Neuphilologische FakultätEditionswissenschaft und Textkritik

Der Masterstudiengang Editionswissenschaft vermittelt den Studierenden die Praxis der Quellenerschließung und die anwendungsbezogene Grundlagenforschung im Bereich der literarischen Überlieferung des europäischen Mittelalters und der Neuzeit. Die Studierenden erhalten eine solide philologische Ausbildung, in der editorisches Handwerkszeug und die Fähigkeit intensiver Interpretation geschult wird.

In der modernen Editionswissenschaft und Textkritik überkreuzen und konzentrieren sich verschiedene Tätigkeitsfelder geisteswissenschaftlicher Praxis. Im Bereich der Grundlagenforschung erschließen und dokumentieren Studierende schriftliche Traditionen mit deren reflektierter Aneignung auch für die Gegenwart ein Verständnis geschaffen und Sinn erzeugt wird. Das Fach ist entsprechend interdisziplinär angelegt.

Besonderheiten und Merkmale

Das Besondere des Studiengangs besteht darin, dass er Fragen allgemeiner Hermeneutik und begrifflicher Arbeit an die konkrete Erschließung historischer Dokumente koppelt. Die Studierenden können schon während des Studiums eigenständig kleinere Editionsprojekte entwickeln, die in Beziehung zu Heidelberg stehen. Diese Arbeitsweise ist sonst eher von Kunstakademien bekannt. Sie erlaubt den Studierenden einen intensiven Einblick in die Praxis und fördert früh deren Individualität und Selbsttätigkeit.

Es besteht eine enge Kooperation mit der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, dem Institut für Textkritik e. V. in Heidelberg und der Universitätsbibliothek Heidelberg. Aufgrund der dort gepflegten Editionspraxis und der umfangreichen, noch nicht erschlossenen Archivbestände sind die genannten Institutionen ideale Partner, besonders auch im Hinblick auf das während des Studiums abzulegende Praktikum.

Forschung

Laufende Editionsprojekte umfassen:

  • Historisch-Kritische Brandenburger Kleist-Ausgabe
  • Historisch-Kritische Franz Kafka-Ausgabe
  • TEXTkritische Beiträge
  • Europa Humanistica
  • Camena – Lateinische Texte der Frühen Neuzeit
  • Edition der Lodzer Getto-Chronik und verwandter Texte aus dem Holocaust
  • Bucers Deutsche Schriften

Berufsfelder

Die Absolventinnen und Absolventen sind für eine berufliche Tätigkeit im universitären und außeruniversitären Editionswesen qualifiziert. Darüber hinaus auch für eine Beschäftigung an Institutionen, die mit der Erschließung und Beschreibung historischer Materialien zu tun haben (staatliche und private Archive, Museen, Ausstellungsveranstalter, Auktionshäuser etc.). Durch die Erfahrung mit verschiedenen Formen von Redaktions- und Publikationstechniken sind die Absolventinnen und Absolventen in der Lage, auch in Verlagen und Presseorganen tätig zu sein.

Insights

Ich studiere Editionswissenschaft und Textkritik, weil mir Bücher am Herzen liegen und mich die Hintergründe der Herstellung von Editionen interessieren. Das Studium vereint anregende hermeneutische Diskussionen über Texte der literatischen Tradition mit der theoretischen und praktischen Grundlegung der Erstellung von Editionen. Man lernt geisteswissenschaftliche Grundlagenforschung zu betreiben, aber auch mit dpt-Programmen am Computer Texte zu setzen, alte deutsche Handschriften zu lesen und wie zeitgenössische Verlage arbeiten.

Luca Klopfer, 26, Editionswissenschaft und Textkritik, 3. Semester Master

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