Abgeschlossene Dissertationen

 


Dr. Dück, Katharina:

"MATERIA PRIMA – Zur Semantik des Begriffs in naturkundlichen Sachschriften des 16. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung des Corpus Paracelsicums“

(Betreuer: Prof. Dr. Peter McLaughlin)

Kurzbeschreibung: Katharina Dück widmet sich in diesem Buch dem umfangreichen Doktrinenschatz des Begriffs "Materia prima" im Spannungsfeld von Theorie und wiederholbarer Praxis in deutschsprachigen alchemisch-naturkundlichen Sachschriften des 16. Jahrhunderts. Sie trägt damit neue Aspekte zur Debatte des Materialismus in der Frühen Neuzeit bei. Untersucht werden Texte sogenannter Meisterdenker als auch Zeugnisse derer, die bisher wenig berücksichtigt wurden. Dem Corpus Paracelsicum und der Strömung des Paracelsismus wird besondere Beachtung gezollt. Drei rasterartig umrissene Grundmuster, denen die "Materia prima"-Vorstellungen zugeordnet sind, werden ausführlich vorgestellt und dabei Kontinuitäten sowie Transformationen von vorhandenen Materie-Konzepten festgestellt.

 

Lebenslauf

2002 – 2010 Studium der Germanistik, Philosophie und Biologie A der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg sowie an der Karl-Frenzens-Universität Graz (A)

2019 Promotion in der Philosophie über „Materia prima – Zur Semantik des Begriffs in naturkundlichen Sachschriften des 16. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung des Corpus Paracelsicums“ an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

2012 – 2016 Promotionsstipendiatin der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Seit 2016 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Mannheim

Seit 2018 Lehrbeauftragte am Seminar für Deutsche Philologie an der Universität Mannheim

 


Muller, Fabien:

"Kenologische Versuche. Eine Deutung des Logosbegriffs im Johannesprolog anhand der Śūnyavāda-Lehre“

(Betreuer: Prof. Dr. Dr. h.c. Jens Halfwassen, Prof. Dr. Michael Radich (kooperative Betreuung))

Kurzbeschreibung: Mein Dissertationsprojekt besteht im Versuch einer philosophischen Deutung des Logosbegriffs in den ersten drei Versen des Johannesevangeliums. Zu dieser Deutung soll erstens die sogenannte „Doktrin der Leere“ des indischen Philosophen Nāgārjuna herangezogen werden. Es handelt sich dabei eigentlich um eine Nicht-Doktrin, d.h. um die Behauptung der Unmöglichkeit jeder Behauptung. Diese Doktrin soll, in ihrer durch die idealistische Yogacāra-Schule geprägten Form, einen intellektuellen Leerraum bieten, in dem der Johannesprolog als Nachvollzug der Selbstsetzung des Logos in der Leere gedeutet werden kann. Dieser Nachvollzug soll dann, zweitens, anhand der intellectus-Theorie, die Meister Eckhart in der ersten Pariser Quästion entwickelt, vertieft werden. Meister Eckhart setzt die Erkenntnis, als die wesentliche Tätigkeit des intellectus, über das Sein. Im Lichte dieser Theorie kann die Selbstsetzung des Logos bei Johannes als absolute, seinsbegründende, d.h. schöpferische Tätigkeit verstanden werden. In einer abschließenden Synthese soll dann, in einer interkulturellen Perspektive, die philosophische Einheit der beiden Bewegungen dieser Dialektik herausgearbeitet werden.

 

Lebenslauf

2009–2012 Studium der Philosophie und der Geschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn; BA-Arbeit zu Meister Eckhart und Angelus Silesius
2012–2014 Studium der Philosophie im europäischen Studienprogramm „Erasmus Mundus Europhilosophie“, an den Universitäten in Bonn, Tokio und Louvain-la-Neuve; MA-Arbeit über Pseudo-Dionysius Areopagita
2014–2018 Mönchsleben in der Benediktinerabtei Sankt Mauritius zu Clerf; Studium der Kirchenväter und der griechischen Antike

 


Oswald, Georg:

"Das freie Sich-Entlassen der absoluten Idee in die Natur in Hegels „Wissenschaft der Logik“"

(Erstbetreuer: Prof. Dr. Anton Friedrich Koch)


Pascalau, Gheorghe:

"ARRHETOI ENNOIAI. Transzendenz und All-Einheit in der Metaphysik des Neuplatonikers Damaskios"

(Erstbetreuer: Prof. Dr. Dr. h.c. Jens Halfwassen)

Kurzbeschreibung: Die Arbeit untersucht die Prinzipienlehre des letzten großen Vertreters des paganen Platonismus, Damaskios (5./6. Jh. n. Chr.), der das Amt des Scholarchen der Platonischen Akademie bekleidete, als der Kaiser Justinian diese alte Institution schloß. Damaskios vertritt in seiner Metaphysik eine radikale Transzendenz-Lehre. Seine Ontologie dagegen ist auf das Konzept der All-Einheit gegründet. Die Untersuchung der subtilen Dialektik von Transzendenz und All-Einheit bildet den Kern der Arbeit. Dabei soll auch die systematische Tragfähigkeit des Damaskenischen Transzendenz-Begriffes nachgewiesen werden sowie die Modernität der Methodologie, die Damaskios zu der Annahme eines Absoluten noch jenseits des Einen, des „traditionellen“ ersten Prinzips der Platoniker, geführt hat. Die daseinsphilosophischen Implikationen der Damaskenischen Philosophie des Absoluten beschließen die Monographie.

 


Poetsch, Christoph:

"Projektion und Dimension. Systematische Untersuchungen zum Bild bei Platon"

(Erstbetreuer: Prof. Dr. Dr. h.c. Jens Halfwassen)

Kurzbeschreibung: Die Studie rekonstruiert den Bildbegriff im Gesamtrahmen der platonischen Philosophie und beschränkt sich nicht auf einen ihrer Teilbereich, etwa die Kunstphilosophie, die Gleichnislehre oder die Ideenontologie. Hierbei erweist sich die sinnliche Erscheinung des an sich Unsichtbaren, nicht aber die Abbildung des gleichfalls Sichtbaren als der zentrale und einheitliche Kern des platonischen Bildkonzepts. Dergestalt steht der Bildbegriff in direkter Nähe zum Konzept des dreidimensionalen Körpers und ist so zuletzt als unterstes Glied in die Ontologie der innerakademischen Dimensionsfolge eingebunden.
Eine solche systematische Untersuchung impliziert weitreichende Neuinterpretationen, vor allem des Linien- und des Höhlengleichnisses. Hierbei ermöglicht der so gefasste Bildbegriff, die explizit geforderte Koordination der Gleichnisse vollständig zu realisieren und bislang offene Fragen zum Liniengleichnis erstmals zu beantworten. In der Folge begründet der Bildbegriff eine Neufassung der platonischen Kunstkritik und expliziert die zentrale Rolle der geometrischen Analogie sowie der Seele im Methexis-Konzept. Das Bild ist auf diese Weise eine grundlegende Denkfigur Platons, die ebenso Eingang in seine Sprachontologie wie in die Abwehr von Einwänden gegen die Ideenlehre findet. Darüber hinaus zeigt sich die platonische Dichterkritik als ein möglicher Schlüssel zur konkreten Gestaltung von Platons eigenen Dialogen: In einem spezifischen Sinne sind diese selbst als Bilder zu begreifen.
Insgesamt erweist die Untersuchung den platonischen Bildbegriff so als konstitutiv dialektisch: Er formuliert nicht nur die Differenzierung der Wirklichkeit in unterschiedliche Seinsbereiche, sondern ebenso die Verbindung von Sinnlichem und Geistigem und damit die Einheit der Wirklichkeit. Die sinnliche Welt als Bild zu verstehen heißt dann nicht, sie für sinn- oder wertlos zu erklären, sondern sie vielmehr als solche erst wirklich zu begreifen.

 

 


Ratzsch, Tolga:

"Karl Jaspers und Plotin"

(Erstbetreuer: Prof. Dr. Dr. h.c. Jens Halfwassen)

Kurzbeschreibung: Das philosophische Denken Karl Jaspersʼ kreist um das Begriffspaar Existenz und Transzendenz. Existenz, d. h. authentisches menschliches Selbstsein, ist dabei Jaspers zufolge nur möglich durch den Bezug auf Transzendenz, auf einen letzten, absoluten Bezugspunkt unseres Denkens und Handelns, der sich unserem intellektuellen Zugriff freilich immer wieder entzieht. Jaspers nennt die Transzendenz nicht nur „das Eine“, er konzipiert sie auch begrifflich erkennbar in den Gedankenfiguren einer negativen Henologie (Metaphysik des Einen), als deren einflussreichster Vertreter (neben Platon selbst) der Neuplatoniker Plotin gelten kann. In diesem Kontext hebt Jaspers immer wieder die einmalige philosophiegeschichtliche Bedeutung Plotins hervor. Ausgehend von diesen Beobachtungen soll im Rahmen des Dissertationsprojekts der Einfluss der Philosophie Plotins auf Jaspers erforscht werden. Grundlage der Untersuchung sind dabei neben den großen philosophischen und psychologischen Werken Jaspersʼ auch andere Zeugnisse, z. B. in Briefwechseln.

 

Lebenslauf

2004−2006 Studium der Informatik an der TU Berlin
2006−2011 Studium der Philosophie sowie der deutschen und klassischen Philologie an der FU Berlin
2011−2015 Studium der Philosophie an der Universität Heidelberg
seit 2015 Arbeit am Dissertationsprojekt: Karl Jaspers und Plotin
seit 2012/2013 Studentische Hilfskraft der Akademie der Wissenschaften und des philosophischen Seminars Heidelberg

 


von Sponeck, Max:

"Teleologische Konzeptionen der Intentionalität bei Fred Dretske und Ruth Millikan"

(Erstbetreuer: Prof. Dr. Andreas Kemmerling)

Kurzbeschreibung: Ziel der Dissertation ist eine komparative Untersuchung der beiden detailliertesten sogenannten „teleosemantischen“ Theorien der Intentionalität, die am Ausgang des letzten Jahrhunderts von Ruth Millikan und Fred Dretske entwickelt wurden. Beide Theorien, die beanspruchen, eine Naturalisierung des intentionalen Inhaltes mentaler Zustände zu leisten, bauen dabei auf einer sogenannten ätiologischen Analyse natürlicher teleologischer Funktionen auf. Gegen die ätiologische Analyse wurden insbesondere von Peter McLaughlin schwerwiegende Einwände erhoben, deren Relevanz für das weitergehende „teleosemantische Projekt“ beider Autoren in der Arbeit diskutiert werden.

 


Strauss, Ze’ev:

"Hegels Rezeption der jüdischen Religionsphilosophie des Philon von Alexandria."

(Erstbetreuer: Prof. Dr. Dr. h.c. Jens Halfwassen)

Kurzbeschreibung: In der vorliegenden Untersuchung stelle ich die Begegnung des wirkmächtigsten deutschen Philosophen G. W. F. Hegel mit dem wirkmächtigsten jüdischen Religionsphilosophen Philon von Alexandria dar. Den folgenden Forschungsleitfragen gehe ich dabei nach: (1) Wann und in welchem intellektuellen Umfeld (die Fragestellung nach dem „Sitz im Leben“) hat sich Hegel erstmalig Philon-kenntnisse angeeignet? (2) Wie bewertet und interpretiert er Philons Denken – vor allem dessen Gottes- sowie Logoslehre, allegorische Schrifterklärungsmethode und Weltschöpfungslehre – aus gesamtphilosophiegeschichtlicher Sicht? (3) Auf seiner philosophiehistorischen Philondeutung aufbauend lässt sich weiterhin die Frage aufwerfen, ob er in seinem stark am Christentum sowie an antik-griechischer Metaphysik orientierten System, das teilweise aus einem eingehenden geistmetaphysischen Dialog mit der Geschichte der Philosophie besteht, ebenfalls von Philons metaphysischen Hauptideen sowie theologischen Motiven Gebrauch macht. (4) Welche neuen Aspekte lassen sich am Beispiel von Philons Denkweise sui generis, in die drei zentrale Welterklärungsmodelle – nämlich Judentum, Platonismus und Christentum – einfließen, in der hegelschen Religionsphilosophie aufspüren, insbesondere im Kontext seines höchst spekulativ-theologischen Verständnisses der Religion des erhabenen Einen (TWA Bd. 17, 50-96) sowie der absoluten Offenbarungsreligion (TWA Bd. 17, 185-344)?

 


Van Duppen, Zeno:

"Schizophrenia: a disorder of intersubjectivity. A phenomenological analysis."

(Erstbetreuer: Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs)

Kurzbeschreibung: Phenomenology can be considered as an approach to understanding consciousness and its deviations in mental disorders. My PhD-project focusses on one disorder in particular: schizophrenia. Within the phenomenological debate, the subjective disturbances of schizophrenia have long been established in a coherent theory. The intersubjective dimension of the disorder, however, seems to be underrepresented. The aim of the project is to explore the intersubjective disturbances and evaluate their meaning and relevance. The project consists of three different parts. In the first, I use the works of phenomenological philosophers such as Husserl, Heidegger, and Merleau-Ponty to clarify what intersubjectivity is. Secondly, I focus on intersubjectivity from a psychopathological perspective and this leads me to conclude that intersubjectivity and its disturbances have been acknowledged to play an important role in schizophrenia. By analyzing the symptoms, signs, and phenomena, I conclude that both mundane and transcendental intersubjectivity are essentially disturbed. In the third part, I attempt to integrate the subjective and intersubjective disturbances, as the current phenomenological theory fails to do so. Lastly, I argue that ‘open subjectivity’ may be a concept suitable to function as a possible pathological organizer that succeeds in integrating the subjective and intersubjective dimensions of the disorder.

http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/22553/

 

 


Vater, Christian:

"Alan M. Turing und der Unterschied von Mensch und Maschine"

(Erstbetreuer: Prof. Dr. Peter McLaughlin)

 

KIT - Institut für Technikzukünfte (itz) - Department für Geschichte / Douglasstraße 24, OG 3 R405, 76133 Karlsruhe/ christian.vater@partner.kit.edu.

 


Wagner, Patrick:

"Langeweile und Muße: Pascal - Augustinus - Aristoteles"

(Erstbetreuer: Dr. Jan-Ivar Lindén und Prof. Dr. Peter König)

 

 


Welsch, Martin, Dr.:

"Anfangsgründe der Volkssouveränität. Immanuel Kants 'Staatsrecht' in der ‚Metaphysik der Sitten‘"

(Erstbetreuer: Prof. Dr. Hans Friedrich Fulda)

Kurzbeschreibung: Kants 'Staatsrecht' in der "Metaphysik der Sitten" stellt wohl die schärfste Analyse und Kritik der demokratischen Moderne nach 1789 dar. Das musste unerkannt bleiben, solange die immer wieder beklagte Problemverfassung der Spätschrift auf die angebliche Senilität des Autors zurückgeführt wurde oder man chaotische Vorgänge bei der Drucklegung für die Textverfassung verantwortlich machte. Tatsächlich aber ist sie Ausdruck der Brillanz einer bis heute unerforschten philosophischen Rhetorik, die als Höhepunkt und Glanzstück des Kantischen Schaffens angesehen werden muss. Indem meine Studie ihr erstmals in der Geschichte der Kant-Literatur Achtung schenkt, wird zugleich eine bislang unbeachtete Spielart radikaler Volkssouveränität aufgedeckt, die unsere politische Gegenwart in ein neues Licht stellt.

 

Lebenslauf

2008–2015  
Universität Heidelberg,
Studium der Philosophie, Politikwissenschaft, Anglistik und Romanistik

2010–2013
Universität Heidelberg,
Institut für Politische Wissenschaft,
Akademischer Tutor (Politische Theorie)

2015
Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien

2016–2018
Universität Heidelberg,
Philosophisches Seminar,
Seminare zu Kant, Rousseau und Nietzsche (EPG-1)

2016–2019
Studienstiftung des deutschen Volkes,
Promotionsstipendium

2020
Universität Heidelberg,
Philosophische Fakultät,
Promotion bei Prof. Dr. Hans Friedrich Fulda

2021
Europa-Universität Flensburg,
Seminar für Soziologie,
Forschung unter der Betreuung von Prof. Dr. Hauke Brunkhorst

2021
Fritz Thyssen Stiftung,
Postdoc-Stipendium

2021
Studienstiftung des deutschen Volkes,
Johannes Zilkens-Promotionspreis 2021,
Besondere Anerkennung der Jury

 


Yan, Bangning:

"Die lebendige Gegenwart und das zeitigende Ich: Edmund Husserls Zeittheorie in seinen Zeitmanuskripten"

(Erstbetreuer: Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs)

Kurzbeschreibung: Husserls Phänomenologie des Zeitbewusstseins ist ein wichtiges aber sehr schwieriges Thema. Einerseits spielt Husserls Zeittheorie eine entscheidende Rolle innerhalb seines ganzen Systems der Phänomenologie: Sie ist nicht nur eine notwendige Ergänzung für Husserls früherer Intentionalitätstheorie, sondern auch die wichtigste Grundlage seiner späteren genetischen Phänomenologie. Ohne die Zeittheorie systematisch und vollständig zu untersuchen, ist ein richtiges Verständnis von Husserls Phänomenologie unmöglich. Andererseits scheint die Zeitproblematik bei Husserl aber noch eine unentschiedene Frage zu sein, für die sogar Husserl selbst auch keine gelungene Lösung anbietet. Die Quellen, die zu diesem Thema Auskunft geben, sind entweder Forschungsmanuskripte ohne eindeutige Lösungen oder experimentelle Versuche, wobei Husserl sehr verschiedene Fragen zugleich lösen möchte und deshalb scheitert. Wegen der großen Bedeutung und des weiten Interpretationsraums der Zeitphänomenologie lohnt es sich immer, eine tiefere und weitere Interpretation für Husserls Zeitmanuskripte zu machen. In dieser Dissertation versuche ich, mich hauptsächlich auf zwei wichtige Begriffe von Husserls Zeittheorie zu konzentrieren: Die lebendige Gegenwart und das zeitigende Ich. Anders als Husserls Beschäftigung mit der Skizze der formalen Struktur des Zeitbewusstseins in seinen früheren Zeitvorlesungen und Zeitmanuskripten, konzentriert sich er in den C-Manuskripten überwiegend auf eine inhaltliche Untersuchung der ichlichen Zeitkonstitution im Lebensmedium der konkreten lebendigen Gegenwart und eine Erläuterung aller Konstitutionsstufen, deren Spektrum von der subjektiven immanenten Zeitlichkeit bis zur Geschichtlichkeit der transzendentalen Subjektivität und Zeitlichkeit der intersubjektiven Welt reicht. Diese Themen werde ich aufgrund einer ausführlichen Textinterpretation der C-Manuskripte systemisch und kritisch rekonstruieren.

 


Yi, Gang:

"Akrasia in the Protagoras and the Republic"

(Erstbetreuer: Prof. Dr. Anton Friedrich Koch)

Kurzbeschreibung: My dissertation mainly focuses on the question whether Plato’s views of Akrasia or “incontinence” in the Protagoras and in the Republic contradict each other. This problem plays an important role not only in the distinction of two major tendencies in the interpretation of Plato’s dialogues, viz. a unitarian view and a developmental view, but also in the history of the philosophical discussion about the weakness of the will, which finds its origin in Socrates’ rejection of Akrasia in the Protagoras. The main contribution of my dissertation to this issue lies in the analysis of the notion of the good (ἀγαθόν), which sheds a new light on how to solve the apparent conflict between the different views of Akrasia in the Protagoras and in the Republic. I argue that the good, which the masses pursue and consider nothing else than pleasure, means the same as happiness or well-being (εὐδαιμονία) in the passage of the Protagoras. It is this special notion of the good as happiness that does not only make Socrates’ rejection of the existence of Akrasia in the Protagoras plausible, but also brings the seemingly contradictory views in the Protagoras and in the Republic into line.


Lebenslauf

2000-2004 Bachelor’s degree (Comparative Studies of Chinese and Western Philosophy), Wuhan University

2004-2014 Master’s degree/ Magister (1st major: Philosophy; 2nd Major: Ancient Greek), Heidelberg University

since 2014 PhD. Candidate, Philosophy, Heidelberg University

 

 

 

 

 

 

 

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 18.03.2022
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