Heimatfilm transnational Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte (2026)

  • Wednesday, 21 October 2026, 20:00
  • GLORIA-Kino, Hauptstraße 146, 69117 Heidelberg
    • Vortrag: Prof. Dr. Malte Hagener, Universität Marburg, Institut für Medienwissenschaft

Der Begriff Heimsuchung deutet in zwei Richtungen: Einmal kann man nach einem Heim suchen, in einem aktiven Prozess der Gestaltung von Heimat. Andererseits bezeichnet Heimsuchung auch einen Schicksalsschlag, der als Prüfung Gottes empfunden wird. Hierbei – was an Sigmund Freuds Ausführungen zur „Un-heimlichkeit“ erinnert – dringt etwas von außen in das Leben ein (im süddeutschen Sprachraum kann Heimsuchung auch eine „Hausdurchsuchung“ sein). So oszilliert die Heimsuchung zwischen dem Wunsch nach Geborgenheit, dem Streben nach Glück und dem Ausgeliefertsein gegenüber Kräften, die der Einzelne nicht zu kontrollieren vermag. Diesen semantischen Raum, den Jenny Erpenbeck in ihrem Roman eröffnet, hat Volker Schlöndorff in seinem 24. Film in bewegte Bilder umgesetzt. 

Visual für Heimatfilm transnational

Film und Vortrag

Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte (D 2026 · Regie: Volker Schlöndorff)
Den einführenden Vortrag mit dem Titel „Heimat und Heimsuchung von Jenny Erpenbeck zu Volker Schlöndorff“ hält Prof. Dr. Malte Hagener (Universität Marburg)

Ticketinformationen

Tickets zu 11 Euro, 9 Euro (ermäßigt) und 8 Euro (für Studierende) sind beim GLORIA-Kino erhältlich.

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Film- und Vortragsreihe

Deutsche Heimatfilme werden schnell mit idyllischen Panoramen von grünen Wäldern, hochalpinen Landschaften oder blühenden Heideflächen assoziiert. In dieser Film- und Vortragsreihe soll die Perspektive auf einen transnationalen Heimatfilm dazu genutzt werden, um grundsätzlich über „Heimat(en)“ nachzudenken: Was zeichnet sie aus? Ist es ein bestimmter Ort, eine Herkunft, eine Sprache, eine Erinnerung oder vielmehr ein Gefühl von Zugehörigkeit? Und was geschieht mit Heimat, wenn Menschen Grenzen überschreiten, Orte verlassen müssen oder dort, wo sie leben, keine Zugehörigkeit erfahren? Die Reihe nimmt „Heimat“ damit nicht als vermeintlich selbstverständliche, fest umrissene Größe in den Blick, sondern als etwas Bewegliches und auch Widersprüchliches: Heimat entsteht aus Beziehungen zwischen Menschen und Orten, wird erinnert und imaginiert, kann verloren gehen und neu gefunden, aber auch verweigert werden. Gerade der Film hat solche Erfahrungen immer wieder verhandelt, indem er Geschichten von Aufbruch und Ankunft, Fremdheit und Vertrautheit, Ausgrenzung und Gemeinschaft erzählt. Anhand von ihnen wird deutlich, dass Vorstellungen von Heimat nationale Grenzen ebenso überschreiten wie Generationen und historische Epochen.

Zu der Film- und Vortragsreihe laden das Institut für Europäische Kunstgeschichte (IEK) und das Romanische Seminar der Universität Heidelberg in Kooperation mit dem GLORIA – Filmkunsttheater Heidelberg ein. Die Filmvorführungen werden jeweils von einem einführendem Vortrag und einem Publikumsgespräch begleitet. Organisator:innen der Reihe sind Prof. Dr. Henry Keazor und Dr. Alexandra Vinzenz vom IEK sowie Prof. Dr. Daniel Winkler vom Romanischen Seminar. Sie ist Teil des Sonderforschungsbereichs 1671 „Heimat(en)“ der Universität Heidelberg.

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