main  1992., S. 337 f., S. 341.

[8] Ab 1850 bis etwa 1914 wurde dieser für Bremen typische Haustyp gebaut. (Das Bremer Haus. Geschichte, Programm, Wettbewerb mit Beiträgen von Johanes Cramer, Niels Gutschow, Karl-Jürgen Krause u. Wilfried Turk, Bremen 1982, S. 15. Weiterhin: Wolfgang Voigt: Das Bremer Haus. Wohnungsreform und Städtebau in Bremen 1880-1940, Schriftenreihe des Hamburgischen Architekturarchivs, Hamburg, 1992; Jürgen Lettau u. Uwe Riedel: So wohnen die Bremer: in Gröpelingen, Neustadt, Steintor, Kattenturm u. Horn-Lehe, Bremen 1988.)

[9] De Vries geht in seinem Buch "Jüdische Riten und Symbole" davon aus, dass für den Trauergottesdienst im Haus des Verstorbenen nur in den wenigsten Fällen für die Andacht am Montag und Donnerstag noch die Thora gebracht wurde. Die Andacht fände "heute, wenn überhaupt, ohne Thoralesung statt." ( S. Ph. de Vries: Jüdische Riten und Symbole, S. 317 f).

[10] Einen Hinweis darauf, dass dafür die Fähigkeiten und Kenntnisse bei einigen Gemeindemitgliedern u.U. nicht ausreichend waren, ergibt sich aus Gustav Goslars Erinnerungen an den jüdischen Religions-Unterricht in Bremen. Darin beklagt sich Goslar, dass der jüdische Religionsunterricht in der Gemeinde nicht gut gewesen sei. Über den Unterricht des aus Böhmen stammenden Lehrers Adler, der Ende der 50er Jahre in Bremen als Schullehrer tätig war, heißt es: "Ein Mann mit wenig genügender  fachmännischer Bildung, weshalb auch die damalige Bremer Jugend von jüdischen Dingen so gut wie nichts gelernt hat und sich alles jüdische Wissen, nur so gut es eben möglich war, im Elternhause aneignen konnte ... Die wenigen Unterrichtsstunde verteilten sich auf den Sonntag-Vormittag und Mittwoch-Nachmittag. Adler erzählte uns in einem nicht einwandfreien Deutsch aus der biblischen Geschichte, dann hatten wir die zehn Gebote und die dreizehn Glaubensartikel zu lernen, auch ab und zu - soweit möglich - aus dem Gebetbuch zu lesen, und das war der gesamte Unterricht ... (Goslar: Die Israelitische Gemeinde, S. 39 f.) Positiver ist Goslars Urteil über den Nachfolger Adlers, Nathan Abraham, den Vater des späteren Psychoanalytikers Karl  Abraham, der bis 1972 tätig war: "... ein noch junger Mann, der seine Ausbildung auf dem Lehrer-Seminar in Hannover genossen hatte und sich auch als befähigt zeigte, neben seinen sonstigen Obliegenheiten, das Amt des Predigers mitzuversehen ... Die Art des Unterrichts war jetzt wohl eine wesentlich andere; so lernten wir u.a. hebräisch Schreiben und einzelne Gebote in die deutsche Sprache übersetzen, aber einen Einblick in jüdisches Leben und jüdische Geschichte konnte man bei den wenigen Unterrichtsstunden nicht erlangen." (Ebd. S.40.)

[11] S. S. 133 f. im Buch zu "Grabstein der Eltern des Kaufhausbesitzers Julius Bamberger, Friederike und Simon".

[12] Nach einer mündlichen Mitteilung von Dr. Barbara Johr im März 2002 zum "Gedenkbuch" der Bremer Gemeinde.

[13] Diese Kette der Leidenserfahrung wird, angefangen von der ersten Tempelzerstörung, den Pogromen des Mittelalters bis zu den Massenmorden des Nationalsozialismus, im religiösen jüdischen Jahr insbesondere an Tisha be Av, dem Trauertag des 9. Av, beschworen.

[14] Zum Folgenden siehe: Karl-Ludwig Sommer: Wilhelm Kaisen eine politische Biographie, Bonn 200, S.  189 ff.

[15] Sommer: Wilhelm Kaisen, S. 204.

[16] Brief Wilhelm Kaisens an Dr. Karl Stoevesandt vom 9.04.1947 zitiert nach: Sommer: Wilhelm Kaisen, S. 195.

[17] zur christlich-jüdischen Gesellschaft in Bremen verdanke ich die Information einem Gespräch mit Dr. Barbara Johr im März 2002, die zur Zeit eine Austellung über die jüdische Gemeinde nach 1945 vorbereitet.

[18] Sommer meint, dass die von der Bundesregierung befürwortete und von den Ländern durchgeführte politische Verfolgung und Ausgrenzung in Bremen etwas weniger stark war und unter Kaisen, der meinte, dass die Auseinandersetzung mit den Kommunisten mit politischen Mitteln geführt werden müsse,  z.B. keine Durchleuchtung der Mitarbeiter im öffentlichen Dienst stattfand. Bunke kann jedoch belegen, dass die politische Funktion und die Folgen in Bremen die gleichen waren, wenn auch die Rechtssprechung in Bremen liberaler gewesen sei. Die kommunistischen Senatoren im Bremer Senat hatte Kaisen ohnehin nur aus Gründen politischer Strategie berufen, nicht, weil er eine dauernde Zusammenarbeit mit ihnen wünschte, und sie, als er die kommunistische Opposition aufgrund ihres Wählerrückgangs nicht mehr zu fürchten brauchte, sofort entlassen. (Siehe: Henrik Bunke: Die KPD in Bremen. 1945 bis 1968, Köln 2001, S. 51 ff., S. 151 f., S. 282 ff.; dagegen: Sommer: Wilhelm Kaisen, S. 205-211.) Käthe Popall, Senatorin unter Kaisen, hatte sich von ihm jedoch während ihrer kurzen Amtszeit als Senatorin durchaus unterstützt gefühlt. ( Siehe: Käthe Popall - Ein schwieriges politisches Leben. Erzählte Geschichte, bearbeitet von Peter Alheit und Jörg Wollenberg, Fischerhude 1983, S. 112.; Bunke: Die KPD in Bremen, S. 44)

[19] Zum Globalabkommen siehe jetzt auch die Ausführungen von Dr. Barbara Johr. Inwieweit aus den Mitteln des Globalabkommens auch die Instandsetzung des jüdischen Friedhofes finanziert wurde ist, nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung nicht ganz klärbar. Barbara Johr vermutet, dass daraus auch Aufwendungen für den Friedhof bezahlt wurden. In den von mir eingesehenen Quellen findet sich dafür jedoch kein direkter Hinweis. (Barbara Johr: "Immer wieder kämpfen müssen". Die jüdische Gemeinde Bremen. Neugründung und Wiederaufbau 1945 bis 1961; in: Kassiber. Stadtzeitung für Politik, Alltag, Revolution, Nummer 46, Juli 2001, S.34 f.)

[20] Barbara Johr: "Immer wieder kämpfen müssen", S.35..

 

[21] So skizzierte Wilhelm Kaisen in einer Sondersitzung der Bürgerschaft am 6. Dezember 1951 die Schwerpunkte der Regierungstätigkeit in den kommenden vier Jahren. Die Reihenfolge derSchwerpunkte war dabei maßgeblich durch die bürgerlichen Koalitionspartner der SPD bestimmt. (Siehe dazu: Karl-Ludwig Sommer: Politik im Zeichen des Bündnisses von "Kaufleuten und Arbeiterschaft", in: ders. (Hg.): Bremen in den 50er Jahren. Politik, Wirtschaft und Kultur, Bremen 1989, S. 24)

[22] Kaisen im Januar 1951 bei einem Treffen der Senate von Hamburg und Bremen: Ebd., S. 15.

[23] Er beinhaltete mehrere Besprechungen und einen Briefwechsel zwischen  dem Land Bremen und dem  Bundesinnenministerium.

[24] "Im allgemeinen wird davon ausgegangen, dass die Wiederbelebung der Toten wörtlich zu verstehen ist, dass die leib-seelische Einheit, die mit dem Entweichen der Seele im Augenblick des Todes beendet wurde, nun zu einem späteren Zeitpunkt wiederhergestellt wird ... Sie ist auch der Grund dafür, dass jüdische Gräber erhalten werden müssen und nicht nach einer gewissen Frist eingeebnet werden dürfen." (Heinrich Simon: Leben und Tod in der Sicht des Judentums; in: Andreas Nachama u. Hermann Simon (Hg.): Jüdische Grabstätten und Friedhöfe in Berlin, Berlin 1992, S. 182.)

[25] Internationale jüdische Organisationen und auch Teile des Zentralrates hatten dabei offenbar andererseits die Sicherung der dauernden Pflege jüdischer Friedhöfe durch staatliche Stellen immer wieder angemahnt. Den Hinweis auf diesen Aspekt in den Quellen verdanke ich dem erwähnten Gespräch mit Dr. Barbara Johr im März 2002. Sie überließ mir auch ihr ungedrucktes Manuskript über den Friedhof nach 1945. (Barbara Johr: Ein Dreiakter – oder von Großmut und Großherzigkeit und wie sie abhanden kommen, unveröff. Manuskript, ca. 1001.)