Projektbüro Klimaschutz und Nachhaltigkeit  Geräteerneuerungsprogramm

Ultratiefkühlgeräte (Ultra-Low-Temperature Freezer), auch bekannt als -70°C und -80°C Gefrierschränke, verbrauchen viel Energie. Durch das Geräteerneuerungsprogramm mit anteiliger Finanzierung bei Neukauf wird ein Anreiz geboten, veraltete und somit sehr ineffiziente ULTs durch neue, wesentlich energiesparendere ULTs zu ersetzen, ggf. ergänzend unter Optimierung der Geräteauslastung. 

Für die Teilnahme siehe Kontakt sowie Antragsformular und Rahmenbedingungen.

Hintergrund

Der Energieverbrauch in den natur- und lebenswissenschaftlichen Laboren trägt erheblich zum CO₂-Fußabdruck der Universität Heidelberg bei. Um diese Belastung zu reduzieren und langfristig Kosten zu sparen, ist es wichtig, Energie- und Ressourceneinsparungen im Laborbetrieb voranzutreiben. Das durchschnittliche Ultratiefkühlgerät verbraucht ca. 16 bis 22 kWh Strom pro Tag, was ungefähr dem doppelten Strombedarf eines 2-Personen-Einfamilienhauses  entspricht. Ältere ULTs (> 10-15 Jahre) verbrauchen besonders viel Strom im Vergleich zu neueren Modellen. Neue energieeffiziente Modelle verbrauchen teilweise weniger als 7 kWh Strom pro Tag. Schätzungsweise werden zurzeit ca. 100 ULTs an der Universität betrieben, sodass der flächendeckende Einsatz ein erhebliches Potential zu Kosten- und Energieeinsparungen beinhaltet. 

Eine Fallstudie am Centre for Organismal Studies (COS) hat gezeigt, dass durch den Austausch ineffizienter Geräte erhebliche Einsparungen möglich wären. Jährlich könnten allein am COS, INF 230 bis zu 47.000 kWh Strom und rd. 19.000€ eingespart werden, wenn acht ältere Ultratiefkühlgeräte ersetzt werden können. Zudem entspräche dies einer Reduktion von ca. 17 Tonnen CO₂-Äquivalente Emissionen. Entsprechend höhere Einsparungen wären zu erwarten, wenn sich alle universitären Forschungseinrichtungen an einer solchen Maßnahme beteiligen würden.

Was ist das Geräteerneuerungsprogramm?

Um den Austausch zu fördern, hat die Universität ein Geräteerneuerungsprogramm ins Leben gerufen, in welchem bis zu 75% der Kosten bei effizienten Neuanschaffungen übernommen werden. Das Programm startete zu Beginn 2025 mit 100.000 € Fördervolumen und wurde im Mai 2025 mit weiteren 100.000 € neu aufgelegt. Alle natur- und lebenswissenschaftlichen Einrichtungen mit relevantem bedarf werden ermutigt, an diesem Austauschprogramm teilzunehmen (siehe Kontakt sowie Antragsformular und Rahmenbedingungen). 

Die Medizinischen Fakultät Heidelberg bietet ein ähnliches, ergänzendes Förderprogramm. Interessierte medizinische Einrichtungen wenden sich bitte direkt an die Leitung des Forschungsdekanats der Medizinischen Fakultät Heidelberg, Frau Martina Manns. 

Erste Ergebnisse

Erste Ergebnisse aus dem Centre for Organismal Studies (COS) belegen beeindruckende Einsparungen durch den Austausch eines betrachten Ultratiefkühlgeräts. Jährlich werden 4.900 kWh Strom eingespart, was Kosteneinsparungen von 2.000 € und eine CO₂-Äquivalente Reduktion von 1,8 Tonnen bedeutet. Insgesamt reduzieren sich Energieverbrauch und Kosten um mehr als 76 Prozent. Bei einer 50-prozentigen Förderung amortisiert sich die Investition für die Universität bereits nach 4,4 Jahren.

Betriebstemperatur Ultratiefkühlgeräte

Ein Ultratiefkühlgerät, das bei -80 °C betrieben wird, verbraucht durchschnittlich zwischen 16 und 22 kWh Strom pro Tag. Manche älteren Ultratiefkühlgeräte können sogar bis zu 30 kWh Strom pro Tag verbrauchen. Durch eine Erhöhung der Betriebstemperatur auf -70 °C lässt sich der Stromverbrauch um ca. 30–40 % reduzieren.

Zudem belegen zahlreiche Wissenschaftler:innen, dass -70 °C eine sichere Lagerungstemperatur ist. In der verlinkten Datenbank (ersten Link rechts) können Forschende eine ausführliche Liste von Proben einsehen, die teilweise seit mehreren Jahren bei anderen Universitäten und außenuniversitären Forschungseinrichtungen bei -70 °C gelagert werden. Die Datenbank wurde 2011 von der University of Colorado, Boulder ins Leben gerufen und wird inzwischen von My Green Lab verwaltet.  Zudem hat My Green Lab eine Liste mit Best Practices (zweiten Link rechts) erstellt. Diese gibt Arbeitsgruppen detaillierte Empfehlungen, wie sie ihre Ultratiefkühlgeräte energie- und ressourcenfreundlich betreiben können. 

Das Projektbüro Klimaschutz und Nachhaltigkeit ruft alle Einrichtungen der Universität dazu auf, zu überprüfen, inwiefern ihre Proben bei -70 °C gelagert werden können und der Betriebstemperatur der Ultratiefkühlgeräte entsprechend angepasst werden müssen. Somit können erhebliche Energiemengen sowie CO₂-Äquivalente eingespart werden.