Internationale CHIME-Konferenz: Öffentliches Veranstaltungsprogramm Konzert: SELTENE ERDEN – MOND und STEINE – TRACES OF MEMORY – EPHEMERA
- Termin in der Vergangenheit
- Montag, 2. Oktober 2023, 19:30 Uhr
- Alte Universität, Aula Grabengasse 1, 69117 Heidelberg
- SCHOLA HEIDELBERG | ensemble aisthesis | Leitung: Walter Nußbaum
- DENG Haiqiong (Guzheng) und Lalit Kumar GANESH (Tabla)
- DAI Xiaolian (Guqin), CHEN Teng (Erhu), CHANG Chia-ling (Liuqin) et al.
Der Mond wird im Chinesischen „das Licht des Weisen“ genannt; der Mond steht somit für den reinen und schönen Geist des Weisen. Und so begleitet der Mond, der am Himmel leuchtet oder sich im Wasser spiegelt, den Weisen auch auf seinen Reisen. In der Tat lässt der Mond den Weisen nie allein, wie es auch in Gedichten des Tang-zeitlichen Poeten WANG Wei nachzulesen ist. Der Mond ist also der Freund des Weisen und schwingt mit ihm und seiner Musik mit — ähnlich, wie es auch Goethe in „An den Mond“ dichtete. In diesem Konzert geht es darum, ferne Klänge zu präsentieren, die sich auf Reisen begeben und dabei in vielschichtige Dialoge verwickelt werden, um miteinander in Resonanz zu treten.

Adresse
Alte Universität
Aula
Grabengasse 1
69117 Heidelberg
Veranstalter
Veranstaltungstyp
Konzert
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Programm
Zu hören sind die Werke Mond und Steine (UA) des ukrainischen Komponisten Maxim Kolomiiets für fünf Stimmen, Schlagzeug, Klavier und Harfe sowie Fú Yóu (Die Eintagsfliege) der chinesischen Komponistin Yiran ZHAO, aufgeführt von der SCHOLA HEIDELBERG und dem ensemble aisthetis unter der Leitung von Walter Nußbaum. Während sich Kolomiiets von einem Gedicht des ukrainischen Lyrikers und Preisträgers des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2022, Serhij Zhadan, inspirieren ließ, nahm ZHAO das (vermeintlich) flüchtige Dasein einer Eintagsfliege aus der ältesten chinesischen Gedichtsammlung, dem Buch der Lieder, zum Anlass ihrer Komposition. Neben den Stücken von Kolomiiets und ZHAO werden die Gastmusiker:innen DENG Haiqiong (Guzheng), Lalit Kumar GANESH (Tabla), Simon Debierre (Guqin) und CHEN Teng (Erhu) ausgesuchte Stücke aus dem alten und neuen Repertoire chinesischer Musiken zum Thema aufführen. Nicht anders als „seltene Erden“, um auf den Titel des Konzerts zurückzukommen, erscheinen die fernen Klänge dieser Stücke, auch wenn sie durchaus recht häufig vorkommen mögen, rar gestreut — eben nicht konzentriert. Fast unmöglich erscheint es dann wieder, sie voneinander zu unterscheiden, zu trennen, umso faszinierender, ihren Spuren zu folgen.
Ticketinformationen
Normalpreis: 24 Euro | Mitglieder des Konfuzius-Instituts und KlangForum Heidelberg, Senioren, Menschen mit Behinderung: 18 Euro | Schüler:innen und Studierende: 6 Euro
Tickets können an der Abendkasse oder über Reservix erworben werden.
Tickets via Reservix
Alle Termine der Veranstaltung 'Internationale CHIME-Konferenz: Öffentliches Veranstaltungsprogramm'
25 Jahre nach der letzten Internationalen CHIME-Konferenz (Chinese Music Research Europe) in Heidelberg, veranstaltet das Centrum für Asienwissenschaften und Transkulturelle Studien (CATS) der Universität Heidelberg gemeinsam mit dem Konfuzius-Institut an der Universität Heidelberg e.V. und der CHIME Foundation eine wissenschaftliche Konferenz mit dem Titel „Barbarian Pipes and Strings Reconsidered – Negotiating Authenticity in the Musics of China: Transcultural Perspectives“, die Chinas musikalische Praktiken aus transkultureller Perspektive neu beleuchtet.
Vier öffentliche Konzerte, die „Chinas“ vielfältige musikalische Praktiken – von der Guqin über die Tabla, bis hin zur Morinkhuur — immer wieder neu reflektieren, begleiten die Konferenz. Zu hören sind wandelbare Klangkörper – Instrumente und Melodien, die ihre Form und ihren Klang auf ihren musikalischen Reisen, u.a. entlang der Seidenstraße verändern; seltene, ephemere Klangtexturen als Spuren musikalischer Erinnerung im transkulturellen Dialog, und schließlich eine fulminante Intervention von WANG Ying zu Gustav Mahlers Das Lied von der Erde (1909), das als Ausnahmewerk in der Reihe der Sinfonien Gustav Mahlers, in der Tradition des musikalischen Exotismus steht.