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Schauspielgruppe

 

'What's so great about the truth?

 The truth hurts people, try lying for a change.

It's the currency of the world.'

Closer – Eine Einführung

Von den vielen vier Buchstaben langen Obszönitäten in Patrick Marbers Geschichte ist „love“ sicherlich die brutalste. Mit seinem beißenden Humor knüpft dieses intime Vierpersonenstück an Marbers Erstlingswerk „Dealer’s Choice“ an. Closer handelt über vier Menschen die zusammenkommen, auseinandergehen, den Partner tauschen, sich gegenseitig hassen und verletzten. Das scheint nun doch etwas abgedroschen und ist es auch – aber nur auf den ersten Blick. Die Sprache der Liebe ist das älteste, das entwertetste dramatische Mittel. Aber Marbers Stück, hat eine Tiefe und einen schonungslosen Gegenwartsbezug, weshalb man selbst auf die clichehaftesten Bezeugungen von Zuneigung mit einem wachen, manchmal ungläubigen Auge blicken muß. Das Schauspiel entwickelt sich rasch zu einem faszinierenden Netz von Intrigen.

Es beginnt in der Notaufnahme eines Krankenhauses, wohin Dan Alice brachte, nachdem er beobachtet hatte, wie sie auf der Blackfriars Bridge niedergefahren worden war. Dan schreibt Nachrufe, und sieht sich als zukünftiger Schriftsteller, der gerade auf der Suche nach einem passenden Thema ist. Alice ist eine junge, hübsche Stripperin, hinter deren verwundbarem Auftreten ein eherner emotionaler Absolutismus verborgen liegt. Dan zieht bei Alice ein, schreibt ein Buch über sie – und verfällt dann ganz der Photographin Anna, die für ihn Photos für die Werbekampagne seines Buches schießen soll.

Als er sich daraufhin im Internet als eine sexbesessene Phantasie-Anna ausgibt, steuert er sie unbeabsichtigt in eine Beziehung mit Larry, einem etwas ungehobelten aber herzlichen Arzt – der rein zufällig Alice in der ersten Szene behandelt hatte.

So beginnt eine mitreisende und oft wilde Quadrille von Liebe und Betrug. Was Marbers Stück so besonders macht ist seine schonungslose Darstellung der Brutalität von Beziehungen. Sexueller Neid und Eifersucht zeigen hier offen ihr hässliches Gesicht. Hilflos verfängt sich Larry in Grausamkeit und Selbsterniedrigung, als er zurückgewiesen wird. Dan und Anna werden als feige Lügner entlarvt. Nur Alice bleibt bis zum Ende ehrlich, wofür sie bezahlen muß. Marber deutet an manchen Stellen an, dass die fehlende Treue seiner Charaktere Ausdruck eines in der Gesellschaft unausweichlichen Kompromisses sei. Das wirkt doch sehr pessimistisch, aber Closer ist nur selten so düster. Das Stück ist gespickt mit trockenem Humor und wahnwitzigen Verwicklungen. Genießen Sie also beides: Leiden Sie mit den Charakteren und lachen Sie über die Situationen, in die sie geraten; genießen sie die auch die Auftritte unserer Crew zwischen den Szenen und vor allem: HAVE FUN!

Warm regards,

Markus Albrecht