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Häufige Fragen zur Auftragsforschung

Wird die Möglichkeit, Auftragsforschungsprojekte einzuwerben, durch die Kalkulation auf Vollkostenbasis geringer werden?
Die Kalkulation auf Vollkostenbasis plus Gewinnaufschlag wird von den „Auftraggebern“ möglicherweise als „Preiserhöhung“ wahrgenommen. Doch gerade in der Nichtberechnung der gesamten Kosten eines Auftrages liegt eine Subvention zulasten der Gesellschaft und der Vorteilgabe an den Auftraggebers vor. Solange noch nicht alle Hochschulen und Forschungseinrichtungen die Trennungsrechnung und Kalkulation auf Vollkostenbasis eingeführt haben, kann es zulasten der Universität Heidelberg zu Nachteilen bei der Vergabe von Auftragsforschungsprojekten kommen. Da bei der Vergabe der Auftragsforschungsprojekte nicht nur der Preis, sondern vielmehr die vorhandene Expertise ausschlaggebend ist, erwartet die Universitätsleitung keine größeren Nachteile.

 

Warum wurden die neuen Regeln zur Auftragsforschung beschlossen?
Alle Hochschulen innerhalb der Europäischen Union (EU) müssen nachweisen, dass ihre wirtschaftlichen Leistungen (z. B. Auftragsforschung, gewerbliche Dienstleistungen/Beratungstätigkeiten, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Vermietung von Infrastruktur) subventionsfrei erbracht werden. Die Rechtsgrundlage hierzu bildet der „Gemeinschaftsrahmen für Staatliche Beihilfen für Forschung, Entwicklung und Innovation der EU (sog. FuEUl Beihilferahmen der EU oder kurz EU-Beihilferahmen) vom 31. Dezember 2006 (2006/C 323/01)“. Die EU-Kommission will verhindern, dass staatlich finanzierte Einrichtungen, wie Universitäten, privaten Anbietern von wissenschaftlichen Dienstleistungen Niedrigpreis-Konkurrenz machen, indem sie ihre Dienstleistungsangebote aus den öffentlichen Haushalten „quersubventionieren“. Unterbunden werden soll, dass privatwirtschaftliche Unternehmen über „preiswerte Forschungsergebnisse“ aus der Auftragsforschung mit Universitäten einen Vorteil gegenüber konkurrierenden Unternehmen erhalten.

Zur Erfüllung des EU Beihilferahmens ist die Universität Heidelberg verpflichtet, die Kosten für private Auftraggeber nach einem Marktpreis oder den entstehenden Aufwendungen zu Vollkosten plus mindestens 5 % Gewinnaufschlag unabhängig von ihrem öffentlichen Haushalt zu kalkulieren. Diese Trennungsrechnung auf Vollkostenbasis ist für Auftragsforschungsprojekte, die ab dem 15.11.2010 vertraglich fixiert wurden, verpflichtend.

 

Was sind wirtschaftliche Tätigkeiten in der Forschung an der Universität Heidelberg?
In den wirtschaftlichen Bereich fällt die Auftragsforschung für Dritte, d.h. Forschungstätigkeit für Unternehmen (Auftraggeber), wobei hierfür kennzeichnend ist:

  • die Leistung erfolgt gegen ein angemessenes Entgelt,
  • der Auftraggeber legt die Konditionen für die Dienstleistung fest,
  • der Auftraggeber erhält alle Rechte an den Forschungsergebnissen,
  • der Auftraggeber trägt das Risiko des Scheiterns.

Eine nicht-wirtschaftliche Tätigkeit ist gegeben, wenn:

  • die Forschung, auch im Verbund, zur Erweiterung des Wissens und des Verständnisses dient,
  • eine Verbreitung der Forschungsergebnisse gegeben ist,
  • bei Technologietransferprojekten alle Einnahmen in die Haupttätigkeit der Forschungseinrichtung investiert werden.

Als nicht wirtschaftliche Tätigkeit werden Forschungsprojekte eingestuft, die von öffentlichen nationalen oder internationalen Drittmittelgebern (z.B. DFG, BMBF, EU) finanziert werden. Die nicht-wirtschaftlichen Forschungsprojekte unterliegen weiterhin nicht den Auflagen des EU-Beihilferahmens.

 

Was bedeutet die Einführung der Trennungsrechnung für die Kalkulation von Auftragsforschungsprojekten?
Die Auftragsprojekte müssen seit dem 15.11.2010 zu einem Preis angeboten werden, der entweder dem Marktpreis entspricht oder sämtliche Kosten (Vollkosten), und eine angemessene Gewinnspanne (mindestens 5 %) enthält. Der Marktpreis ergibt sich aus einer Gebührenordnung oder aus Vergleichsangeboten. Die Basislösung wird die Kalkulation zu Vollkosten sein, da ein Marktpreis in den seltensten Fällen ordnungsgemäß ermittelt werden kann.

 

Wie erfolgt die Projektkalkulation bei der Auftragsforschung?
Im Vollkostenansatz müssen sämtliche Kosten des Projektes erfasst werden. Diese werden in zwei Kostenkategorien eingeteilt:

  • Direkte Projektkosten, die in direktem Zusammenhang mit dem Auftragsforschungsprojekt stehen (z. B. Personalkosten, Verbrauchsmaterial, etc.)
  • Indirekte Kosten (Gemeinkosten, Overhead), die einem Auftragsforschungsprojekt nicht direkt zurechenbar sind, jedoch als Kosten des Projektdurchführenden identifiziert und gerechtfertigt werden, z. B. als Nutzungsentgelt für Infrastruktur, Raumkosten, Strom, Heizung, Telefon etc. Die indirekten Kosten werden im Verhältnis 70:30 zwischen Rektorat und Institut aufgeteilt, um die entstanden Gemeinkosten adäquat abzudecken.

Zu den Vollkosten erfolgt in der Kalkulation noch der Einbezug eines Gewinnaufschlags von mindestens 5 %. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass der einwerbende Wissenschaftler eine Forschungszulage in die Kalkulation einbezieht. Hierbei muss der Drittmittelgeber ausdrücklich Mittel für diese Zulage vorsehen, und die Drittmittel müssen die Zulage neben den direkten Kosten des Forschungsvorhabens und den Gemeinkosten abdecken. Der letzte Punkt in der Kalkulation besteht aus dem Einbeziehen der Umsatzsteuer in die Bruttokalkulation.

 

Wie werden die indirekten Kosten ermittelt?
Die Ermittlung der indirekten Kosten an der Universität Heidelberg bei Auftragsforschungsprojekten erfolgt analog zu den Vollkosten des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms.
Danach soll auf die Kosten für das im Projekt beschäftigte wissenschaftliche Personal ein Overheadsatz aufgeschlagen werden. Der Overheadsatz wird von Dezernat 4 und der Stabsstelle Controlling jährlich neu ermittelt. Die Höhe des Overheadsatzes richtet sich danach, in welcher Einrichtung der Universität die Auftragsforschung durchgeführt wird. Die Einrichtungen werden in drei Cluster eingeteilt, mit einem Overheadsatz für:

  • Cluster 1 (Buchwissenschaften) von 107 %,
  • Cluster 2 (empirische Geistes- und Sozialwissenschaften sowie theoretische Naturwissenschaften) von 71 %,
  • Cluster 3 (experimentelle Naturwissenschaften) von 101 %.

Es werden nur Personalkosten des wissenschaftlichen Personals (in der Regel ab TV-L E13) einbezogen. Hierbei kann es sich sowohl um Personal handeln, das für das Projekt eingestellt wurde als auch um bereits an der Universität angestelltes und finanziertes Personal. Von der Universitätsverwaltung wird vorausgesetzt, dass in Auftragsforschungsprojekten immer Personalkosten für wissenschaftliches Personal entstehen.

 

Weitere Änderungen bei Auftragsforschungsprojekten?
Seit dem 15.11.2010 ist die Universität Heidelberg verpflichtet ihre wirtschaftlichen Tätigkeiten buchhalterisch nachzuweisen, d. h. die Ist-Kosten des Auftragsforschungsprojektes zu erfassen, um die real anfallenden direkten wie auch indirekten Kosten zu berechnen und nachzuweisen. Das bedeutet, dass das im Projekt arbeitende wissenschaftliche Personal verpflichtet ist, die geleistete Arbeitszeit auf einem Zeiterfassungsbogen zu dokumentieren. Die Muster für die Zeiterfassungsbögen werden von Dezernat 6 zur Verfügung gestellt.

 

Forschungs- und Lehrzulage

Wer kann eine Forschungs- und Lehrzulage beantragen?
Antragberechtigt sind nur Professoren, die nach Bundesbesoldungsordnung W berufen sind und Junior- und Hochschuldozenten nach §51 des Landeshochschulgesetzes.

 

Wie hoch kann die Forschungs- und Lehrzulage sein?
In einem Kalenderjahr max. ein Jahresgrundgehalt, wobei die Zulage eine nicht ruhegehaltfähige Zulage darstellt.

 

Wer erhält die Forschungs- und Lehrzulage?
Die Zulage erhält der Wissenschaftler persönlich zu seinen Bezügen ausgezahlt.

 

Für wen an der Universität Heidelberg gilt diese Regelung?
Die neue Regelung gilt - mit Ausnahme der beiden medizinischen Fakultäten, die einen anderen Ansatz zur Ermittlung der Vollkosten gewählt haben - für alle Fakultäten.

E-Mail: Seitenbearbeiter
Letzte Änderung: 23.08.2013
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