Kunst und Populärkultur im Film Transit (2018)

  • Mittwoch, 10. Juni 2026, 19:30 Uhr
  • GLORIA-Kino, Hauptstraße 146, 69117 Heidelberg
    • Moderation: Prof. Dr. Daniel Winkler, Universität Heidelberg, Romanisches Seminar

Christian Petzolds Film „Transit“ von 2018 verschmilzt die 1940er Jahre der Romanvorlage von Anna Seghers mit dem gegenwärtigen Marseille. Entstanden ist damit eine transhistorische Reflexionsebene, die universelle Fluchterfahrungen in den Diskurs der Populärkultur einschreibt, indem eine kritische Metaebene zur medialen Repräsentation von Migration und Exil in der zeitgenössischen Bildkultur etabliert wird.

Visual Kunst und Populärkultur im Film

Film

Transit (D/F, 2018, Regie: Christian Petzold)
Die deutschen Truppen stehen vor Paris. Georg entkommt im letzten Moment nach Marseille. Im Gepäck hat er die Hinterlassenschaft des Schriftstellers Weidel, der sich aus Angst vor seinen Verfolgern das Leben genommen hat […] Georg nimmt Weidels Identität an und erhält ein mexikanisches Visum. Als er Weidels Frau Marie begegnet, verliebt er sich sofort in sie. Doch wie kann er ihr die Wahrheit gestehen? Und wie mit der Lüge leben? In seinem, auf dem gleichnamigen Roman von Anna Seghers beruhenden Film transferiert Christian Petzold die Geschichte der deutschen Besatzung des Zweiten Weltkriegs ins Hier und Jetzt des heutigen Marseille, was den Zuschauer im ersten Moment befremden mag, den Film aber zusehends öffnet und der Geschichte etwas Allgemeingültiges verleiht. (Deutsche Film- und Medienbewertung: Prädikat besonders wertvoll)

Ticketinformationen

Tickets zu 11 Euro, 9 Euro (ermäßigt) und 8 Euro (für Studierende) sind beim GLORIA-Kino erhältlich.

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Film- und Vortragsreihe

Seit Anbeginn des Films werden Figuren, Motive und Stoffe der Kunst und Literatur im Kino aufgegriffen, dort auf zuweilen innovative Weise miteinander kombiniert und so mit neuen Bedeutungen versehen bzw. popularisiert. Die im Rahmen der Filmreihe „Kunst und Populärkultur im Film“ gezeigten Werke geben einen Einblick in das dabei mögliche Spektrum an Filmgenres und filmischen Transformationen. Es wird deutlich, wie im Film künstlerische Bildsprachen, Themen und avantgardistische Techniken mit massenwirksamen Formen, Symbolen und Erzählweisen verknüpft werden können. Zugleich prägt der Film als Medium selbst die Populärkultur, indem er deren Ikonen bestätigt, neue schafft und künstlerische Ideen einem breiten Publikum über nationalsprachliche Grenzen hinweg zugänglich macht.

Zu der Film- und Vortragsreihe lädt das Institut für Europäische Kunstgeschichte (IEK) der Universität Heidelberg in Kooperation mit dem GLORIA-Kino – Filmkunst in Heidelberg und mit Unterstützug des Sonderforschungsbereichs 1671 Heimat(en) ein. Die Filmvorführungen mit einführendem Vortrag und Publikumsgespräch sind Teil des Auftakts zum neuen interdisziplinären Masterstudiengang Populärkulturen an der Universität Heidelberg. Organisator:innen der Reihe im Sommersemester sind Prof. Dr. Henry Keazor und Dr. Alexandra Vinzenz vom IEK sowie Prof. Dr. Daniel Winkler vom Romanischen Seminar.