Bereichsbild
Forschungsstelle Antiziganismus
Externe Vorträge und Veranstaltungen

16. Mai 2020, 17 Uhr:

Abtransport. Die erste Deportation deutscher Sinti und Roma ins besetzte Polen im Mai 1940

Vortrag von Dr. Frank Reuter im Rahmen der virtuellen Gedenkveranstaltung "Generalprobe zum Völkermord" des Verbandes Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg und der Stadt Ravensburg.

Link zum Youtube-Kanal von Romnokher

 

 

 

Forschungsstelle Antiziganismus

Antiziganismusforschung interdisziplinär – Schriftenreihe der Forschungsstelle Antiziganismus

Die Open-Access-Reihe gibt Einblicke in ein noch junges, aber dynamisches Forschungsfeld, das unterschiedliche methodische Zugänge erfordert. Sowohl bereits etablierte Forscherinnen und Forscher wie Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler erhalten die Möglichkeit, neue Forschungsergebnisse in englischer oder deutscher Sprache zu publizieren. Die Reihe zielt darauf ab, die Antiziganismusforschung stärker im akademischen Diskurs zu verankern und Institutionen wie Forschende zusammenzuführen, kurz: sie will Impulsgeber für die weitere Grundlagenarbeit sein.

Reihenherausgeber: Prof. Dr. Edgar Wolfrum, Dr. Frank Reuter, Daniela Gress, M.A.

Zur Verlagsseite von heiUp – Heidelberg University Publishing.

Band 1: Patterns of Symbolic Violence. The Motif of ‘Gypsy’ Child-theft across Visual Media

Von Radmila Mladenova

Patterns of Symbolic ViolenceIm Zentrum der Monografie stehen das Motiv des „Zigeunern“ seit Jahrhunderten zugeschriebenen Kinderraubs und dessen Visualisierungen innerhalb der europäischen Kunst- und Kulturgeschichte zwischen dem 17. und 21. Jahrhundert. Anhand einer Reihe paradigmatischer Kunstwerke und visueller Medien untersucht Mladenova die unterschiedlichen Anpassungen des Motivs und arbeitet seine vielschichtigen Bedeutungen und Funktionen heraus. Dabei richtet die Autorin ihr Augenmerk besonders auf die Farbkodierung von Körpern und deren rassistische bzw. antiziganistische Verwendung. Die Analyse beginnt mit einer kritischen Betrachtung von Cervantes Erzählung „La gitanilla“ – dem literarischen Ursprung des Kinderraubmotivs. Ausgehend davon wird dessen Visualisierungsgeschichte von den holländischen Historienmalereien des 17. Jahrhunderts über die Drucktechniken des 19. Jahrhunderts bis hin zu Filmen des 20. Jahrhunderts nachgegangen. Den Abschluss bildet eine kritische Analyse des Kinderfilms „Nellys Abenteuer“ aus dem Jahr 2016.

Zur Autorin:

Radmila Mladenova ist Literatur- und Filmwissenschaftlerin und promoviert am Slavischen Institut der Universität Heidelberg zum Thema „The ‘White’ Mask and the ‘Gypsy’ Mask in Film“. Sie hat Anglistik und Amerikanistik an der Universität Sofia studiert und den Masterstudiengang „Kultur im Prozess der Moderne“ an der Universität Mannheim abgeschlossen. Ihre Forschungsinteressen liegen an der Schnittstelle von Rassismus und Kunst.

 

Das Buch können Sie hier online lesen, als PDF herunterladen oder über den Handel beziehen.

 

Die Monografie bildet den Abschluss des 2018 an der Forschungsstelle angesiedelten und vom Research Council (Field of Focus 3) finanzierten Drittmittelprojekts „Stigma Zigeuner. Visuelle Dimensionen des Antiziganismus“.

 

 

 

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Minderheiten und Arbeit im 19. und 20. Jahrhundert

Aspekte einer vielschichtigen Beziehungsgeschichte

Sammelband herausgegeben von Daniela Gress

Cover Minderheiten und ArbeitNur wenige Themen polarisieren in sozialen Zusammenhängen so stark wie „Minderheiten“ und „Arbeit“. Der interdisziplinär angelegte Sammelband nähert sich dieser vielschichtigen Beziehungsgeschichte an und fragt nach Inklusions- wie Exklusionsentwicklungen für Minderheiten in der Geschichte der Arbeit im 19. und 20. Jahrhundert. Die unterschiedlichen methodischen Zugänge der Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler machen die Perspektive der Minderheitenforschung für arbeitshistorische Untersuchungen fruchtbar.

Die Publikation versammelt facettenreiche Studien aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven über das Verhältnis zwischen Minderheiten und verschiedenen Formen sowie Verhältnissen von Arbeit seit dem 19. Jahrhundert. Gemeinsame Überkategorien aus der Minderheitengeschichte der Arbeit wie Mobilität und Armut, „Fremd-“ und Zwangsarbeit, Arbeitsmigration sowie die Auswirkungen von Arbeitsethos und Geschlechterbildern bilden die Schwerpunkte der Kapitel.

Es geht darum, vielfältige historische und thematische Kontexte zu beleuchten, in welche Entwicklungen des Verhältnisses von Minderheiten zu Arbeit eingebettet sind. Dabei erhebt der Sammelband nicht den Anspruch, eine umfassende Studie vorzulegen. Vielmehr soll der Versuch einer ersten Skizzierung unterschiedlicher Aspekte einer
Geschichte des Beziehungsverhältnisses von Minderheiten und Arbeit unternommen
werden, um weitere Forschungen anzuregen, die nach der Rolle von
Minderheiten in der Geschichte der Arbeit fragen.

Zur Verlagsseite von heiBooks.

Zum Inhalt:

Einleitung

Daniela Gress: Impulse für eine Minderheitengeschichte der Arbeit

 

Mobilität und Armut – Überwindung von Räumen und Grenzen

Lutz Vogel: Chancen - Ängste - Widerstände. Arbeit als Argument bei der Zuwanderung in Sachsen im 19. Jahrhundert

Marius Weigl: Rassismus und die Soziale Frage. Die „Bekämpfung des Zigeunerunwesens“, Sozialpolitik und alltägliche Polizeipraxis in Österreich(-Ungarn) 1852 bis 1888

 

„Fremd-“ und Zwangsarbeit – Lokalstudien und Moralverständnis

Katarzyna Woniak: Von „Fremdarbeitern“ zu Justiz- und KZ-Häftlingen. Die polnischen Zwangsarbeiter in Berlin als Strafgefangene

Alice Habersack: Leben und Arbeitsbedingungen der Fremdarbeiter in Heidelberg am Beispiel des Lagers Baggerloch

Verena Meier: „Menschliche Arbeitsmaschinen“. Philosophische Überlegungen zum Diskurs des NS-Regimes über sowjetische Kriegsgefangene im Arbeitseinsatz

 

Arbeitsmigration – Remigration und Entsendung

Birgit Hofmann: Zurück an die Arbeit? Die Universität Heidelberg und die in der NS-Zeit aufgrund ihrer jüdischen Herkunft entlassenen Wissenschaftler nach 1945

Kristina Jäger: Strukturen der Mitarbeiterentsendung von Siemens nach Japan in den 1950er-Jahren

 

„Nicht-Arbeit“ – Rassismus und Geschlechterbilder

Mirjam Schnorr: Prostitution im „Dritten Reich“. Zur Situation von „asozialen Frauen“ in ausgewählten badischen und württembergischen Großstädten zwischen 1933 und 1945

Stefanie Gora: Die aktiven Passiven. Antiziganistische Fremdheitskonstruktionen am Beispiel der Diskussion um ‚Armutszuwanderung’ in Mannheim

Nadine Mena Michollek: Die mediale Debatte über Sexarbeiterinnen aus Rumänien und Bulgarien. Sexistischer Antiziganismus in Geschichte und Gegenwart

 

 

 

 

 


 

Seitenbearbeiter: Hankeln
Letzte Änderung: 05.05.2020
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