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Excavations near Jerusalem / Aseka und Socho

Prof. Dr. Manfred Oeming, Prof. Dr. Oded Lipschits

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Die bisherige Forschungslage

Aseka und Socho sind Ortslagen, ca. 40 km westlich von Jerusalem in der Schefela, dem Bergland zwischen Mittelmeer und judäischem Bergrücken, gelegen. Aufgrund des arabischen Namens der nahe gelegen Ortes kafr zakarije wird Aseka auch Tell Zakariya genannt; die moderne hebräische Bezeichnung ist Tel Azekah. 1898/1899 wurden von Frederick J. Bliss und R. A. Stewart Macalister auf der Akropolis Ausgrabungen durchgeführt; Nach der Deutung der Ausgräber ergaben sich vier Siedlungsphasen (die aber Albright auf der Basis seiner besseren Keramiktypologie nachgebessert hat) (siehe Tabelle unten).

 

Heute ist von den 110 Jahre alten Grabungen nichts mehr zu sehen, nur noch einige Mauerreste im SW und die Höhlen. In der Mitte des oberen Tells befindet sich eine Aussichtsplattform, von wo aus zahlreichen Besuchern das Feld gezeigt wird, wo David nach der Tradition gegen Goliath gekämpft hat. Lange nach der Grabung gab es zwei aufsehenerregende Oberflächenfunde: ein spätbronzezeitliches Rollsiegel und ein Fayencering mit dem Hieroglyphennamen des Echnaton aus dem 14. Jh.!

Aseka und Socho begegnen je sieben Mal in der Bibel, v.a. als Schauplatz von Kriegen. Aseka tauchte auch in außerbiblischen Schriften auf; es wird in einem Brief von Sanherib an den Staatsgott Assur („wie ein Dolch im Lande“, „wie ein Adlerhorst“, wurde aber doch von den Assyrern eingenommen) und in den Lachisch-Ostraka erwähnt „Wir können die Zeichen von Aseka nicht mehr sehen“ (KAI II, 196f.).

 

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Das geplante Projekt

Ab 2012 werden Prof. Dr. Oded Lipschits (Tel Aviv) und Prof. Dr. Manfred Oeming die beiden Ortslagen im Sinne eines Regionalprojekts erforschen, auch in Kooperation mit den anderen Grabungen ganz in der Nähe. Wir werden zusammen mit dem Weizmann Institut in Rechovot und in Kooperation mit dem Israel Finkelstein geleiteten EU-Projekt „Reconstructing Ancient (Biblical) Israel the Exact and Life Sciences Perspective” neue Wege der Zusammenarbeit von Naturwissenschaft und Geisteswissenschaften beschritten: paläobotanische Pollenanalyse, Analyse der Fischgräten durch den Archäozoologen; Lumineszenzanalyse der Terrassenanlagen, von Prof. Yuval Goren (Tel Aviv) zunehmend verfeinerte Methode der optischen Mineralogie.

 

Die Heidelberger Kollegen Prof. Bubenzer und Dr. Hecht waren schon in Aseka und haben an den Hängen eine elektromagnetische Introspektion durchgeführt, wobei deutliche Hinweise auf Besiedlungsreste hervortraten. Die Ausgrabung der Unterstadt sowie der Hänge wird sicher Erträge erzielen.

Das Projekt ist nicht nur hochgradig interdisziplinär, sondern auch international. Im Konsortium der beteiligten Universitäten befinden sich über ein Dutzend Institutionen, neben Göttingen, Bonn, Bochum, Saarbrücken und Würzburg das Collège des France, die Universitäten Prag, Duke, Zürich, Lausanne und Macquary (Sidney).

 

Finanzierung und erste Funde

Das Projekt ist auf 15 Kampagnen angelegt. Die Manfred-Lautenschläger-Stiftung hat die Zusage gegeben, die Grabung bis 2018 mit jährlich 50.000 Euro zu fördern. Bislang (Stand: 2015) sind etliche aufsehen erregende Funde aus der Spätbronzezeit, aus der Zeit der assyrischen Belagerung und aus der römischen Epoche freigelegt worden. Zur Erforschung der assyrischen Belagerungsrampe hat die German-Israeli-Foundation ein Stipendium von 180.000 Euro zugesprochen.

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Letzte Änderung: 2015-04-07
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