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Aktuelle Forschungsprojekte

 

Fürst – Universität – Geld. Eine vergleichende Untersuchung der Finanzen der Universitäten Heidelberg und Freiburg bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Kriegs.

Florian Schreiber, M.A.

Der Erfolg von Universitätsgründungen des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit war in hohem Maße von einer ausreichenden Finanzierung abhängig. Um das Überdauern ihrer Stiftungen zu sichern, hatten die fürstlichen Gründer der Universitäten Heidelberg (1386) und Freiburg (1457) sowie deren Nachkommen die universitäre Wirtschaft auf eine solide Basis zu stellen. Das Verhältnis von Fürst, Fürstentum und Universität am Beispiel der Universitäten Heidelberg (Kurpfalz/Wittelsbacher) und Freiburg (Vorderösterreich/Habsburger) aus dieser ökonomischen Perspektive vom Spätmittelalter bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges zu beleuchten, ist Ziel dieses von der DFG geförderten Projekts. Dabei wird nicht nur eine systematische, diachrone und komparative Finanzgeschichte angestrebt, sondern auch der Frage nachgegangen, welche Rolle das Geld in der Berufungspraxis und der Ermöglichung des Studiums durch Stipendienstiftungen spielte. Inwieweit diese Aspekte mit der Förderung des Fürstentums begründet wurden und welchen Einfluss die landesherrliche Konfessionspolitik auf die Universitätsfinanzen hatte, sind weitere Kernfragen des Projekts. Die Untersuchung leistet somit einen Beitrag zu einem differenzierten Diskurs um die vormoderne Landesuniversität und ihre spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Erscheinungsformen.

Das Projekt ist Teil eines sogenannten Paketantrags bei der DFG zu dem Thema ‚Landesuniversitäten‘ (Federführung: Universität Tübingen).

 

 

Jüdische Druckerinnen im spätmittelalterlichen Italien

Anna Lidor-Osprian

Dieses Projekt untersucht die Bedeutung jüdischer Akteurinnen im norditalienischen Buchdruck und Buchhandel; es verbindet dazu Ansätze aus den Gender Studies mit der jüdischen und italienischen Geschichte des Spätmittelalters. Im Fokus stehen die Aktivitäten, Rollen und Handlungsspielräume jüdischer Frauen in den Städten Norditaliens. Vor allem bei Mantua und Venedig, auf die im Rahmen dieser Studie genauer eingegangen wird, handelte es sich nicht nur um wichtige Zentren des frühen Buchdrucks, sondern ebenso um (neue) Zentren jüdischen Lebens im Spätmittelalter. Neben den verschiedenen Rollen und der „Agency“, welche jüdischen Frauen des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit im norditalienischen Raum in der Frühzeit des Buchdrucks zukam, sollen auf Basis der erhaltenen Quellen auch mögliche familiäre, kulturelle und ökonomische Verbindungen nach Mitteleuropa nachgezeichnet und nachvollziehbar gemacht werden.

 

 


 

 

Das FPI ist weiterhin Kooperationspartner bei folgenden Projekten:

 

Die Neue Gallia-Germania Judaica (NGGJ)

Dank der Förderung durch die Klaus Tschira Stiftung Heidelberg, das Ministerium für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg und den Zentralrat der Juden in Deutschland konnte das Unternehmen der NGGJ auf drei Jahre finanziert werden und Anfang März 2017 an den Start gehen.

Die digitale NGGJ ist ein Pilotprojekt, des Ignatz-Bubis-Stiftungslehrstuhls der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg, das binnen dreier Jahre, mit Schwerpunkt im ostfranzösischen und mittel- bis oberrheinischen Raum methodisch, kommunikativ und inhaltlich, die Grundlage für ein europaweit aufgestelltes Langzeitprojekt ab 2020 legen soll. Noch für dieses Jahr sind erste Präsentationen auf Tagungen und Workshops geplant.

Kooperationspartner für dieses Projekt sind: das Institut für Fränkisch-Pfälzische Geschichte und Landeskunde Heidelberg, die Nouvelle Gallia Judaica unter Leitung von Dr. Juliette Sibon, das Team von Medieval Ashkenaz am Arye Maimon-Institut in Trier unter Leitung von Alfred Haverkamp, dem Salomon Ludwig Steinheim-Institut in Essen unter Leitung von Michael Brocke und das Leo Baeck-Institut Jerusalem unter Leitung von Dr. Irene Aue-Ben David. Institutionelle Partner sind die Deutschen Historischen Institute Paris und Rom.

 

 


 

 

Kooperationspartner in der Region

 

Landesgeschichte ist in ihrer Ausrichtung weder epochengebunden noch auf die klassischen historischen Disziplinen beschränkt. Das FPI fördert daher die inner- wie außeruniversitäre Vernetzung mit lokalen wie überregionalen Partnern aus Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft. Mit zwei hochrangigen außeruniversitären Forschungs- und Vermittlungsinstitutionen hat das Institut zu diesem Zweck dauerhafte Kooperationsverträge geschlossen.

 

Kloster Lorsch

Seit dem 29. Juli 2005 sind das Kloster Lorsch und die Universität Heidelberg durch einen Kooperationsvertrag verbunden. Dieses Netzwerk versteht sich als eine Arbeitsgemeinschaft, die die Forschung zur über tausendjährigen Geschichte des UNESCO-Weltkulturerbe-Denkmals Lorsch vorantreiben will. Zugleich soll die Zusammenarbeit neue Impulse in Ausbildung und Lehre setzen, indem Schlüsselqualifikationen kulturwissenschaftlicher Praxis vermittelt und eine stärkere Praxisorientierung des Studiums gewährleistet werden.

 

Historisches Museum der Pfalz in Speyer

Am 13. Juli 2006 wurde der Kooperationsvertrag zwischen dem Historisches Museum der Pfalz in Speyer und der Universität Heidelberg geschlossen. Als gemeinsames Ziel ist darin festgeschrieben, Erforschung, Lehre und Vermittlung von Geschichte, Kultur und Kunst in der Metropolregion Rhein-Neckar zu fördern. Indem bestehende Forschungen miteinander vernetzt, Aktivitäten gebündelt und gemeinsame Projekte angestoßen werden, soll das kulturelle Profil und die Identität einer Region auf den Ländergrenzen zwischen Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen geschärft werden. Noch stärker als bisher avanciert das Historische Museum der Pfalz darüber hinaus zu einem außeruniversitären Erfahrungsort für Heidelberger Studierende.

 

Konferenzen zur Geschichte der Region

Neben den festen Kooperationen des FPI bieten regionale Jubiläen und Ausstellungsprojekte und deren wissenschaftliche Auf- und Vorbereitung durch Konferenzen immer wieder den Anlass zu zeitlich begrenzter Zusammenarbeit mit städtischen oder staatlichen Einrichtungen.

 

Hauck: E-Mail
Letzte Änderung: 01.09.2021
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