Fakultät für Chemie und GeowissenschaftenGovernance of Risk and Resources (Santiago de Chile)

Studierende des Fachs Governance of Risk and Resources betrachten, aus problemzentrierter und anwendungsorientierter Perspektive, die (politische, soziale und ökonomische) Steuerbarkeit verschiedener Wechselwirkungen von Mensch-Umwelt-Beziehungen.

Der Begriff Governance bezieht sich auf vielfältige Prozesse der Koordination kollektiver Handlungen in einer von Interdependenzen geprägten Gesellschaft. Er ist grundsätzlich positiv konnotiert, da er auf moderne, voluntaristisch-partizipative Formen des Regierens und Regulierens im öffentlichen Interesse verweist. Mit dem gezielten Blick auf Risiken und Ressourcen offenbaren sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Studierenden komplexe Mensch-Umwelt-Probleme auf unterschiedlichen und miteinander verbundenen geographischen Maßstabsebenen. Die Probleme können ihre Ursachen in regionalen Kontexten haben, zugleich aber räumlich entfernte und bisweilen sogar globale Wirkungen entfalten. Nationalstaaten geraten bei der Bewältigung der Mensch-Umwelt-Probleme zunehmend an ihre Steuerungsgrenzen, weshalb neue, koordinierte, multiskalare Governance-Lösungen erforderlich werden.

Besonderheiten und Merkmale

Der am Heidelberg Center für Lateinamerika (HCLA) in Santiago de Chile gelehrte Masterstudiengang Governance of Risk and Resources ist ein weiterbildendes gebührenpflichtiges Studienangebot. Der Studiengang ist ein Kooperationsprojekt der Geographischen Institute der Universität Heidelberg, der Universidad Catolica de Chile sowie der Universidad de Chile. Alle drei Partner bringen ihre ganz eigenen, sich hervorragend ergänzenden Ausbildungskulturen und -kompetenzen in das Masterprogramm ein.

Die Studierenden, die sich im Masterprogramm einschreiben, bringen verschiedene fachliche Perspektiven und Ausbildungen mit: Geographie, Jura sowie Ingenieurswissenschaften (Agrar-, Forst- und Wasseringenieure) sind ebenso vertreten wie Politik- und Sozialwissenschaften, Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre. Der Studiengang lebt zudem von einer kulturellen Perspektivenvielfalt. Die Studierenden, die in Santiago zusammenkommen, haben ihre beruflichen und fachlichen Erfahrungen in Chile, Deutschland, Kolumbien, Brasilien, Peru oder Ecuador gesammelt. Diese Perspektivenvielfalt bereichert zweifelsohne die zahlreichen Gruppenarbeiten, in denen die Studierenden während des Studiums fallbasiert konkrete Governance-Prozesse analysieren und designen.

Forschung

Die Steuerbarkeit (Governance) von Risiken und Ressourcen bilden den Kern des Forschungsinteresses. Governance bezieht sich dabei auf Kontroll- und Regelsysteme in politischen Systemen ebenso wie in Märkten oder in Organisationen beziehungsweise Akteursnetzwerken. Die Relevanz einer interdisziplinären Perspektive der Governance lässt sich beispielhaft am Problemkomplex neuer Dimensionen von Naturrisiken verdeutlichen. Der Klimawandel beispielsweise übt einen starken Veränderungsdruck auf die ökonomische Nutzung von Wasser aus. Länder wie Chile meinen mit einem fortschrittlichen Markt für Wasserrechte eine Governance-Lösung gefunden zu haben, die einer Übernutzung der Ressource oder Wasserverschmutzungen effektiv und effizient entgegenwirken kann. Dennoch – oder gerade deshalb? – sind Wassernutzungskonflikte in dem lateinamerikanischen Land weit verbreitet. Sie generieren ihrerseits (neue) Risiken wie Landflucht oder soziale Unruhen. Am Beispiel der Wassernutzung zeigt sich, dass sich Naturrisiken zusammen mit menschgemachten Risiken zu sozialen Katastrophen ausweiten können.

Berufsfelder

Ausbildungsziel des fachlichen Schwerpunkts Governance of Risk and Resources ist die Qualifizierung für eine forschungsnahe berufliche Tätigkeit in den Bereichen Umwelt- und Landschaftsplanung, Ressourcenbewertung und -management, Entwicklungszusammenarbeit, Natur- und Umweltschutz, Geoökologie und Ökomanagement, Klimaforschung, Stadt-, Regional- und Landesplanung, Wirtschaftsförderung, Unternehmens- und Politikberatung, Geoinformatik und Fernerkundung, Presse und Öffentlichkeitsarbeit sowie Versicherungswirtschaft.

Insights

Ich studiere Governance of Risk and Resources, um mir die Kenntnisse und Fähigkeiten anzueignen, die ich benötige, um Fragen der Governance-Prozesse bearbeiten und zur Verbesserung des Ressourcen-Managements beitragen zu können. Für den Studiengang in Santiago de Chile und Heidelberg habe ich mich entschieden, weil es ein gutes und internationales Programm in meinem Land und die Universität Heidelberg für ihre qualitativ hochwertige Ausbildung bekannt ist. Dank der neuen Fertigkeiten werde ich in der Lage sein, mein Können bei meiner Arbeit oder auch in anderen Organisationen einzubringen.

Roxana Varela, 35, Governance of Risk and Resources, 3. Semester Master

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