Stellenausschreibungen

Ausschreibung von Lehraufträgen Wintersemester 2021/22


Die Freie Fachschaft Philosophie fördert im Wintersemester 2021/22 die Vergabe von Lehraufträgen im Fach Philosophie. Diese werden aus den sog. Qualitätssicherungsnachfolgemitteln finanziert. Ziel ist es, das Lehrangebot am Seminar thematisch zu ergänzen.
Es wird um Bewerbungen zu folgenden Themen, aus denen dann zwei ausgewählt werden, gebeten:

 

1. Dialektik der Natur von Friedrich Engels (PS)

Friedrich Engels hat schon vor über 100 Jahren den Begriff der absoluten Empirie in einigen Bereichen angezweifelt. Diese Zweifel sind gerade heute aktuell, da jeder versucht seine Argumente wissenschaftlich zu begründen – pro und contra Klimawandel, pro und contra Lockdown usw. Es finden sich immer Wissenschaftler, die zur Stützung des einen oder anderen Standpunkts herangezogen werden. Gern werden sie dabei auch instrumentalisiert. Dazu hat das Buch, das den Titel des vorgeschlagenen Seminars trägt, einige interessante Blickwinkel auf wissenschaftliche Bereiche, wie z.B. Menschwerdung und Naturwissenschaften, und es versucht neue Wege zu gehen. Vorgeschlagen wird daher auf Basis der genauen Lektüre dieses recht wenig bekannten Werk von Friedrich Engels, ein Proseminar zu veranstalten.

 

2. Sex als Thema der Philosophie (PS)

Vorgeschlagen wird ein Seminar, das sich mit dem Begriff der Sexualität innerhalb der Philosophie beschäftigt und ihre verschiedenen Ansätze vorstellt.  Der thematische Spielraum ist dabei groß und wird bewusst offengelassen.

 

3. Philosophie in der Oberstufe (HS)

Das Hauptseminar bietet Themen der Philosophie an, welche dem aktuellen Bildungsplan entsprechend in der schulischen Oberstufe vermittelt werden sollen. Themen können beispielsweise sein: Grundlagen philosophischer Anthropologie (Leitbegriffe: Freiheit, Selbstbestimmung/Fremdbestimmung, naturalistisches/psychologisches/soziologisches Menschenkonzept), Religionsphilosophie & Religionskritik (z.B. Funktionen von Religion, religionskritische Positionen von Feuerbach, Marx, Nietzsche, Freud) und Gerechtigkeitstheorien (v.a. John Rawls im Vergleich zu Frankfurt/von Hayek/Nussbaum/Walzer). Auf Basis des Bildungsplans (siehe: http://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/LS/BP2016BW/ALLG/GYM/ETH) entwickelt die Lehrperson (zum Teil auch unter Abstimmung mit Studierenden) den Lehrplan des Seminars. Insgesamt verfolgt die Veranstaltung das Ziel, dass (Lehramts-)Studierende fachlich auf den Unterricht in der Oberstufe vorbereitet werden.

 

4. Lukács Spätästhetik als Rückblick auf die Entwicklung seines intellektuellen Lebens (HS)

Lukács Spätästhetik gehört zu den umfassendsten und gleichzeitig wichtigsten ästhetischen Schriften des 20. Jahrhunderts. Georg Lukács ist zweifellos nach Marx der größte Denker des Marxismus. Seine unzähligen Schriften gehören bis heute zu den tiefsten philosophischen und kulturwissenschaftlichen Schriften. Mit seiner Heidelberger Ästhetik „Die Seele und die Formen" leiste er einen Beitrag zur Entwicklung des frühen Existenzialismus, schreibt Lucien Goldmann, ohne dies genau zu belegen. In dem vorgeschlagenen Seminar soll ein Überblick über die geistige und intellektuelle Entwicklung Georg Lukács gegeben werden. Gleichzeitig sollen die wichtigsten Teile seiner Spätästhetik besonders in Bezug auf die Kunst als Mittel der Befreiung von der Entfremdung ausgearbeitet und diskutiert werden. Seine Mimesis-Theorie soll diskutiert und deren Beziehung zum alltäglichen Denken und Subjekt-Objekt-Beziehung diskutiert und kritisch betrachtet werden.

 

Bitte reichen Sie Ihren Seminarvorschlag mit kurzer inhaltlicher Skizze sowie mit den bei Bewerbungen üblichen Unterlagen (Anschreiben, Lebenslauf und Kopien der Abschlusszeugnisse) bis Donnerstag, den 20. Mai, schriftlich beim Philosophischen Seminar, Schulgasse 6, 69117 Heidelberg oder per E-Mail an philsem@uni-heidelberg.de ein. Die Einreichung mehrerer Seminarvorschläge ist möglich. Für eine Lehrbeauftragung ist eine Promotion im Fach Philosophie erforderlich. Bitte beachten Sie: Themenvorschläge von bereits an der Universität Heidelberg als akademische MitarbeiterInnen mit Lehrverpflichtung Beschäftigten können nicht berücksichtigt werden. Näheres unter www.uni-heidelberg.de/universitaet/beschaeftigte/service/personal/lehrbeauftragte.html

 

 

 

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 06.05.2021
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