Forschungskolloquium Musikwissenschaft Gesprächskonzert: Heimat hören? Zugehörigkeit und Transfer im europäischen Cembalorepertoire um 1600
- Termin in der Vergangenheit
- Dienstag, 2. Juni 2026, 18:00 Uhr
- Musikwissenschaftliches Seminar, Säulensaal, Augustinergasse 7, 69117 Heidelberg
- Dr. Anhad Arora, University of Oxford (UK), Cembalo
- Roman Lüttin, Universität Heidelberg, Musikwissenschaftliches Seminar, Impulse
Kann man Heimat hören? Und wie klingt sie? Das Gesprächskonzert widmet sich der Frage, wie sich Konzepte von Heimat, Zugehörigkeit und Nation in der Cembalomusik zwischen 1570 und 1650 zeigen. Repertoires dieser Zeit werden in Wissenschaft und künstlerischer Praxis häufig entlang nationaler Kategorien – englisch, italienisch, deutsch, französisch – verortet, während die Musik der Frühen Neuzeit zugleich von transnationalen Momenten geprägt ist: musikalische Formen, Stile und Idiome zirkulieren im europäischen Raum, überlagern sich und erzeugen hybride musikalische Identitäten. Anhand von Werken von William Byrd, John Bull, Johann Jakob Froberger, Louis Couperin und Girolamo Frescobaldi wird diese Dynamik im Dialog von musikalischer Darbietung und gesprochenen Impulsen nachvollzogen. Wie komponierte man um 1600 eine musikalische Heimat? Und wo klaffen Zuschreibung und Realität auseinander? Zu dem Konzert lädt das Musikwissenschaftliche Seminar der Universität Heidelberg ein.

Adresse
Musikwissenschaftliches Seminar
Säulensaal
Augustinergasse 7
69117 HeidelbergVeranstalter
Veranstaltungstyp
Kolloquium
Konzert
Veranstaltungsreihe
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Programm
- William Byrd (1539/40 bis 1623)
Fantasia in a
- John Bull (1562/63 bis 1628)
Chromatische Pavan (Queen Elizabeth’s) und Galliard
- Johann Jakob Froberger (1616 bis 1667)
Lamentation faite sur la mort très douloureuse de Sa Majesté Imperiale, Ferdinand le troisième
- Louis Couperin (1626 bis 1661)
Suite in g
- Girolamo Frescobaldi (1583 bis 1643)
Canzon quarta alla francese detta La Scacchi
Zu den Personen
Dr. Anhad Arora wurde 2025 am Merton College der Universität Oxford mit der Studie Orientalism and the Lied, 1815–1840 promoviert. Seine Forschungen wurden durch Stipendien der Universität Oxford, des AHRC und der Staatsbibliothek zu Berlin gefördert; im Jahr 2022/2023 war er als Theodor Heuß Research Fellow der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Universität Heidelberg. In seiner Tätigkeit als Cembalist wirkte er u. a. mit der Academy of Ancient Music, der Royal Northern Sinfonia und als ständiges Mitglied der Oxford Bach Soloists. Im Frühjahr 2026 war er Preisträger des Musica Britannica-Cembalowettbewerbs, im Sommer diesen Jahres gibt er sein Solo-Debüt in St. Martin in the Fields in London.
Roman Lüttin M.A. studierte Musikwissenschaft und Kulturmanagement an der Hochschule für Musik Weimar und der Universität Jena, seit Oktober 2021 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Heidelberg tätig. Er arbeitet zur Musik der Frühen Neuzeit und zur Geschichte musikalischer Autorschaft, in seiner Dissertationsschrift befasste er sich mit kollaborativem Komponieren in der italienischen Musik des 16. Jahrhunderts (eingereicht im März 2026). 2024 und 2025 wurde er durch Stipendien des Deutschen Historischen Instituts in Rom und des Deutschen Studienzentrums in Venedig gefördert.