Oswald, Georg:

"Das freie Sich-Entlassen der absoluten Idee in die Natur in Hegels „Wissenschaft der Logik“"

(Erstbetreuer: Prof. Dr. Anton Friedrich Koch)


Pascalau, Gheorghe:

"ARRHETOI ENNOIAI. Transzendenz und All-Einheit in der Metaphysik des Neuplatonikers Damaskios"

(Erstbetreuer: Prof. Dr. Dr. h.c. Jens Halfwassen)

Kurzbeschreibung: Die Arbeit untersucht die Prinzipienlehre des letzten großen Vertreters des paganen Platonismus, Damaskios (5./6. Jh. n. Chr.), der das Amt des Scholarchen der Platonischen Akademie bekleidete, als der Kaiser Justinian diese alte Institution schloß. Damaskios vertritt in seiner Metaphysik eine radikale Transzendenz-Lehre. Seine Ontologie dagegen ist auf das Konzept der All-Einheit gegründet. Die Untersuchung der subtilen Dialektik von Transzendenz und All-Einheit bildet den Kern der Arbeit. Dabei soll auch die systematische Tragfähigkeit des Damaskenischen Transzendenz-Begriffes nachgewiesen werden sowie die Modernität der Methodologie, die Damaskios zu der Annahme eines Absoluten noch jenseits des Einen, des „traditionellen“ ersten Prinzips der Platoniker, geführt hat. Die daseinsphilosophischen Implikationen der Damaskenischen Philosophie des Absoluten beschließen die Monographie.

 


Poetsch, Christoph:

"Projektion und Dimension. Systematische Untersuchungen zum Bild bei Platon"

(Erstbetreuer: Prof. Dr. Dr. h.c. Jens Halfwassen)

Kurzbeschreibung: Die Studie rekonstruiert den Bildbegriff im Gesamtrahmen der platonischen Philosophie und beschränkt sich nicht auf einen ihrer Teilbereich, etwa die Kunstphilosophie, die Gleichnislehre oder die Ideenontologie. Hierbei erweist sich die sinnliche Erscheinung des an sich Unsichtbaren, nicht aber die Abbildung des gleichfalls Sichtbaren als der zentrale und einheitliche Kern des platonischen Bildkonzepts. Dergestalt steht der Bildbegriff in direkter Nähe zum Konzept des dreidimensionalen Körpers und ist so zuletzt als unterstes Glied in die Ontologie der innerakademischen Dimensionsfolge eingebunden.
Eine solche systematische Untersuchung impliziert weitreichende Neuinterpretationen, vor allem des Linien- und des Höhlengleichnisses. Hierbei ermöglicht der so gefasste Bildbegriff, die explizit geforderte Koordination der Gleichnisse vollständig zu realisieren und bislang offene Fragen zum Liniengleichnis erstmals zu beantworten. In der Folge begründet der Bildbegriff eine Neufassung der platonischen Kunstkritik und expliziert die zentrale Rolle der geometrischen Analogie sowie der Seele im Methexis-Konzept. Das Bild ist auf diese Weise eine grundlegende Denkfigur Platons, die ebenso Eingang in seine Sprachontologie wie in die Abwehr von Einwänden gegen die Ideenlehre findet. Darüber hinaus zeigt sich die platonische Dichterkritik als ein möglicher Schlüssel zur konkreten Gestaltung von Platons eigenen Dialogen: In einem spezifischen Sinne sind diese selbst als Bilder zu begreifen.
Insgesamt erweist die Untersuchung den platonischen Bildbegriff so als konstitutiv dialektisch: Er formuliert nicht nur die Differenzierung der Wirklichkeit in unterschiedliche Seinsbereiche, sondern ebenso die Verbindung von Sinnlichem und Geistigem und damit die Einheit der Wirklichkeit. Die sinnliche Welt als Bild zu verstehen heißt dann nicht, sie für sinn- oder wertlos zu erklären, sondern sie vielmehr als solche erst wirklich zu begreifen.

 

 


von Sponeck, Max:

"Teleologische Konzeptionen der Intentionalität bei Fred Dretske und Ruth Millikan"

(Erstbetreuer: Prof. Dr. Andreas Kemmerling)

Kurzbeschreibung: Ziel der Dissertation ist eine komparative Untersuchung der beiden detailliertesten sogenannten „teleosemantischen“ Theorien der Intentionalität, die am Ausgang des letzten Jahrhunderts von Ruth Millikan und Fred Dretske entwickelt wurden. Beide Theorien, die beanspruchen, eine Naturalisierung des intentionalen Inhaltes mentaler Zustände zu leisten, bauen dabei auf einer sogenannten ätiologischen Analyse natürlicher teleologischer Funktionen auf. Gegen die ätiologische Analyse wurden insbesondere von Peter McLaughlin schwerwiegende Einwände erhoben, deren Relevanz für das weitergehende „teleosemantische Projekt“ beider Autoren in der Arbeit diskutiert werden.

 


Strauss, Ze’ev:

"Hegels Rezeption der jüdischen Religionsphilosophie des Philon von Alexandria."

(Erstbetreuer: Prof. Dr. Dr. h.c. Jens Halfwassen)

Kurzbeschreibung: In der vorliegenden Untersuchung stelle ich die Begegnung des wirkmächtigsten deutschen Philosophen G. W. F. Hegel mit dem wirkmächtigsten jüdischen Religionsphilosophen Philon von Alexandria dar. Den folgenden Forschungsleitfragen gehe ich dabei nach: (1) Wann und in welchem intellektuellen Umfeld (die Fragestellung nach dem „Sitz im Leben“) hat sich Hegel erstmalig Philon-kenntnisse angeeignet? (2) Wie bewertet und interpretiert er Philons Denken – vor allem dessen Gottes- sowie Logoslehre, allegorische Schrifterklärungsmethode und Weltschöpfungslehre – aus gesamtphilosophiegeschichtlicher Sicht? (3) Auf seiner philosophiehistorischen Philondeutung aufbauend lässt sich weiterhin die Frage aufwerfen, ob er in seinem stark am Christentum sowie an antik-griechischer Metaphysik orientierten System, das teilweise aus einem eingehenden geistmetaphysischen Dialog mit der Geschichte der Philosophie besteht, ebenfalls von Philons metaphysischen Hauptideen sowie theologischen Motiven Gebrauch macht. (4) Welche neuen Aspekte lassen sich am Beispiel von Philons Denkweise sui generis, in die drei zentrale Welterklärungsmodelle – nämlich Judentum, Platonismus und Christentum – einfließen, in der hegelschen Religionsphilosophie aufspüren, insbesondere im Kontext seines höchst spekulativ-theologischen Verständnisses der Religion des erhabenen Einen (TWA Bd. 17, 50-96) sowie der absoluten Offenbarungsreligion (TWA Bd. 17, 185-344)?

 


Van Duppen, Zeno:

"Schizophrenia: a disorder of intersubjectivity. A phenomenological analysis."

(Erstbetreuer: Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs)

Kurzbeschreibung: Phenomenology can be considered as an approach to understanding consciousness and its deviations in mental disorders. My PhD-project focusses on one disorder in particular: schizophrenia. Within the phenomenological debate, the subjective disturbances of schizophrenia have long been established in a coherent theory. The intersubjective dimension of the disorder, however, seems to be underrepresented. The aim of the project is to explore the intersubjective disturbances and evaluate their meaning and relevance. The project consists of three different parts. In the first, I use the works of phenomenological philosophers such as Husserl, Heidegger, and Merleau-Ponty to clarify what intersubjectivity is. Secondly, I focus on intersubjectivity from a psychopathological perspective and this leads me to conclude that intersubjectivity and its disturbances have been acknowledged to play an important role in schizophrenia. By analyzing the symptoms, signs, and phenomena, I conclude that both mundane and transcendental intersubjectivity are essentially disturbed. In the third part, I attempt to integrate the subjective and intersubjective disturbances, as the current phenomenological theory fails to do so. Lastly, I argue that ‘open subjectivity’ may be a concept suitable to function as a possible pathological organizer that succeeds in integrating the subjective and intersubjective dimensions of the disorder.

http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/22553/

 

 

 

 

 

 

 

 

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 15.05.2019
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