Vortrag am 20. Januar 2020Gibt es Luxus in der Natur?

Referent: Prof. Dr. Michael Wink, Universität Heidelberg

Viele Phänomene und Merkmale, die man bei Tieren und Pflanzen beobachtet, kann man aus Sicht der Evolution als zweckmäßige Anpassungen interpretieren. Aber es gibt auch viele Merkmale bei Tieren und Pflanzen, die man als Luxus ansehen könnte, da sie uns nicht unbedingt als lebensnotwendig erscheinen. Warum besitzen viele Vogel-Männchen ein besonders farbenprächtiges Federkleid und warum haben sie elaborierte Gesänge? Schon Charles Darwin hatte Probleme, solche Phänomene aus Sicht der Natürlichen Selektion zu interpretieren. Darwin nahm an, dass die Vogel-Weibchen in der Lage sind, Schönheit zu erkennen und danach ihren Partner zu wählen. Das würde heißen, es gibt eine evolutionäre Basis für Schönheit, die wir Menschen vermutlich ebenfalls besitzen. Gibt es also Luxus in der Natur und können wir ihn aus Sicht der Evolutionsbiologie interpretieren?

Michael Wink

Michael Wink studierte Biologie und Chemie an der Universität Bonn. Nach Promotion und Habilitation im Fach Pharmazeutische Biologie an der TU Braunschweig folgten Stationen in Köln, München und Mainz. Seit 1989 arbeitet er als Ordinarius für Pharmazeutische Biologie an der Universität Heidelberg. Seine Arbeitsgebiete sind vielfältig und reichen von Phytochemie, Arznei- und Giftpflanzen, Pharmakologie bis zur Systematik, Evolutionsforschung und Ornithologie. Er ist Autor/Co-Autor von mehr als 20 Büchern und über 800 Originalpublikationen.

Porträt Michael Wink

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