Arzneipflanzen beim Rundgang durch den Harold Porter National Botanical Garden

Helichrysum petiolare, Asteracaea

Die Pflanze besitzt behaarte Blätter und ausdauernde gelbliche Blüten.

Verwendete Pflanzenteile sind Blätter, Zweige, manchmal auch die Wurzel. Medizinisch verwendet wird die Pflanze bei Husten und Erkältungen in Form eines Tees, zubereitet aus den Blättern. Die Blätter werden auch bei Wunden verwendet, um Infektionen zu verhindern.

Als aktive Inhaltsstoffe findet man Flavonoide, Sesquiterpene und Phloroglucin. Die Wirksamkeit ist auf das antimikrobiell wirkende Helichrysetin zurückzuführen.

Man findet die Pflanze in ganz Südafrika.

Warburgia salutaris, Canellaceae

Warburgia salutaris wird bis zu 10m hoch und besitzt eine rauhe Rinde. Die grünen, glänzenden Blätter sind rechteckig und werden bis zu 60mm lang. Die Blüten sind gelblich-grün, ebenso wie die Früchte.

Die Rinde oder die Wurzelrinde der Warburgia salutaris (Pfefferbaum) mit ihrem stark pfeffrigen Geschmack wird bei Husten und Erkältungen verwendet. Kalte Wasserinfuse der gepulverten Rinde werden zubereitet und oral eingenommen.

Als aktive Inhaltsstoffe findet man Sesquiterpenalkaloide wie Warburganal und Polygodial, sowie Mannitol.

Man findet den Pfefferbaum an einzelnen Standorten im nordöstlichen Teil Südafrikas.

Melianthus major, Melianthaceae

Der robuste Busch besitzt gräulich-grüne, längliche Blätter. Die roten Blüten stehen in Trauben.

Verwendete Pflanzenteile sind frische Blätter oder Wurzeln der Pflanze. Mit den Blättern werden Wunden behandelt. In gerauchter Form oder als Badezusatz sollen sie rheumatische Beschwerden lindern.

Da die Pflanze durch ihre vielfältigen und reichlich vorhandenen Bufadienolide toxisch wirken kann, ist von ihrem oralen Gebrauch abzuraten. Die Verwendung bei Wunden ist wahrscheinlich auf die enthaltenen Triterpene zurückzuführen.

Melianthus major findet man nur in der westlichen Kapregion.

Leonotis leonurus, Lamiaceae

Die Pflanze wird 2 bis 5m hoch und besitzt eine dicke, holzige Basis und hellbraune Zweige. Alle Pflanzenteile besitzen eine strengen Geruch. Die langen, behaarten und gezahnten Blätter sind gegenständig angeordnet. Die orangenen Blüten sind röhrenförmig und stehen in Gruppen entlang den Zweigen. Der Name "leonurus"stammt von den behaarten Blüten und bedeutet übersetzt Löwenohr.

Vewendete Pflanzenteile sind Blätter und Stengel, selten die Wurzel. Die Droge wird als Decoct extern, oral oder als Einlauf angewendet.

Die Pflanze wurde früher traditionell aufgrund ihrer leicht narkotisierenden Wirkungverwendet. Heute setzt man sie ein bei Biss- und Stichwunden. Extern werden Decocte bei Muskelkrämpfen, Beulen und Hautverletzungen verwendet. Innerlich helfen Decocte bei Husten, Erkältungen, Grippe, Bronchitis, Bluthochdruck und Kopfschmerzen. Infuse der Blattdroge werden bei Asthma und viraler Hepatitis eingenommen.

Als wirksame Inhaltsstoffe findet man verschiedene Diterpene, darunter Marrubiin.

Leonotis leonurus findet man in Wildbeständen in großen Teilen Südafrikas. Sie ist eine beliebte Gartenpflanze.

Artemisia afra, Asteracaea

Der bis zu 2m hohe, mehrjährige, mehrstämmige Stauch besitzt gräulich-grüne, feingefingerte Blätter. Die Blüten sitzen an den Zweigen und sind blassgelb gefärbt

Verwendung finden die Blätter, seltener die Wurzeln.

Als Inhaltsstoffe findet man Sesquiterpene, Cumarine, Acetylene und ätherisches Öl. Die enthaltenen ätherischen Öle wirken antibakteriell und antioxidativ. Thujone wirken narkotisch, analgetisch, antihistaminisch und psychoaktiv. ( vgl. Absinth )

Hergestellt werden Decocte, Infuse und Tinkturen der frischen oder getrockneten Blätter. Sie werden angewendet zur Desinfektion von Wunden, bei Juckreiz und Verbrennungen. Auch in der Zahnheilkunde findet die Pflanze ihren Einsatz: In ein Loch gestopftes frisches Blatt soll Linderung erbringen und bei Zahnfleischinfektionen verwendet man das Decoct der Blätter.

Artemisia afra findet man in ganz Südafrika, v.a. im Nordosten.

Salvia africana-lutea, Lamiaceae

Salvia africana-lutea ist ein aromatischer, schnellwachsender Strauch, der bis zu 2m hoch werden kann. Im Frühjahr blüht er mit gelben Blüten, die sich später orange bis rot-braun färben. Der süße Nektar der Blüten zieht Bienen und Motten an und ist Nahrungsquelle der Sunbirds, vorallem in der Zeit, in der keine Proteaceae blühen. Die Blätter sind gräulich grün und aromatisch. Man findet Salvia africana-lutea in Gärten und in der freien Natur.

Der Name Salvia kommt aus dem Lateinischen und bedeutet schützen oder heilen und steht im direkten Bezug zu der Verwendung einiger Arten. Die Salbeiblätter werden als Tee zubereitet und bei Husten, Bronchitis und Frauenleiden angewendet. Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum wird die Teezubereitung gegurgelt.

Als Inhaltsstoffe findet man ätherisches Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe und Flavonoide. Die ätherischen Öle wirken desinfizierend und krampflösend, der Gerbstoffgehalt unterstützt diese Wirkung bei Durchfällen.

Salvia africana-lutea findet man an der Küste Namaqualands bis zum Cape Peninsula und weiter östlich bis zu Port Alfred. Die Pflanzen findet man oft an Stranddünen.

Carpobrotus edulis, Mesembryanthemaceae

Carpobrotus edulis ist eine sukkulente, kriechende Pflanze. Die Blätter sind fleischig und besitzen einen dreieckigen Querschnitt. Die Blattform erinnert an einen Säbel. Der Blattrand ist rötlich gezeichnet. Die Blüten sind gelb und haben ein geleeartiges, süßsaures Fruchtfleisch. Die Früchte kann man auf vielen Straßenmärkten kaufen. Sie werden oft zu Marmelade verarbeitet oder bei Currygerichten verwendet.

Medizinisch verwendet werden die Blätter und das Mark.

Der adstringierende Saft oder das Mark aus den Blättern wird auf die Haut aufgetragen, um Wunden zu reinigen und Ekzeme zu behandeln. Den Saft der Blätter verwendet man auch bei Infektionen der Mundhöhle, er wir gegurgelt. Zerquetschte Blätter sind auch ein Mittel zur Behandlung von Stichen der Bluebottle Fliegen. Die adstringierenden Tannine der Pflanze neutralisien dabei die toxischen Proteine im Gift der Fliegen. Außerdem können noch Ohren- und Zahnschmerzen mit dem Saft der Pflanze behandelt werden.

Inhaltsstoffe sind Tannine, Zitronensäure und Äpfelsäure. Den Tanninen wird die Wirksamkeit der Droge zugeschrieben. Sie wirken adstringierend, antibakteriell und antifugal. Außerdem haben sie eine vasokonstriktorische Wirkung und reduzieren so den Flüssigkeitsverlust von offenen Wunden und Verbrennungen. Die Tannine fördern die Wundheilung und die Regeneration des Gewebes.

Carpobrotus edulis findet man in sandigen Gebieten der Kapregion. Die Pflanze wird oft als Sabilisation und Befestigung von Sandbänken eingesetzt.

Osmitopsis asteriscoides, Asteraceae

Der bis zu 2m hoch werdende Busch besitzt lange Stengel und grüne, an der Blattspitze rund zulaufende Blätter. Die stengellosen Blätter riechen aromatisch und besitzen einen starken Geruch nach Kampfer. Die Blüten tragen lange weiße Zungenblüten und stehen in Gruppen angeordnet. Während der Zeit, in der Osmitopsis nicht blüht, kann er leicht mit Leucadendron oder mit anderen Arten aus der Familie der Proteaceae verwechselt werden.

Medizinisch genutzt werden die Blätter.

Alkoholische Tinkturen werden bei Husten und äußerlich bei Entzündungen, Schnittwunden und Schwellungen eingesetzt. Ebenso findet die Pflanze Verwendung bei Magenproblemen, Fieber, Influenza, Gliederschmerzen und sogar bei Lähmungen.

Als aktive Inhaltsstoffe findet man in den Blätter 1,8 Cineol ( Eukalyptol ) und Kampfer. Als weitere Inhaltstoffe finden sich Sesquiterpenlactone. Diese besitzen eine Vielzahl an biologischenWirkungen. Wahrscheinlich beruht ihre Wirksamkeit auf ihrer Wirkung auf Enzyme.

Man findet die Pflanze in der westlichen Kapregion.