Philip Reich

Philip Reich

Philip Reich
Germanistisches Seminar
Universität Heidelberg
Hauptstr. 207-209
D-69117 Heidelberg
Dienstzimmer: PB 023
Telefon: +49 (0) 6221 54-3224
philip.reich@gs.uni-heidelberg.de

Akademischer Werdegang

2009–2015

Studium der Germanistik, der lateinischen Philologie, der Philosophie und des Deutschen als Fremdsprachenphilologie an der Universität Regensburg

2015

Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien und Zertifikat für Deutsch als Fremdsprache

seit 2016

Promotionsprojekt am Promotionskolleg Was ist Tradition? der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg mit dem Arbeitstitel „Der ‚Fahrende Schüler‘ als prekärer literarischer Typus. Zur Genese literarischer Tradition in der ‚Vormoderne‘“

Berufliche Tätigkeit

2011–2016

Studentische Hilfskraft und Tutor an der Universität Regensburg (Lehrstuhl für Ältere deutsche Literatur und Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft 2)

2015–2016

Lehrbeauftragter des Zentrums für Sprache und Kommunikation der Universität Regensburg für Intensivsprachkurse (Schwerpunkt: Programmstudierende und akademische Flüchtlinge)

Stipendien

2014

Reisestipendium des BAYHOST für einen Forschungsaufenthalt an der Eötvös-Loránd-Universität (ELTE) in Budapest

seit 2016

Promotionsstipendium der Landesgraduiertenförderung Baden-Württemberg

 

Publikationen

  • Einstellungen zu Variationen in der Orthografie. Eine Umfrage zu Einflüssen von Orthografievariation [in Zusammenarbeit mit Felix Klotzsche]. In: Standardisierungsprozesse und Variation. Beiträge zur Engführung von Standardsprachenforschung und Variationslinguistik. Hrsg. von Paul Rössler. Frankfurt a.M. [u.a.]: Peter Lang 2016. (= Regensburger Beiträge zur deutschen Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft 99). S. 21–54.
  • Sprechen – Lehren – Lernen. Über Kommunikation und ihren Bezug auf den DaF-Unterricht. In: Lehrende als Forscher. Hrsg. von Ilona Feld-Knapp. Budapest: Typ. Kiadó (= Cathedra Magistrorum 4). [zur Veröffentlichung vorbereitet]
  • Sapienter et eloquenter dicere. Skizze der Vermittlung mündlicher Kommunikation von der Antike bis in die Gegenwart. In: Lehrende als Forscher. Hrsg. von Ilona Feld-Knapp. Budapest: Typ. Kiadó (= Cathedra Magistrorum 4). [zur Veröffentlichung vorbereitet]
  • Durch Kreativität zur Katastrophe. Das entgrenzte Subjekt in Moritz Rinkes Wir lieben und wissen nichts. In: Narrative der Entgrenzung und Angst. Das globalisierte Subjekt im Spiegel der Medien. Hrsg. von Corinna Schlicht und Christian Steltz. Duisburg: UVRR 2017. S. 79–96.

 

Kurzexposé

Thema: Der ‚Fahrende Schüler‘ als prekärer literarischer Typus. Zur Genese literarischer Tradition in der ‚Vormoderne‘ [AT]

Das sind Betler oder obentewrer die, die gelben garn antragen vnd auss fraw Venus berg komen vnd die Schwartzen kunst konnen vnd werden genannt faren schuler.

In der hier zitierten Mahnschrift Liber vagatorum vom Anfang des 16. Jahrhunderts wird das Konzept eines Typus angesprochen, welcher in literarischen und nicht-literarischen Texten in immer ähnlichen Formationen und Motiv­komplexen zu finden ist: der ‚Fahrende Schüler‘ mit den konstitutiven Eigenschaften der Ungebundenheit und der gewitzten Fachbildung in vielen Bereichen (v.a. Magie) einerseits, der Armut und sozialen Randstellung durch Stigmatisierung (gelben garn), also der finanziellen und sozialen Prekarität andererseits. Der ‚Fahrende Schüler‘ als Motiv-Typus blieb lange Zeit wirkungsmächtig. Während die narrativen Merkmale des Typus jedoch in so unterschiedlichen Texten wie Grimmelshausens Simplicissmus oder dem Wanderlied des Joseph Victor von Scheffel ähnlich bleiben, scheint die zugeschriebene Funktion zu divergieren. So oszillieren die rhetorischen Konnotationen mit dem ‚Fahrenden Schüler‘ zwischen xenophober Angst, naiver Hoffnung und romantisierender Sehnsucht.

Der ‚Fahrende Schüler‘, ‚Fahrende Scholar‘ oder ‚Vagant‘ ist wegen einer fehlenden einheitlichen zeitgenössischen Terminologie und der stark divergierenden sozialgeschichtlichen Realität im vormodernen Bildungswesen schwer zu fassen, seine Darstellung orientiert sich jedoch an sich wiederholenden narrativen Schemata. Die geplante Arbeit soll nun untersuchen, ob das Motiv des ‚Fahrenden Schülers‘ in Texten der europäischen Vormoderne generiert und durch Traditionsprozesse in ein kulturelles Gedächtnis integriert wurde. Für diese Untersuchung soll ein ausreichend differenziertes Analyseinstrumentarium für Traditionsbildung und Tradierung erprobt werden. Die Studie bleibt aber nicht bei einem Aufzeigen von motivgeschichtlichen Zusammenhängen stehen, sondern analysiert die diskursiven Hinter­gründe ihrer Genese sowie die textuellen und kontextuellen Dynamiken in der Aufnahme des Motivs und ihre jeweilige historisch-spezifische Funktion.

 

 

 

 

 

 

Seitenbearbeiterin Iris Hoffman: E-Mail
Letzte Änderung: 01.08.2017
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