Netzwerk Alternsforschung NAR-Seminar: Todeswunsch im Alter

  • Dienstag, 29. September 2026, 19:00 - 21:00 Uhr
  • Neue Universität, Hörsaal 13, Grabengasse 3-5, 69117 Heidelberg
    • Moderation: Prof. Dr. Cornelia Wrzus, Universität Heidelberg, Netzwerk AlternsfoRschung

Mit dem Thema „Todeswunsch im Alter“ beschäftigt sich das Netzwerk AlternsfoRschung (NAR) der Universität Heidelberg in einer öffentlichen Veranstaltung. Wissenschaftler des NAR sowie eingeladene Referenten beschäftigen sich dabei mit dem Lebensende aus verschiedenen Perspektiven. Wie sieht es mit Entwicklungspotenzialen in der Grenzsituation der eigenen Endlichkeit und Sterblichkeit aus? Gibt es einen Unterschied zwischen Suizidprävention bei jungen Menschen und im Alter? Welche ethischen und rechtlichen Aspekte gibt es bei Sterbewünschen im Rahmen der aktuellen Regelungen von Sterbehilfe? Der Eintritt ist frei. Die Redebeiträge werden simultan in Deutsche Gebärdensprache (DGS) gedolmetscht und im Livestream übertragen.

NAR-Seminar: Todeswunsch im Alter

Programm

  • Vortrag | „In my beginning is my end ... In my end is my beginning“ – Rückblick und Vorausblick am Lebensende
    Prof. Dr. Andreas Kruse, Universität Heidelberg

    Der erste Teil des Vortragstitels nimmt Bezug auf die „Four Quartets“ des Dichters Thomas Stearns Eliot. Er dient als Rahmung des Beitrags: Lebensrückblick und Vorausblick bilden zentrale Themen des Gesprächs mit Menschen am Lebensende. Der Lebensrückblick kann dazu dienen, die existenziellen Fühlungen des Gegenübers im Lebenslauf thematisch werden zu lassen und damit zu einer persönlich tragfähigen Sicht auf das Leben in seiner Gesamtheit zu gelangen. Mit dem Vorausblick kann die Sensibilität für den seelisch-geistigen Komplex gefördert werden, nämlich in seinem möglichen – allerdings tiefgreifend gewandelten – Fortbestehen nach dem physischen Tod. Der Beitrag gibt Einblick in eigene theoretisch-konzeptionelle und empirische Studien zur Verarbeitung schwerer Erkrankung und des nahenden Todes. Er adressiert Entwicklungspotenziale auch in der Grenzsituation eigener Endlichkeit und Sterblichkeit.
     
  • Vortrag | Suizidprävention – eine Frage des Alters?
    Dr. Uwe Sperling, Universitätsmedizin Mannheim

    Wenn sich ein Mensch in jüngerem Alter das Leben nimmt, heißt es, er hätte sein Leben noch vor sich gehabt. Der Suizid eines älteren oder alten Menschen wird dagegen eher hingenommen, akzeptiert oder findet Verständnis. Weshalb Suizidprävention dennoch in jedem Lebensalter eine Aufgabe darstellt, beleuchtet dieser Vortrag. Dabei sollte Suizidprävention nicht als reine Suizidverhinderung missverstanden werden, sondern als eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung, bei der die sozialen Rollen im Alter, die Vorstellungen vom Altern und die diesbezüglichen Befürchtungen bearbeitet werden. Risikogruppen sollen Information und Hilfe bekommen, nicht zuletzt müssen Menschen, die an Suizid denken, und ihre An- und Zugehörigen eine zuverlässige Anlaufstelle finden.
     
  • Vortrag | Ethische und rechtliche Aspekte von Sterbewünschen im Rahmen der aktuellen Regelungen von Sterbehilfe
    Dr. Alexander Kremling, Universitätsmedizin Halle

    Krankheit ist eine der großen existenziellen He- rausforderungen für Menschen. Gerade schwere Erkrankungen können die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit und auch Sterbewünsche auslösen. Öffentliche (und manchmal auch fachliche) Debatten betonen häufig bestimmte Konstellationen besonders stark – und vernachlässigen andere. Nicht selten entstehen dadurch feste Positionen und Missverständnisse. Im Vortrag sollen Todeswünsche im rechtlichen Rahmen medizinischer Behandlung (und ärztlich assistierten Suizids) anhand verschiedener Formen von Sterbehilfe eingeordnet werden. Anschließend soll der verantwortungsvolle Umgang mit Sterbewünschen bei den jeweiligen Sterbehilfeformen aus ethischer Perspektive diskutiert werden.