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Forschung

Vor dem Hintergrund der sprachlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Vielfalt Iberoamerikas ist die Forschung am Iberoamerika-Zentrum insbesondere auf die Untersuchung von Faktoren und Dynamiken gerichtet, die diese Vielfalt bedingen. Die im Rahmen von inneruniversitären und internationalen Forschungskooperationen entstehenden Projekte zielen etwa im Bereich der Linguistik auf die Untersuchung von Sprach- und Kulturkontakten und die damit einhergehenden Diskurstraditionen in Lateinamerika und der Iberischen Halbinsel ab. Zudem befasst sich eine am Centro de Estudos Galegos angesiedelte Arbeitsgruppe mit der Pragmatik und Soziolinguistik des Galicischen; hier wird beispielsweise der Kontakt zwischen dem Galicischen und dem Spanischen bei der Arzt-Patienten-Interaktion untersucht.

 

 

Die komplexen Wechselwirkungen zwischen Sprachen und sozialen Phänomenen werden im Projektbereich Gesellschaft und Sprachen analysiert. Hier widmen sich etwa die Projekte der Arbeitsgruppe Spanische Sprache und soziale Räume der interdisziplinären Untersuchung von spanischsprachigen Gemeinschaften in Europa und Deutschland. So werden etwa im Projekt „Mapping the Spanish Language“ die demographischen Faktoren analysiert, welche die Dynamiken der sozialen Räume des Spanischen als Migrationssprache, als heritage language und als Fremdsprache erklären. Im Projekt „Varia-Idade in Rio de JaneiroKommunikation und Generation“ wiederum wird neben dem kommunikativen Verhalten und der sprachlichen Variation im Sprechen der älteren Stadtbewohner der Diskurs von Sprechern höherer Generationen über die Wahrnehmung von Veränderungen im urbanen Alltag und Raum Rio de Janeiros analysiert.

 

 

Im Projektbereich Sprache und Kognition stehen Diskursstrukturen in erster Linie der ibero-romanischen Sprachen, auch im Kontrast mit Kontaktsprachen wie dem Englischen und Deutschen im Vordergrund. Untersucht werden sprachliche und kognitive Faktoren, die die Sprachverarbeitung und Spracherwerb steuern. So werden im Projekt „Diskurspartikeln und Kognition“ Diskurspartikeln mit Blick auf die Informationsstruktur sprachvergleichend erforscht, an der Schnittstelle verschiedener Disziplinen und Ansätze der Sprachwissenschaft, wie der Textlinguistik und der Pragmatik, der Psycholinguistik, der kognitiven Sprachwissenschaft und der angewandten Mathematik und Neurowissenschaften. In den beiden Projekten E-LENGUA und XCELING wiederum werden auf der Grundlage der Ergebnisse aus der Spracherwerbsforschung und der Fremdsprachendidaktik innovative Lehr-/Lernmethoden entwickelt, die auf die Stärkung der individuellen und gemeinschaftlichen Mehrsprachigkeit und des interkulturellen Bewusstseins sowie auf einen uneingeschränkten Zugang zum Sprachenlernen abzielen.

 

 

Im Bereich der Literatur- und Kulturwissenschaft werden zum einen interamerikanische Vernetzungen der modernen Literaturen Lateinamerikas und damit in Verbindung stehende Wissenszirkulationen innerhalb der ‚Neuen Welt‘ untersucht. Ziel ist dabei u.a., (Nicht-)Rezeptionsverläufe und -bedingungen zu rekonstruieren und interamerikanische Muster zu identifizieren. Zum anderen wird zur Kultur des ingeniösen Denkens, zum pikaresken Schreiben und den „letras coloniales“ der barocken Literatur in Spanien und den spanischen Kolonien geforscht. Dabei steht u.a. die methodologisch-theoretische Konzeptualisierung der Verbindung von administrativen Apparaten, Historiographie und Literatur in den spanischen Kolonien und die entsprechende Analyse kolonialer Texte im Vordergrund.

 

 

 

 

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 12.06.2019
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