Bereichsbild
Bild
 

Regine Schiermeyer, M.A.

Lehrstuhl für Zeitgeschichte

 

Am Lehrstuhl seit

WS 2008/09

Position/Funktion

Doktorandin


Kontakt

E-Mail: Regine.Schiermeyer@zegk.uni-heidelberg.de
 


Zur Person

Regine Schiermeyer, 1983 in Berlin geboren, studierte Neuere und Neueste Geschichte und Angewandte Kulturwissenschaft / Kulturarbeit an der Universität Karlsruhe. Ihre Magisterarbeit schrieb sie über die Entwicklung des Deutschlandbildes in den Lehrbüchern für den Geschichtsunterricht der allgemeinbildenden Schule der DDR. Seit November 2008 ist sie Doktorandin am Historischen Seminar der Universität Heidelberg. Neben ihrer Dissertation arbeitet sie als freie Museumspädagogin im Badischen Landesmuseum Karlsruhe.


Dissertationsprojekt

„Betriebsfotogruppen in der DDR. Das staatliche Programm und seine Umsetzung in den Betrieben 1959-1990“


Kurzdarstellung der Dissertation
Der Untersuchungsgegenstand des Dissertationsprojektes sind die bisher noch kaum erforschten Betriebsfotogruppen in der DDR. Diese Arbeitsgruppen von Amateurfotografen, die in vielen Betrieben existierten, wurden sowohl vom Freien Deutschen Gewerkschaftsbund als auch vom Deutschen Kulturbund stark gefördert. Diese Unterstützung ist vor dem Hintergrund des staatlichen Konzepts der umfassenden politischen Steuerung und Kontrolle der Gesellschaft zu sehen, das das Berufsleben ebenso wie die Freizeit umfasste. Der Staat sah in solchen betrieblich organisierten Freizeitgruppen Instrumente zur staatlichen Durchdringung der Gesellschaft sowie zur ideologischen Schulung der Mitglieder. Im Falle der Betriebsfotozirkel erhoffte sich der Staat zudem die Produktion von ideologisch „einwandfreien“ Fotografien, die wiederum der „kulturell-ästhetischen Bildung und Erziehung allseitig entwickelter sozialistischer Persönlichkeiten“ dienen sollten.
Es stehen demnach zwei Ebenen im Fokus der Untersuchung: Die Organisation und Arbeitsweise der Fotogruppen und die Fotografien selbst. Die Arbeit soll so Aufschluss darüber geben, inwieweit die ideologischen Ansprüche in den Betriebsfotogruppen umgesetzt wurden. Um diesen Spannungsbogen von den staatlichen Vorstellungen zur Umsetzung im Alltag zu schlagen, wird zunächst ermittelt, was von Funktionärsseite als vorbildliche Betriebsfotogruppe angesehen wurde, um diese Vorstellungen dann an einzelnen Betriebsfotogruppen abzugleichen.
Für die Untersuchung der Umsetzung wurden einige Zirkel als Beispiele ausgewählt; so etwa die Betriebsfotogruppen des VEB Forster Tuchfabriken, des VEB Hydraulik Schwerin, des VEB Maxhütte Unterwellenborn und der „fotoclub ferrum“ des VEB Stahl- und Walzwerk Riesa. An diesen Fotozirkeln sollen die zuvor herausgearbeiteten ideologischen Ansprüche abgeglichen werden, um festzustellen, welche Anforderungen von den Gruppen erfüllt wurden und welche nicht. Woran lag es, wenn die Arbeitsgemeinschaften dem Bild einer „sozialistischen“ Betriebsfotogruppe entsprachen und „sozialistisch“ fotografierten und welche Faktoren waren entscheidend, wenn sie von diesen Vorstellungen abwichen?

 


Arbeitsschwerpunkte in Forschung und Lehre

  • DDR-Geschichte
  • Historische Bildforschung
Seitenbearbeiter: Martin Stallmann
Letzte Änderung: 09.01.2013
zum Seitenanfang/up