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Botany-Plantkunde Rand Afrikaans University & Pharmazeutische Biologie Universität Heidelberg:

Botanisch - Zoologische Exkursion:
SÜDAFRIKA
28.08.-17.09.2001


Gruppenbild im Afromontanen Wald bei Knysna

Einleitung

Zehn Jahre
nach Ende der Apartheid ist Südafrika im Aufbruch. Die Isolation wurde nicht zuletzt auch aufgrund der Integrationsfigur Nelson Mandelas innerhalb kurzer Zeit überwunden. Inzwischen haben sich nicht nur auf wirtschaftlicher sondern auch auf wissenschaftlicher Ebene viele Kontakte mit dem Ausland entwickelt. So gibt es bereits seit mehreren Jahren eine enge Kooperation zwischen den Instituten "Botany/ Plantkunde" der Rands Afrikaans University (RAU) in Johannesburg und dem "Institut für Pharma
zeutische Biologie" der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Von Ende August bis Mitte September diesen Jahres war es zum ersten Mal möglich, in Südafrika eine gemeinsame botanische Exkursion für Studenten beider Universitäten unter Leitung von Prof. Dr. Ben-Erik van Wyk (Johannesburg) und Prof. Dr. Michael Wink (Heidelberg) durchzuführen.

Aufgrund der steigenden Anzahl südafrikanischer Heilpflanzen auf dem deutschen Arzneimittelmarkt ein sinnvolles Vorhaben, das im Rahmen der für die Studenten vorgeschriebenen Exkursionen und Bestimmungsübungen erfolgte. Die Fülle an potentiellen neuen Heilpflanzen läßt sich schon in der immensen Artenvielfalt der südafrikanischen Flora erahnen. Man schätzt, dass hier etwa 24 000 Pflanzenarten vorkommen, das sind etwa dreimal mehr als in ganz Europa. Bemerkenswert ist der hohe Endemitenanteil von ca. 80%, also Pflanzen, die nur in Südafrika vorkommen.
Doch wodurch kommt dieser Artenreichtum zustande? Entscheidend hierfür ist sicherlich die extreme Heterogenität der geographischen und klimatischen Gegebenheiten. Im Landesinneren befindet sich das Highveld, eine Hochebene auf über 1500 m Höhe, die nach Westen kontinuierlich, nach Osten und Süden dagegen in mehreren, immer wieder durch Gebirgsketten voneinander getrennten Stufen abfällt. Die Folge davon sind regenreiche Gebiete im Vorstau der Gebirge und sehr aride Gebiete auf deren Leeseite. Die niedriger gelegenen Küstenregionen werden insbesondere durch die Meeresströmungen beeinflusst. Der kalte Benguelastrom im Atlantik führt zu wüstenähnlichen Gebieten an der Westküste, während der warme Agulhasstrom im Indischen Ozean regelmäßig für Niederschläge an der Südostküste sorgt. Hinzu kommt der Einfluss der Jahreszeiten. Im Norden des Landes herrscht durch die Verlagerung der innertropischen Konvergenzzone nach Süden Sommerregen vor, während das südliche Südafrika im Winterregengebiet liegt.
Für einen ersten Überblick über die Flora Südafrikas lässt diese sich grob in sechs verschiedene Vegetationstypen unterteilen:
Im sogenannten Lowveld, einer Tiefebene, die sich im Nordosten Südafrikas bis zur Grenze nach Mozambique erstreckt, findet man buschförmige Feuchtsavanne. Auf der Hochebene zwischen Johannesburg und Bloemfontein ist Grasland vorherrschend, das nach Westen hin in die Karoo übergeht, eine Halbwüste, die sich bis zum Atlantik erstreckt. Südlich schließt sich der Fynbos an, die charakteristische Buschvegetation der Kapregion. Nach Osten hin geht der Fynbos in die humiden und subhumiden Wald- und Savannengebiete des küstennahen Tieflands über. Hier findet man auch die letzten Reste des afromontanen Regenwaldes. Unser besonderes Interesse galt der Kapflora, die sich aus Fynbos, afromontanem Regenwald, Teilen der Buschsavannen sowie den südlichen Ausläufern der Karoo zusammensetzt.
Aufgrund ihrer Einzigartigkeit wird die Kapflora als eines der weltweit sechs terrestrischen Florenreiche beschrieben. Mit einer Fläche der Größe Portugals ist das Kapflorenreich nicht nur das bei weitem kleinste, sondern gleichzeitig das artenreichste Florenreich der Welt. Europa gehört z.B. zum borealen Florenreich, das die gesamte nichttropische nördliche Hemisphäre umfasst.

Der ausfürliche Bericht wurde in der Deutschen Apothekerzeitung DAZ, 142. Jahrgang, Nr. 17 vom 25.04.2002 auf den Seiten 60 bis 66 veröffentlicht.

Autoren:
Daniela Guicking, Maren Möller, Matthias Reich, Vera Rosenkranz, Jens Treutlein und Marit-Saskia Wahrendorf



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letzte Änderung der Seite: 12.12.2002