Lerntipps zum Studienstart

Du startest mit deinem Studium an der Uni Heidelberg und fragst dich, wie du dich am besten auf Prüfungen vorbereitest und geschickt durch Hausarbeiten und Referate manövrierst?
Das Lernen im Studium gestaltet sich an vielen Stellen etwas anders als das Lernen in der Schule. Wir verraten dir einige Tricks und Kniffe, wie du das Lernen für dich gut und erfolgreich gestalten kannst.
Vorweg: Lernen ist sehr individuell. Jeder profitiert von unterschiedlichen Methoden. Finde den Lernstil, der zu dir passt.

10 Faktoren für den Lernerfolg

DER PASSENDE RAHMEN

1. Wähle das passende Lernsetting.

Der richtige Ort: Wähle einen Ort, an dem du gut lernen kannst. Probiere z. B. verschiedene Bibliotheken aus, richte dir zu Hause einen passenden Arbeitsplatz ein, oder finde einen ruhigen Ort in der Natur. Neben der Universitätsbibliothek in der Altstadt und der Zweigstelle im Neuenheimer Feld gibt es auch diverse kleinere Bibliotheken in den einzelnen Instituten und Seminaren – oder den Study Hub in Bergheim. 

Die Gestaltung: Dein Lernort sollte gut ausgestattet sein, mit ausreichend Platz und Licht, ergonomischen Möbeln und möglichst wenigen Störquellen von außen (z. B. Lärm). Auch deine Arbeitsmaterialien sollten zweckmäßig und funktional sein – und vielleicht sogar Freude bereiten. Mit dem schönen Lieblingsstift geht das Schreiben direkt schon viel leichter von der Hand.

Die zeitliche Struktur: Arbeite mit Zeitplänen, stecke dir konkrete Ziele ab, setze Prioritäten, schaffe eine Mischung aus Routine und Abwechslung.

EMOTION UND MOTIVATION

2. Verbinde das Lernen mit positiven Gefühlen.

Wenn Lernen Spaß macht, lernt man leichter und nachhaltiger.
Versüße dir das Lernen, indem du eine tolle Lerngruppe suchst und dich für Erfolge belohnst. Fördere positive Gefühle, indem du mit Neugier an die Inhalte herangehst und Geschafftes mit Stolz anerkennst. Lindere negative Gefühle, indem du Schwierigkeiten und Fehler als eine Chance für Wachstum siehst.

3. Setze das Gelernte in einen bedeutsamen Rahmen.

Unser Gehirn nimmt Informationen, die persönlich relevant sind, leichter auf.
Überlege dir: Was genau interessiert dich an den Inhalten? Inwiefern sind die Inhalte für deinen späteren Beruf relevant? Welchen gesellschaftlichen Nutzen bringt das Gelernte? Was könnte mein soziales Umfeld an den Inhalten interessieren?

TIPPS ZUM AUSWENDIGLERNEN

4. Verknüpfe das Neue mit dem Vertrauten.

Es lernt sich leichter, wenn neues Wissen in ein bestehendes Wissensnetzwerk integriert wird. Überlege vor dem Lernen: Was weiß ich schon zu dem Thema? Dies ist auch eine ideale Gelegenheit, um den Stoff der letzten Vorlesung zu wiederholen.

5. Kläre offene Fragen zum Stoff.

Du kannst nur das lernen, was du auch verstanden hast. Nimm dir die Zeit, Unklarheiten aufzulösen, indem du Literatur konsultierst, mit Mitstudierenden sprichst oder deine Dozierenden nach Antworten fragst.

6. Präge dir den Stoff ein.

Auch wenn es oft keinen Spaß macht: Am Auswendiglernen kommt man – gerade in den ersten Semestern – oft nicht vorbei. Jedem helfen hier unterschiedliche Strategien – je nach Lerntyp. Der visuelle Typ profitiert vor allem vom Lesen oder von grafischen Veranschaulichungen wie MindMaps oder Flowcharts. Der auditive Typ profitiert vom lauten Aufsagen des Stoffes oder indem man mit anderen darüber spricht. Der kinästhetische (oder haptische) Lerntyp lernt am besten „in Aktion“. Entweder durch Anfassen und Ausprobieren (z. B. bei Praktika) oder ganz einfach auch, indem man sich beim Lernen bewegt (z. B. im Raum umherlaufen).
Beim Auswendiglernen kannst du dich auch von Gedächtniskünstlern inspirieren lassen: Lerne mit Assoziationen oder Geschichten, mit Wortspielen und Reimen, oder indem du zu lernende Zahlen zu wenigen zusammenhängenden Einheiten (sog. Chunks) verbindest oder mit Symbolen verknüpfst (am rechten Seitenrand findest du ein bekanntes Beispiel aus einer alten Fernsehwerbung).

7. Setze dich wirklich mit dem Stoff auseinander.

Hilfreich ist es, wenn du vom Oberflächenlernen (extrinsisch motiviert; Lernen „für die Klausur“) zum Tiefenlernen (intrinsisch motiviert; Lernen „aus Interesse“) kommst. Das Tiefenlernen geht über das reine Auswendiglernen hinaus, indem der Stoff intensiv erschlossen und bearbeitet wird. Damit ist Tiefenlernen deutlich nachhaltiger und weniger anfällig für Vergessen. Im verlinkten Arbeitsblatt findest du Tricks, wie du dies umsetzen kannst.

8. Wiederhole, wiederhole, wiederhole.

Man kann es nicht oft genug sagen: Das A und O für erfolgreiches Lernen ist regelmäßiges Wiederholen. Nur so besteht die Chance, dass sich das Gelernte im Langzeitgedächtnis verankern kann.

DRANBLEIBEN

9. Evaluiere deinen Fortschritt.

Frage dich am Ende des Lerntages: Habe ich meine Lernziele erreicht? Wo sind Lücken? Wie will ich sie schließen? Welche Strategien habe ich genutzt? Gibt es alternative/effizientere Strategien? Wie lange habe ich gebraucht? Was ist gut gelaufen? Gerade in der ersten Zeit kann ein Lerntagebuch sehr hilfreich sein.
So kannst du deinen Lernprozess Stück für Stück weiter ausbauen.

10. Übe Disziplin.

Ja, es stimmt. Lernen erfordert ganz schön viel Disziplin. Die gute Nachricht: Disziplin kann man lernen. Schreibe dir deine Ziele auf und nimm dir diese konkret vor. Suche dir einen Buddy oder Coach (jemand aus deinem Umfeld), der oder die dich immer wieder anspornt. Wenn du in einem anderen Bereich (z. B. Hobby, Sport, Ehrenamt) bereits sehr diszipliniert bist: Überlege dir, was davon du auch aufs Lernen übertragen kannst. Belohne dich für jeden Schritt und sei stolz auf deine Erfolge!

 

Du siehst: Lernen ist kein Hexenwerk. Nutze das erste Semester, um verschiedene Strategien auszuprobieren, und finde deinen ganz persönlichen Weg. Wir wünschen dir alles Gute und viel Spaß dabei!