Neuphilologische FakultätNah- und Mitteloststudien/Near and Middle Eastern Studies

Die Nah- und Mitteloststudien sind eine kulturwissenschaftliche Disziplin und beschäftigen sich auf Basis der Kenntnis der Sprachen des islamischen Kulturraums mit der Erforschung der islamischen Welt vom Auftreten Muhammads bis heute.

Der Islam, ursprünglich im arabischen Sprachraum entstanden, griff bald auf Völkerschaften nicht-semitischer Zunge über, die wichtige Beiträge zur Ausbildung der islamischen Gemeinschaftskultur lieferten. Heute umfasst die islamische Welt Regionen Europas, Asiens und Afrikas von der Atlantikküste bis zu den Philippinen und von den Gestaden Ostafrikas bis zu den Strömen Sibiriens. Die historischen Kernländer des Islams wie die Arabische Halbinsel, Großsyrien, das Zweistromland, Ägypten, Iran mit Afghanistan sowie Anatolien und Teile Zentralasiens umfassen dabei den arabischen und türkisch-persischen Sprachraum.  

In thematischer Hinsicht befassten sich die Nah- und Mitteloststudien mit einem breiten Spektrum von Methoden und Inhalten, wie sich dies aus der Beschäftigung mit Geschichte, Religionen, Sprachen, Literaturen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Recht, Philosophie, Kunst, Archäologie und Historischer Landeskunde der islamischen Welt ergibt.

Besonderheiten und Merkmale

An der Universität Heidelberg wird der Komplexität und Diversität der Disziplin durch eine dreifache geographische und inhaltliche Schwerpunktbildung in Forschung und Lehre begegnet. Diese Schwerpunkte werden im Rahmen des Masterstudiengangs Nah- und Mitteloststudien durch die Wahl einer von drei möglichen Studienoptionen ausgebildet.

Forschung

Studienoption Arabisch (Arabic) 

  • Literatur in Mittelalter und Moderne (Dichtung, Adab, Maqama, Kurzgeschichte, Autobiographie) 
  • Entstehung und Entwicklung des Islams (und Islamismus) 
  • Geschichte (und Sozialgeschichte) Schwerpunkte: Ägypten/Syrien/Libanon/Palästina/Irak 
  • Geschichte der arabischen Länder in der Moderne

Studienoption Osmanisch (Ottoman) 

  • Provinzialgeschichte des Osmanischen Reiches, besonders Balkanländer mit Schwerpunkt im frühen 19. Jahrhundert 
  • Osmanisches Urkundenwesen und Paläographie 
  • Nichtmuslime in den islamischen Gesellschaften 
  • Geschichtsschreibung im Osmanischen Reich der Spätzeit 
  • Zeitungs- und Pressegeschichte Osmanisches Reich, Iran und Russland 

Studienoption Persisch (Persian) 

  • Kultur und Geschichte des iranischsprachigen Raumes vornehmlich in islamischer Zeit 
  • Neupersische Literaturwissenschaft 
  • Altpersische Inschriften 
  • Mittel- und Altpersische Sprachwissenschaft 

Berufsfelder

Mögliche Betätigungsfelder für Absolventinnen und Absolventen der Nah- und Mitteloststudien finden sich beispielsweise 

  • in Verlagen 
  • in Hörfunk- und Fernsehanstalten 
  • in Kommunikations- und Übersetzungsagenturen 
  • in Einrichtungen der Erwachsenenbildung 
  • in der Unternehmensberatung 
  • bei Wirtschaftsverbänden, die Kontakte ins Ausland pflegen 
  • bei internationalen Organisationen wie der UNESCO 
  • an Hochschulen und Forschungsinstituten 

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