Die Tobac und Caffee als fünfte Element│Bey alle Leipsigk Leut iß tägligk Traetement." Formen der Geselligkeit und ihr historischer Wandel als Herausforderung der frühneuzeitlichen Kulturgeschichtent.

In den letzten knapp zwei Jahrzehnten hat international innerhalb der Frühneuzeitforschung die Erforschung von Soziabilität methodisch und durch die stärkere Berücksichtigung sozialer Praktiken für die Gemeinschaftsbildung an Profil gewonnen. In der deutschsprachigen Forschung wurden diese Entwicklungen jedoch bisher kaum reflektiert. Im Rahmen der Tagung sollen die Ergebnisse internationaler Forschungen zur Soziabilität auf ältere und jüngere Studien zur frühneuzeitlichen Geselligkeit in Deutschland bezogen werden. Überprüft wird, inwiefern die Ergebnisse der internationalen Forschung sich beim exemplarischen Blick auf das Reich bestätigen. Das scheint geboten, weil die internationalen Studien die Kulturgeschichte des Reichs bisher kaum berücksichtigen. Ergänzend zur bereits in Ansätzen auf den Weg gebrachten Erforschung der Geselligkeit in Barock und Aufklärung wird dabei das Reformationszeitalter in den Blick genommen.

Um präzise und sozialhistorisch vergleichbare Ergebnisse zu gewinnen, wird sich die Tagung auf die Geschichte der Geselligkeit und ihrer Praktiken – lokal konzentriert – im Leipzig der frühen Neuzeit von der Reformation bis zum Vorabend der Französischen Revolution konzentrieren. Die sächsische Metropole bietet sich dafür aufgrund ihrer Bedeutung als Handelsmetropole und Universitätsstadt – in der Interaktion mit dem Sitz des sächsischen Hofes in Dresden sowie benachbarten Universitätsstädten wie Halle, Jena und Wittenberg – besonders an. Von der Konzentration auf einen Ort versprechen sich die Antragsteller, möglichst konkrete, historisch belegte Aussagen über den historischen Wandel von Geselligkeit zu treffen. Das soll historisch möglichst konkrete Aussagen sowohl über das die Geselligkeit begleitende Konsumverhalten als auch über die mit dem Sozialverhalten korrespondierenden Moralvorstellungen erlauben.


Veranstalter:
Germanistisches Seminar
Universität Heidelberg
Prof. Dr. Dirk Werle
Hauptstraße 207 - 209
69117 Heidelberg
E-Mail: dirk.werle@gs.uni-heidelberg.de

Institut für Neuere deutsche Literatur und Medien
Universität Kiel

Prof. Dr. Kai Bremer
Leibnizstr. 82
4118 Kiel
E-Mail: kbremer@ndl-medien.uni-kiel.de
 


Ansprechpartner:
Germanistisches Seminar
Universität Heidelberg
Joana van de Löcht
Hauptstraße 207 - 209
69117 Heidelberg
Telefon: 06221/54-3231
E-Mail: Joana.van-de-loecht@gs.uni-heidelberg.de

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Letzte Änderung: 05.12.2018
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