Bereichsbild
Veranstaltungen

Do, 18.10.2018

18:00 Uhr

Das Vorkulturelle, das Transkulturelle und die identitäre Versuchung

Prof. Dr. Burkhard Liebsch (Forschungsinstitut für Philosophie Hannover)

So, 21.10.2018

10:00 Uhr

Universitätsgottesdienst / Semestereröffnung

Predigt: Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm Liturgie: Prof. Dr. Helmut Schwier

Mo, 22.10.2018

18:15 Uhr

InFoDiTex: How to Detect Controversial Concepts Within Discourses Using Quantitative Methods?

Maria Becker, Institut für Computerlinguistik, Universität Heidelberg

Mi, 24.10.2018

07:00 Uhr

Abendmahlsgottesdienst mit anschl. Frühstück

Do, 25.10.2018

12:00 Uhr

Der Zweite - Christus denken

Alle Termine & Veranstaltungen

Aktuelles

Heinrich Bassermann: „Inwiefern das Bekenntnis des Petrus auch das unsre ist“ (Mk 8,27-30)

Lesefassung des Predigtmanuskripts der letzten Predigt Heinrich Bassermanns:  „Inwiefern das Bekenntnis des Petrus auch das unsre ist“ (Mk 8,27-30), gehalten in Heidelberg am 25. Juli 1909 (7. Sonntag nach Trinitatis); die Predigt wurde posthum veröffentlicht in: BASSERMANN, Helene/FROMMEL, Otto (Hrsg.): Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst? Akademische Predigten von Heinrich Bassermann, Leipzig 1911.

 

Auf der Versammlung, welche kürzlich in der Hauptstadt unsres Landes die Angelegenheiten unsrer evangelischen Landeskirche beraten hat, ist, wie Ihr wohl wisst, auch vom Bekenntnis die Rede gewesen. Es hat sich gezeigt, dass es solcher christlichen Bekenntnisse mehrere gibt und geben kann, von verschiedenem Inhalt und Wortlaut, dass nicht alle Bekenntnisse und nicht alles in den Bekenntnissen allen Christen wohlgefällt und dass sich vielleicht doch ein zutreffenderer Ausdruck der christlichen Überzeugung denken und finden lasse, als welchen die alten, in ehrwürdigem Gebrauch stehenden darstellen. In einem nachdenkenden Beobachter dieser Vorgänge muss sich dabei die Frage erheben: Welches ist eigentlich das richtige christliche Bekenntnis und wie müsste es wohl lauten? Mit Recht, meine Freunde, erhebt sich diese Frage. Denn diese altehrwürdigen Bekenntnisse, wie wir sie aus der alten Kirche überkommen haben, sind nicht etwas ein für alle Mal Fertiges und nun für ewig Gültiges; als Werk von Menschen unterliegen ja auch sie dem Wandel und Einfluss der alles Menschliche beherrschenden Zeit: Sie können alt werden, ja veralten. Und das Recht des Bekennens, des Bekennens der eigenen Überzeugung in der eigenen Sprache ist unsrer aus der Reformation hervorgegangenen Kirche unveräußerlich. Wollen wir aber versuchen, auf diese Frage eine Antwort zu finden, so liegt es uns nahe, den Weg zu beschreiten, den unsre evangelische Kirche von Anfang an beschritten hat: uns zurückzuwenden zu dem Ursprünglichen und Ersten und uns zurechtzufinden an dem Maßstab dessen, was in der Zeit, da unser Herr anfangs auf Erden wandelte, von dieser Art zutage tritt. So wenden wir uns dem Neuen Testament zu. Und hier finden wir das Bekenntnis des Petrus, das ich euch soeben verlesen habe.

 

Es war das Bekenntnis eines, ja vielleicht des Bedeutendsten aus dem ursprünglichen Jüngerkreis. Der Herr hat es nicht zurückgewiesen, also doch wohl als zutreffend anerkannt. Sollte es also nicht das richtige sein, sollte es nicht auch das unsrige sein müssen, da wir doch ebenfalls Jünger Jesu sein und mit seiner Zustimmung bekennen wollen? Aber ist das denn möglich? Kann denn bei der großen Verschiedenheit der inneren und äußeren Lage des Petrus und der unsren sein Bekenntnis noch das unsre sein? Das ist die Frage, die wir heute behandeln wollen. Wiefern kann das Bekenntnis des Petrus auch das unsre sein?

 

Und zweierlei wird es dabei zu erwägen geben, einmal inwiefern auch unser Bekenntnis ein solches über und zu Jesu sein muss, und dann inwiefern es immer noch lauten kann: du bist der Christus!

 

I. Wir finden Jesum in unsrem Texte an der nördlichen Grenze, ja außerhalb seines Heimatlandes, in einsamer, stiller, wasser- und waldreicher Bergschlucht, dort, wo der kleine Jordan aus dem südlichen Ausläufer des Hermongebirges seine Quellen entsendet. Dass sich Jesus in diese nördliche Gegend, in vorwiegend heidnisches Land begeben hat, sieht einer Flucht sehr ähnlich, einer Flucht vor seinem eigenen Volke. Man wollte ihn nicht mehr in seinem Galiläa, wo ihm zuerst begeistert Scharen zugeströmt waren und der Jubel des Volkes ihn umgeben und getragen hatte. Die geistlichen Führer des Volkes hatten sich eingemischt, hatten ihm Widerstand entgegengesetzt, hatten seinen hinreisenden Einfluss bei dem Volk zu untergraben gesucht, und wie es scheint mit Erfolg, das Volk war lau, seine Stellung zu Jesus gleichgültig oder gar feindselig geworden. So wendet er sich von dannen. Und wie er nun hinwandert mit seinen Getreuen, durch die stille Bergeseinsamkeit, die feste Gewissheit im Herzen, dass er trotz dieses Misserfolgs dennoch etwas sei in den Augen und durch den Auftrag Gottes, dennoch eine hohe Mission habe, die dadurch nicht scheitern könne, dass seine Heimat ihn verkannt, da rang sich – wir begreifen es – die Frage aus seinem Herzen: Wer sagen die Leute, dass ich sei? Er möchte ein Bekenntnis des Volkes über ihn hören. Aber was er aus dem Munde seiner Jünger vernimmt, genügt ihm offenbar nicht, er möchte Anderes, Besseres hören. Seine Jünger sollen‘s ihm sagen, sie können und sie sollen ihm bekennen, was sie von ihm halten, was er ihnen ist: „Ihr aber, was sagt ihr, das ich sei?“

 

Petrus antwortet, antwortet für alle Übrigen, an ihrer Spitze, als ihrer aller Mund: Warum antwortet er? Weil er die Antwort weiß, am besten weiß von allen. Aus der näheren Umgebung Jesu nur, aus dem Kreis seiner Vertrauten konnte sie gegeben werden. Hier nur konnte sich die richtige Einsicht über ihn gebildet haben, von hierher allein konnte das richtige Bekenntnis kommen, aus der Schar derer, denen er sich ganz erschlossen und gegeben hatte und die wieder ihm sich erschlossen hatten und ihm gefolgt waren Tag für Tag. Sie hatten in sein Herz geschaut, sie hatten ihn im Einzelnen beobachtet und bis ins Kleine hinein kennen gelernt. Sie besaßen von ihm Erfahrung. Und welche Erfahrung! Nie in seinem Leben wird Petrus den Augenblick vergessen haben, als er bei seinen Netzen sitzend seine Stimme hörte: Folge mir nach! Es war wie eine Stimme vom Himmel, war wie eine unwiderstehliche, göttliche Gewalt die ihn fortriss ohne Besinnen, mit sich führte von den Seinen und seinem Berufe weg. Und von da an erschloss sich ihm ein neues Leben, wie er es bisher nicht gekannt, nicht geahnt hatte, ein neue Welt ging ihm auf bei diesem Mann, eine Welt, in der er die Engel Gottes herunter- und heraufsteigen sah. Dieser Jesus war richtig in sein Leben eingetreten, hatte gewaltig auf ihn gewirkt, dauernd ihn an sich gefesselt, hatte in ihm geradezu eine Umwälzung hervorgerufen. Ja, wenn einer erfahren hatte, wer dieser Jesus war, so war es Petrus, wenn von einem ein Bekenntnis über ihn und zu ihm erwartet werden konnte, dass das Richtige traf, nur von ihm konnte es kommen.

 

Hier nun, meine Freunde, haben wir den Maßstab für die Beantwortung unsrer ersten Frage. Unser Bekenntnis wird dann ein Bekenntnis zu Jesus sein müssen, wenn dieser Jesus entscheidend und umgestaltend eingetreten ist in unser Leben. Ist aber dies der Fall? Nun, ich erinnere euch an eure Taufe: Wir glaube nicht, dass sie auf magische Weise etwas in uns bewirkt hat, aber wir wissen, dass sie der sinnbildliche Ausdruck für die Tatsache war, dass wir von nun hineinversetzt waren in das Wirkungsgebiet des Geistes Jesu. Von da an arbeitete er an uns, ob auch unbewusst und durch alle Dinge der uns umgebenden Welt, durch Haus, Schule, Sitte, Stand und Kirche drang er in uns ein, als eine unsichtbare und überall vorhandene lebendige Kraft, an uns schaffend und gestaltend. Diese Kraft war Jesus. Ich erinnere euch an eure Konfirmation. Wir glauben nicht, dass sie ein freies und schon wirklich selbstständiges Bekenntnis zu Jesus war, aber wir wissen, dass durch sie doch ein Band, eine Kette geschaffen wurde, wodurch wir fürs Leben, mehr oder minder eng, mit ihm zusammengeschlossen worden sind. Ich erinnere euch an die mancherlei Einflüsse des kirchlichen Lebens: bedeuten sie etwa nichts, die Gottesdienste, die wir mitgemacht, die Lieder, die wir gesungen, die Gebete, die wir mitgesprochen, die Worte, die wir gehört oder gelesen, die Christenmenschen, mit denen wir Fühlung genommen haben? Ja mehr noch: die ganze geistige Welt, in der wir uns bewegen, die Geistesluft, die wir atmen, ist sie etwa nicht von Jesus beeinflusst, sollte etwa nichts bisher Wirklichkeit geworden sein von dem Reich Gottes, das er zu gründen berufen war, lebt er selbst nicht unter uns in diesem geistigen Reich und wirkt auf uns ein mit 1000 Kräften, hält er uns nicht zurück von so manchem Bösen, treibt er uns nicht zu manchem Guten? Haben wir nicht alle irgendwie seinen läuternden und hebenden, tröstenden und stärkenden Entschluss um uns verspürt? Darüber ließe sich viel sagen; aber ich will‘s kurz zusammenfassen: Jesus ist entscheidend eingetreten auch in unser Leben, deshalb und insofern sind wir zu einem Bekenntnis über ihn berufen und imstande.

 

Man sage nicht: Bekennen kann ich auch, aber nur zu Gott! Wer ist der Gott, zu dem du dich bekennen willst? Es ist der Gott Jesu. Woher kennst du ihn? Durch Jesu Offenbarung. Wie schaust du ihn? Wie ihn Jesus geschaut hat. Deshalb nur tröstest und freust du dich so, deshalb ruhst du sicher in seiner Vaterliebe, deshalb weißt du dich ihm versöhnt trotz deiner Schuld und Sünde und von ihm geliebt trotz deines Unglücks. Alles durch Jesus. Auf ihm ruht unser ganzes religiöses Bewusstsein und Leben. Wollen wir überhaupt bekennen so müssen wir von ihm bekennen, und nur wir können das, nicht „die Leute“, die ihn nur vom Hörensagen kennen, nein, wir, in deren Leben er entscheidend eingegriffen hat.

 

II. Wollen wir das nun aber tun, so wird sich zeigen, dass es uns ebenso geht wie dem Petrus: unser Bekenntnis über Jesus wird ein Bekenntnis zu ihm.

 

Denn ein Bekenntnis zu ihm war es, wenn er sprach: Du bist der Christus! Was heißt das? Und wie mag Petrus gerade zu diesem Bekenntnis gekommen sein? Der Christus oder Messias, der Gesalbte, das war der festgeprägte Name für ein bereits vorhandenes, fertiges Vorstellungsgebilde. Diesen Namen hat Petrus nicht erfunden, sondern vorgefunden und übernommen; das Neue und ihm Eigene war nur, dass er ihn auf Jesus anwandte, dass er ihn mit diesem fertigen Namen bezeichnete. Der Christus oder Messias, das war eine Gestalt, ein Bild, das in festumrissenen Formen ausgeführt und mit ganz bestimmten Farben ausgestattet schon lange im Geiste des Jüdischen und so auch in dem des Petrus lebte und feststand. In diesem Bilde fand Petrus seinen Meister und wiederum: er fand diese Bild in Jesus. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang, meine Freunde, es geht Petrus so: All unser Bekennen ordnet nur den, dem es gilt, ein in die in unsrem Geiste schon vorhandene Welt, Vorstellungen, Bilder und Begriffe.

 

Nun war aber dieses Bild in sehr bunten, ja grellen Farben gemalt und in groben, starken Linien (die wir heutzutage fast grotesk nennen würden) gezeichnet. Sonst würde ja das Volk es nicht so fest erfasst und nicht so eifrig daran gehangen haben. Es war das Bild eines Helden und Kriegers, zugleich eines Retters und Befreiers von dem drückenden Joch schwächlicher heidnischer Fremdherrschaft. Dieser Messias sollte sie zerbrechen, er sollte den alten Glanz des jüdischen Reiches wiederherstellen, sollte heraufführen eine Zeit allgemeinen Volksglückes und nationaler Herrlichkeit. Wie sein Schwert die Feinde treffen würde, so würde er Friede bringen seinem Volke, ein König und Herrscher in einem ewigen und seligen Reiche. Und das alles aus Gottes Macht, der ihn zu solchem Königtum erwählt und salbt mit Geist und Kraft, der ihn sendet auf den Wolken des Himmels als seinen Boten und Vollstrecker, als die herrliche Offenbarung seiner Macht, Gottes Zorns über die Bedrücker, seiner Liebe über sein Volk. Erfüllt mit Gottes Geist und das Volk mit ihm erfüllend und beseligend. Allem Ungöttlichen feind, ein Vertilger der Sünde, ein Bringer des Heils, der Seligkeit, der vollkommene Herrschaft Gottes über die Menschen, der Stifter einer Welt des wahren Glückes, eines Himmels auf Erden. So träumen die Völker, so träumte das Volk. Es war doch nicht ein bloß politisch-patriotischer Traum, sondern auch zugleich ein religiöser: Der Messias war mehr als ein Prophet der Zukunft, mehr als ihr Vorläufer, ein Elias oder Johannes: er war ihr Bringer und Vollender, der abschließende Träger göttlicher Offenbarung, der letzte Vollstrecker göttlichen Willens, war der, in dem alle Sehnsucht in Erfüllung ging.

 

Es war eine überaus kühne Tat, dass Petrus seinem Meister diesen Namen, diese Würde gab. War doch von solchen Zügen an Jesus so gut wie nichts zu finden. Und doch er konnte nicht anders. Zu gewaltig groß waren die inneren Eindrücke, die er von Jesus empfangen hatte, zu lebendig hatte sich ihm der alles andere überragende Wert dessen fühlbar gemacht, was er an ihm besaß. Trotz aller Verschiedenheit jenes Bildes von dem, was er in Jesus vor sich sah, ihm konnte er um dieses seines Wertes willen nur die höchste Würde zuteilen, die es für ihn gab: Er war der abschließende Bote Gottes, der Vollstrecker jenes letzten, endgültigen Willens: Deshalb brachen sie aus ihm hervor, die folgenschweren Worte: Du bist der Christus oder wie der Bericht des Matthäus dasselbe besagend hinzufügt: der Sohn des lebendigen Gottes.

 

Und hier nun, meine Freunde, ist die Brücke die von Petrus zu uns herüberführt. Jenes Messias-Bild ist uns ja verschwunden, jener Traum ist dahin; und ob Jesus der Messias, der Christus seines Volkes war oder nicht, uns ist es ziemlich gleichgültig. Aber den höchsten Titel ihm geben, den wir auf religiösem Gebiete kennen und haben, die höchste Würde des in religiösen Dingen abschließenden, vollendenden, unüberbietbaren Trägers der göttlichen Offenbarung ihm zuschreiben, das können auch wir noch, und wenn wir es tun, dann sagen wir: Er ist der Christus, der Sohn Gottes, und das, eben das wollen wir damit bekennen.

 

Freilich wird uns dies nur dann möglich sein, wenn er auch auf uns gewaltige innere Eindrücke hervorgebracht, wenn er uns aufgegangen ist in seinem alles andre überragenden Wert für unsre Seele, unsre Person, unsren Charakter. Das aber kann nur das Bedingnis eines Lebens sein, einer langen Arbeit an uns selbst, einer dauernden Erfahrung von ihm.

 

Wenn wir unsre Kinder zu ihm sich bekennen lassen, so geschieht‘s mehr auf Hoffnung als in Wirklichkeit. Ein Bekenntnis zu Jesus Christus hat seine nicht leichten Voraussetzungen. Wer nie gerungen hat um die Werte, ja um den höchsten Wert des Lebens, sondern alles genommen und genossen hat, wie es kam, ohne Unterschied, wer nie versucht hat seine Persönlichkeit freizumachen aus der Knechtschaft des Leibes, der Natur und der Sinne, oder aus der Umklammerung durch die äußeren Verhältnisse, sondern alles hat gehen lassen, wie es ging, werdend wie er eben würde, wer nie daran gearbeitet hat, seine Persönlichkeit zu behaupten gegen Versuchungen, auszugestalten trotz Schwierigkeiten und Widerständen, aufrechtzuhalten gegen Leid und Abstumpfung, reinzuwaschen von der Schuld und festzumachen gegen Verzweiflung: Der kann sich zu Jesus als den Christus nicht bekennen.

 

Denn in solch ernstem Lebenskampfe nur kann ihm Jesus aufgehen in seine Bedeutung, fühlbar werden in seinem Wert für seine Seele. Da erst merkt er, dass dieser Jesus ja erst wirkliche Lebenswerte vor der Seele hinstellt und in sie hineinpflanzt, dass er es ist, der den Menschen auf sich selbst stellt vor Gott, unabhängig von der Welt und frei von der Natur, dass er es ist, der die Naturanlage verklärt und die Verhältnisse umgestaltet oder durch uns eine andre Stellung zu ihnen gibt, dass er es ist, der uns durch die Macht seines Wortes und Geistes dem Bösen gegenüber bewahrt und stärkt, in Schuld und Leid tröstet, mit unsrem Gott versöhnt und vereinigt, ein Band uneigennütziger Liebe um uns Menschen schlingt und schließlich in unsrer Seele eine starke, große Hoffnung aufrichtet, die allen Niedergängen und Tod standhält und glaubensmutig hinübergreift in die Ewigkeit. Ein solcher Mensch erst und nur wird ihm die höchste Würde zuerteilen, die er kennt, ihn mit dem höchsten Namen nennen, der ihm zu Gebot steht; er wird sich nicht schrecken lassen von all der Unscheinbarkeit, in der sein Bild vor ihm steht: Du bist doch der Christus, das wird sein Bekenntnis zu Jesus sein, und jedes Bekenntnis zu ihm wird diesen und keinen andren Sinn haben müssen.

 

Es möchte vielleicht in unsrer Zeit am liebsten jeder Einzelne sein eigenes Bekenntnis zu Jesus Christus machen und aussprechen. Allein die Gemeinschaft, die sich nach seinem Namen nennt, muss doch auch ihr gemeinsames Bekenntnis über ihn und zu ihm ihrem Haupte haben. Einer muss es für alle sprechen, alle aber sollen und können darin dasselbe ausdrücken: Die Erfahrung, die sie mit ihm, dem gottgesandten Helfer und Retter während ihres Lebenskampfes gemacht haben. Und auf solche Weise im Bekenntnis zu ihm einig, lasset uns halten an dem Bekenntnis und nicht wanken. (Hebr 10,23). Wie es auch lauten möge, es soll bei uns mit derselben Gewalt hervorbrechen und denselben Inhalt haben wie bei Petrus: Du bist der Christus. Amen.

 

Webmaster: E-Mail
Letzte Änderung: 18.11.2016
zum Seitenanfang/up