Heidelberg Gender Lectures Rainbow City Lecture – Gefährliche Erbschaften. Sex/Gender: Biologische Fundierung und das Begehren nach Kategorien

  • Termin in der Vergangenheit
  • Mittwoch, 29. Oktober 2025, 18:00 Uhr
  • Alte Universität, Aula, Grabengasse 1, 69117 Heidelberg
    • Prof. Dr. Sabine_ Hark, TU Berlin, Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung

Gender als wissensgenerierende und zugleich wissenskritische Kategorie ist eine Kategorie in Bewegung – fehlbar und stets Gegenstand von Kritik. Wie alle Kategorien ist sie weder absolut noch eine universelle Konstante, die unabhängig von Zeit und Raum existiert. Sie entsteht in spezifischen historischen Kontexten und wird durch und in sozialen und wissenschaftlichen Praktiken geformt. In diesem dynamischen Prozess kann sie unseren vielfältigen Wünschen – sei es nach Kohärenz, Transparenz und Eindeutigkeit oder nach Transgression, Transformation, Ambiguität und Ambivalenz – niemals vollständig gerecht werden. Anknüpfend unter anderem an Linda Nicholsons Analysen zu „biologischen Fundierungen“ im Denken einiger Theoretikerinnen des Second Wave Feminism aus den 1990er Jahren rückt der Vortrag von Prof. Hark die sex/gender-Unterscheidung in den Blick und fragt, welche gefährlichen Erbschaften diese Unterscheidung im geschlechtertheoretischen Denken hinterlassen hat.

Heidelberg Gender Lectures

Rainbow City Lecture

Die Auftaktveranstaltung der „Heidelberg Gender Lectures“ mit Prof. Hark – die „Rainbow City Lecture“ – wird in Kooperation mit dem Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg organisiert und künftig jährlich durchgeführt.

Alle Termine der Veranstaltung 'Heidelberg Gender Lectures'

Im Wintersemester 2025/2026 findet zum ersten Mal die Ringvorlesung „Heidelberg Gender Lectures“ statt. War die Universität Heidelberg im 20. Jahrhundert bereits wissenschaftlicher Bezugspunkt von Figuren, die richtungsgebend in Geschlechterforschung werden sollten – Magnus Hirschfeld und Judith Butler studierten zeitweise hier – so sind Gender und Queer Studies im Heidelberg der Gegenwart aktueller denn je, vorangetrieben durch interdisziplinäre Vernetzungen wie das Queer Colloquium und durch das zum Wintersemester an der Universität neu etablierte Certificate of Advanced Studies „Gender & Queer Studies“. 

Die Vortragsreihe „Heidelberg Gender Lectures“ wird von Theresa Heyd und Vroni Zieglmeier vom Anglistischen Seminar der Ruperto Carola organisiert. Sie bündelt aktuelle Themen der Geschlechterforschung und lädt ein zu Austausch und Vernetzung. Das multidisziplinäre Programm wirft Schlaglichter auf Geschlecht als Wissenskategorie aus so unterschiedlichen Bereichen wie Migrationsforschung, Game Studies und Medizingeschichte. Forscher:innen der Universität Heidelberg präsentieren ihre aktuelle Arbeit; als Gastwissenschaftler:innen sprechen Prof. Dr. Sabine_ Hark (TU Berlin) und Prof. Dr. Carolin Müller-Spitz (IDS Mannheim).

Die Ringvorlesung startet mit der „Rainbow City Lecture“ von Prof. Hark, die in Kooperation mit dem Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg organisiert wird. Die „Rainbow City Lecture“ bildet zugleich den Auftakt des Certificate of Advanced Studies „Gender & Queer Studies“ der Universität Heidelberg.