Zentralbereich im Neuenheimer Feld Nachhaltige Beschaffung
Eine nachhaltige Beschaffung ist für die Universität ein zentraler Baustein, um ihrer Verantwortung im Klima- und Umweltschutz gerecht zu werden. Laut Treibhausgasbilanz von 2019 entstehen allein durch einkaufsbedingte Emissionen jährlich mindestens 500 Tonnen CO₂-Äquivalente. Da viele Bereiche – etwa Forschungsgeräte, Betriebsmittel oder spezielle Ressourcen – bisher nicht vollständig erfasst werden können, liegt die tatsächliche Zahl deutlich höher.
Nachhaltige Beschaffung bedeutet, dass bei der Auswahl von Produkten und Dienstleistungen nicht nur Preis und Qualität zählen, sondern auch ökologische, soziale und ethische Faktoren. Als große öffentliche Einrichtung nimmt die Universität Heidelberg hier eine Vorbildfunktion ein, insbesondere im Forschungsbetrieb.
Zentrallager
In den natur- und lebenswissenschaftlichen Laboren werden regelmäßig Chemikalien, Laborhilfsmittel und Forschungsgeräte beschafft. Viele dieser Produkte bestehen aus Kunststoff und sind Einwegartikel. Weltweit verursachen Labore jährlich schätzungsweise 5,5 Millionen Tonnen Plastikmüll. Daher ist ein bewusster Umgang mit Materialien für die Erreichung der Klimaschutzziele des Landes von zentraler Bedeutung.
Der Zentralbereich Neuenheimer Feld mit dem Zentrallager versorgt die Einrichtungen mit Chemikalien, Laborbedarf und anderen Materialien. Das Angebot an nachhaltigen Produkten wird kontinuierlich erweitert. Zudem können Forschende Vorschläge einreichen, wenn nachhaltige Produkte noch nicht im Sortiment verfügbar sind.
Zusätzliche Hilfestellungen für eine nachhaltige Beschaffung
Eine wertvolle Orientierung für den Laborbetrieb bietet das ACT-Label. Dieses bewertet Produkte nach den Umweltauswirkungen ihrer Herstellung und berücksichtigt dabei Faktoren wie Verpackung, Entsorgung sowie den täglichen Energie- und Wasserverbrauch während der Nutzung. Forschende können über die ACT-Datenbank auf diese Bewertungen zugreifen und so fundiertere, nachhaltige Kaufentscheidungen treffen.
Vor der Anschaffung neuer Geräte empfiehlt es sich, zunächst bei benachbarten Arbeitsgruppen nachzufragen, ob nicht mehr genutzte Geräte übernommen und weiterverwendet werden können. Für Chemikalien stehen zudem die Chemikalienbörse des Theoretikums sowie das zentrale Gefahrstoffkataster DaMaRIS als Austausch- und Informationsplattformen zur Verfügung.