The Fate and Fortune of Cosmology?

Die Frage: was ist Kosmos? im Dialog der Disziplinen

Kosmos meinte in der griechischen Antike die Ordnung der Welt, in dem alle Wesen untereinander verbunden sind und stehen. Wie diese Ordnung beschaffen ist und in welcher Weise der Mensch an ihr teilhat, beschäftigt die Menschheit seit jeher. Kosmologische Entwürfe und Deutungen beanspruchen eine zentrale Stellung im religiösen und mythischen Denken und in der künstlerischen Imagination.  Seit den Anfängen der Naturphilosophie gehört die Frage nach dem Ganzen der Welt und seiner Ordnung auch zum Logos der Philosophie. In dieser Traditionslinie kosmologischen Denkens gibt es jedoch mehrere Brüche. Einer dieser Brüche ereignet sich am Ende des Mittelalters, mit dem Übergang von der geschlossenen zur offenen Welt (Koyré). Ihm folgt eine Blüte neuer kosmologischer Ideen im 17. Jahrhundert, das von der Vorstellung einer unendlichen Vielzahl bewohnter Welten fasziniert war. Ein weiterer Bruch ereignet sich mit der Trennung von Theologie und Kosmologie im 18. Und 19. Jahrhundert mit neuen säkularen Ansätzen der Kosmologie, etwa bei Alexander Humboldt. Im 20. Jahrhundert erlahmt die Kraft dieser an der natürlich-physikalischen Welt orientierten philosophischen Tradition. Auf der Bühne verbleiben eine eher spielerische Anknüpfung innerhalb der erzählenden Literatur sowie die Kosmologie als positivistisches Forschungsprogramm innerhalb der Astrophysik und der Astronomie, welches seit Einstein, Lemaitre und Hubble eine enorme Erfolgsgeschichte erlebt hat und unser Bild eines erkundbaren Kosmos prägt. Auf der Tagung soll eine Gesamtschau über die Tradition des kosmologischen Denkens und seinen aktuellen Zustand vorgenommen werden, aus der Perspektive sowohl der historisch-philologisch-philosophischen Disziplinen wie der Naturwissenschaften und der Mathematik. Ziel ist es, in einem interdisziplinärem Dialog zu einer historisch wie empirisch informierten Gegenwartsbestimmung zu gelangen und Wert und Zukunft kosmologischen Denkens zu diskutieren.

 

Kontakt:

Prof. Dr. Peter König, Dr. Oliver Schlaudt
Philosophisches Seminar
Universität Heidelberg
Schulgasse 6
69117 Heidelberg
Tel.: +49 (0)6221 543463, +49 (0)6221 5419223
Email: p.koenig@urz.uni-heidelberg.de, oliver.schlaudt@urz.uni-heidelberg.de

 

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Letzte Änderung: 23.05.2018
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