Heidelberg Gender Lectures Geschmack der Grenze: Essen, Gender und Zugehörigkeit auf der Flucht

  • Termin in der Vergangenheit
  • Mittwoch, 3. Dezember 2025, 18:00 Uhr
  • Neue Universität, Hörsaal 4a, Grabengasse 3-5, 69117 Heidelberg
    • Prof. Dr. Renata Motta, Universität Heidelberg, Heidelberg Centrum für Ibero-Amerika-Studien
    • Jun.-Prof. Dr. Yaatsil Guevara González, Universität Heidelberg, Heidelberg Centrum für Ibero-Amerika-Studien

Der Vortrag geht der Frage nach, wie Ernährung als alltägliche Praxis in Kontexten erzwungener Migration geschlechtlich strukturiert ist und gleichzeitig zur Aushandlung von Zugehörigkeit beiträgt. Aus einer ethnologisch-soziologischen Perspektive analysieren die Referentinnen, wie migrantische Akteurinnen im Transit, im Exil und im Ankommen über Essen soziale Beziehungen herstellen, Care organisieren und kollektive wie individuelle Identitäten gestalten. Dabei betrachten sie Essen nicht nur als biologische Notwendigkeit, sondern als sensiblen sozialen Raum, in dem sich Erinnerung, Widerstand und Grenzziehungen materialisieren. Der Vortrag verbindet aktuelle Migrationsphänomene mit der Geschichte der Vertreibung und Versklavung von Völkern des afrikanischen Kontinents durch die empirische Brille von Essen. 

Heidelberg Gender Lectures

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Im Wintersemester 2025/2026 findet zum ersten Mal die Ringvorlesung „Heidelberg Gender Lectures“ statt. War die Universität Heidelberg im 20. Jahrhundert bereits wissenschaftlicher Bezugspunkt von Figuren, die richtungsgebend in Geschlechterforschung werden sollten – Magnus Hirschfeld und Judith Butler studierten zeitweise hier – so sind Gender und Queer Studies im Heidelberg der Gegenwart aktueller denn je, vorangetrieben durch interdisziplinäre Vernetzungen wie das Queer Colloquium und durch das zum Wintersemester an der Universität neu etablierte Certificate of Advanced Studies „Gender & Queer Studies“. 

Die Vortragsreihe „Heidelberg Gender Lectures“ wird von Theresa Heyd und Vroni Zieglmeier vom Anglistischen Seminar der Ruperto Carola organisiert. Sie bündelt aktuelle Themen der Geschlechterforschung und lädt ein zu Austausch und Vernetzung. Das multidisziplinäre Programm wirft Schlaglichter auf Geschlecht als Wissenskategorie aus so unterschiedlichen Bereichen wie Migrationsforschung, Game Studies und Medizingeschichte. Forscher:innen der Universität Heidelberg präsentieren ihre aktuelle Arbeit; als Gastwissenschaftler:innen sprechen Prof. Dr. Sabine_ Hark (TU Berlin) und Prof. Dr. Carolin Müller-Spitz (IDS Mannheim).

Die Ringvorlesung startet mit der „Rainbow City Lecture“ von Prof. Hark, die in Kooperation mit dem Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg organisiert wird. Die „Rainbow City Lecture“ bildet zugleich den Auftakt des Certificate of Advanced Studies „Gender & Queer Studies“ der Universität Heidelberg.