Projektbüro Energie, Klimaschutz und Nachhaltigkeit Klimaschutzkonzept

Die Universität Heidelberg unterstützt die klimapolitischen Aktivitäten des Landes Baden-Württemberg und verfolgt das Ziel, über eine schrittweise Minderung die Netto-Treibhausgasneutralität bis zum Jahr 2040 zu erreichen. 

Inhalte

Zu diesem Zweck wurde ein Klimaschutzkonzept mit Förderung durch die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz und mit Unterstützung durch das Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) erstellt und im September 2023 durch das Rektorat verabschiedet. 

Das Klimaschutzkonzept betrachtet vornehmlich betriebliche Handlungsfelder. Die Treibhausgasbilanzierung des Jahres 2019 ergibt, dass rd. 62.000 Tonnen CO₂-Äquivalente durch universitäre Aktivitäten ausgestoßen wurden. Der weitaus größte Emissionsanteil ist auf den Bereich „Gebäude und Energie“ zurückzuführen, auf welchen 87 % der Emissionen entfallen. Hierbei ist hervorzuheben, dass die Universität - im Gegensatz zu gängigen Bilanzierungsmodellen in öffentlichen Bereichen - den Treibhausgasausstoß durch sog. „graue Energie“ modellhaft berücksichtigt. Ebenso wird trotz 100% Ökostrombezug der reale Verbrauch aus dem Versorgungsnetz gemäß dem bundesdeutschen Strommix angerechnet. Weitere relevante Handlungsfelder sind „Mobilität“ (11 %) sowie „Beschaffung“ und „Entsorgung“ mit zusammen 2 %. Die sich anschließende Szenario- und Datenanalyse zeigt Einspar- und Optimierungsmöglichkeiten auf und mündet in einem fortzuschreibenden Maßnahmenkatalog mit Projekten zur langfristigen Umsetzung.

Treibhausgasbilanzierung

Die Bilanzierung der Treibhausgasemissionen stellt die Basis des Klimaschutzkonzepts dar, durch sie werden die größten Emissionsquellen inkl. der entsprechenden Minderungspotenziale identifiziert und treibhausgasmindernde Maßnahmen können langfristig eingeleitet werden. 

Die Emissionen werden nach Scope 1, Scope 2 und Scope 3 gemäß dem standardisiertes Vorgehen des Green-House-Gas (GHG) Protokolls des World Resources Insitutes erhoben. Bei Scope 1 Emissionen handelt es sich um direkte Emissionen, die unmittelbar von den berichtenden Organisationseinheiten ausgestoßen werden. Quellen sind die eigene Strom- und Wärmegewinnung, der eigene Fuhrpark sowie Produktionsprozesse. Die Unterscheidung zwischen Emissionen aus Scope 1 und solchen aus Scope 2 und 3 besteht darin, dass die berichtende Einrichtung über eine unmittelbare Kontrolle der verursachten Emissionen verfügt. Zu Scope 2 zählen zugekaufte Energie von externen Lieferanten, wie bspw. Strom-, Wärme- und Kältebezug. Unter Scope 3 werden alle weiteren, indirekten Emissionen eines Unternehmens zusammengefasst. Diese Emissionen entstehen in der Konsequenz der unternehmerischen Aktivitäten, liegen aber außerhalb der Systemgrenzen des Unternehmens und betreffen typischerweise die Bereiche Mobilität (außer Fuhrpark), Beschaffung, Abfallentsorgung und Investitionen. 

Scope 1, 2 und 3 Emissionen