Hengstberger Preis 2025

Dr. Annika Elstermann
Dr. Bianca Marchionna
Jun.Prof. Dr. P. Dabringhaus u. Dr. T. Morack

2025, 2024, 2023, 2022, 2021, 20202019, 2018, 2017, 2016, 2015, 2014, 2013, 2012, 2011, 2010, 2009, 2008, 2007, 2006, 2005, 2004

 

Generative AI as a Cultural Phenomenom

Veranstaltungstermin: 03.06.04.06.2026

Seit der Veröffentlichung von OpenAIs "ChatGPT" im November 2022 ist generative KI im Alltagsdiskurs ubiquitär geworden. Die Chancen, so versprechen es Befürworter, überwiegen die Herausforderungen, die wiederum vor allem Optimierungspotenzial bieten. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Studien die zeigen, dass die großen Versprechen generativer KI bislang nicht eingelöst wurden. Woher kommt angesichts dieser ernüchternden realen Effekte die anhaltende Popularität generativer KI? Die grundlegende These dieses Symposiums ist, dass es sich dabei um ein kulturelles Phänomen handelt, das aus geisteswissenschaftlicher Perspektive analysiert werden muss. Hierfür werden Perspektiven aus Literatur- und Kulturwissenschaft, Technikphilosophie und -geschichte, Religionswissenschaften, Kunstgeschichte, Bildungswissenschaften und Ethik zusammengebracht. Das Symposium wird sich den Wurzeln aktueller Diskurse durch die KI-Geschichte widmen, sowie durch solche Science Fiction Erzählungen, die unsere Hoffnungen und Ängste, die mit KI in Verbindung stehen, seit Jahrzehnten ausdrücken und prägen -- und die als Narrative Teil der KI-Faszination bleiben. Welche Qualitäten werden der KI zugeschrieben? Inwieweit sind diese religiös oder anderweitig spirituell, und welche Funktion nimmt das im kulturellen Diskurs und im Selbstbild des Menschen ein? Wie wird andernorts die Maschine vermenschlicht, und welche Auswirkungen hat das auf das Vertrauen in maschinell generierte Aussagen? Ziel des Symposiums ist es, sich dem kulturellen Phänomen als solches zu nähern, und die verschiedenen Motivationen, treibenden Faktoren, und Effekte aus dieser Perspektive zu greifen. Abschließend werden wir uns mit den Ergebnissen dieser Diskussionen ganz konkreten Feldern zuwenden und ausleuchten, welche Effekte generative KI in Bereichen wie schulischer und universitärer Bildung haben kann -- und was uns das über diese Systeme sagt. Generative KI ist zu einem komplexen gesellschaftlichen Phänomen geworden, für das eine interdisziplinäre Herangehensweise besonders vielversprechend ist.

Elstermann, Dr. Annika

Dr. Annika Elstermann
Anglistisches Seminar
Kettengasse 12 
69117 Heidelberg

annika.elstermann@as.uni-heidelberg.de

 

 

Gruppen, die auf nicht positiv gekrümmten Räumen wirken

Veranstaltungstermin: 15.06. 18.06.2025

Nicht positiv gekrümmte (NPG) Räume sind mathematische Objekte, die in der Natur und in unserem Alltag allgegenwärtig sind. Flache (euklidische) Räume sind wahrscheinlich die bekanntesten Beispiele. Das ist jedoch nicht alles: Negativ gekrümmte Objekte bestimmen beispielsweise die Form eines Salatkopfes oder die einer Baumkrone. Falten, Kräuselungen und fraktale Verhaltensweisen – bedingt durch die negative Krümmung – haben entscheidende biologische Vorteile. Jüngste Fortschritte im maschinellen Lernen haben auch gezeigt, dass (isometrische) Einbettungen neuronaler Netze in höherdimensionale negativ gekrümmte Räume wichtige Auswirkungen auf maschinelles Lernen von Sprache haben. NPG-Räume spielen auch in vielen Gebieten der reinen Mathematik eine Rolle. Der Workshop konzentriert sich in erster Linie auf die Rolle dieser Räume in der geometrischen Gruppentheorie, eines jungen, aber schnell wachsenden Bereichs an der Schnittstelle zwischen Algebra und Geometrie. Ein zentrales Problem ist das Verständnis von Symmetriesammlungen, nämlich „Gruppen”, der relevanten Räume. Aus geometrischen Eigenschaften von Räumen lassen sich algebraische Eigenschaften ihrer Symmetriegruppen ableiten und Konzepte (Krümmung, großräumige Eigenschaften, ...) auf Gruppen übertragen, was entscheidende Vorteile für die Klassifizierung mit sich bringt. Der Workshop konzentriert sich hauptsächlich auf zwei Aspekte in dieser Richtung: die Approximation von Symmetriegruppen von NPG-Räumen über diskrete Unterstrukturen (Gitter) und die Endlichkeitseigenschaften der relevanten Gruppen. Der Workshop bringt junge und etablierte Forscher zusammen, um die neuesten Entwicklungen und zukünftigen Ausrichtungen zu den beiden oben genannten Themen auszutauschen und neue Synergien zu fördern.

Marchionna, Bianca  
Dr. Bianca Marchionna
Institut für Mathematik
Mathematikon 
Im Neuenheimer Feld 205
69120 Heidelberg

b.marchionna@mathi.uni-heidelberg.de

 

 

Breaking Paradigms: Main-Group Elements in Redox Catalysis

Veranstaltungstermin: 02.09. 04.09.2025

Im Angesicht des rasant fortschreitenden Klimawandels und eines steigenden globalen Energiebedarfs, zählt ein Neudenken fundamentaler chemischer Prozesse mit Blick auf Nachhaltigkeit und Effizienz zu den zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Katalyse spielt eine Schlüsselrolle bei der nachhaltigen Transformation der chemischen Industrie, da sie chemische Reaktionen effizienter und selektiver macht und dabei Abfall sowie Energieverbrauch minimiert. Aktuelle Katalysesysteme basieren jedoch meist auf giftigen, seltenen und teuren Übergangsmetallen. Lange galten diese Metalle als einzige Möglichkeit effiziente Katalysatoren zu entwickeln – dieses Dogma gerät jedoch ins Wanken: Hauptgruppenelemente (p-Block, Gruppen 13–18) als reichlich verfügbare und oft ungiftige Alternativen gewinnen als Redox-Katalysatoren zunehmend an Bedeutung. Um diese p-Block Elemente in Zukunft fest als nachhaltige Grundbausteine für Katalysatoren der nächsten Generation etablieren zu können, lautet die zentrale Frage nun, wie sich die Redoxeigenschaften dieser Elemente gezielt gestalten, kontrollieren und in nachhaltigen katalytischen Systemen nutzen lassen. Zwar existieren vielversprechende, jedoch meist elementspezifische Forschungsansätze aus verschiedenen Disziplinen – von der anorganischen Chemie mit einem strukturorientiertem Ansatz bis zur organischen Chemie mit transformationsorientiertem Ansatz – diese werden bislang aber selten zusammengeführt und im größeren Kontext diskutiert. Auch industrielle Perspektiven sowie Beiträge aus Materialwissenschaft, Physik und Ingenieurwesen sind bislang kaum integriert. Das geplante Symposium bringt aus diesem Grund internationale Expert*innen aus den verschiedenen Bereichen zusammen, um gemeinsame Herausforderungen zu identifizieren und interdisziplinäre Strategien zu entwickeln. Thematisch orientiert sich das Programm an den Hauptgruppenelementen, um Trends und Synergien sichtbar zu machen. Neben Vorträgen und Diskussionen ermöglicht das Treffen den Wissenstransfer und fördert Heidelberg als internationales Zentrum der Katalyseforschung. Das Symposium Breaking Paradigms: Main-Group Elements in Redox Catalysis soll somit einen Meilenstein für die weitere Entwicklung der Hauptgruppen-Redoxkatalyse setzen.

  

Dabringhaus, Jun.-Prof. Dr. Philipp u. Morack, Dr. Tobias  
Jun.-Prof. Dr. Philipp Dabringhaus
Anorganisch-Chemisches Instiut
Im Neuenheimer Feld 270 
69120 Heidelberg

philipp.darbringhaus@aci.uni-heidelberg.de

Dr. Tobias Morack
Organisch-Chemisches Institut
Im Neuenheimer Feld 270
69120 Heidelberg

tobias.morack@oci.uni-heidelberg.de

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Letzte Änderung: 03.11.2025
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