Universität Wolfgang Wick als Vorsitzender des Wissenschaftsrats bestätigt
10. Februar 2026
Heidelberger Mediziner wirkt weiter an der Spitze des wichtigsten wissenschaftspolitischen Beratungsgremiums Deutschlands
Prof. Dr. Wolfgang Wick, Wissenschaftler an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, ist als Vorsitzender des Wissenschaftsrats (WR) bestätigt worden. Der Geschäftsführende Direktor der Neurologischen Klinik am Universitätsklinikum Heidelberg und Leiter einer Klinischen Kooperationseinheit am Deutschen Krebsforschungszentrum wurde in den WR-Wintersitzungen wiedergewählt und wirkt damit in einer vierten Amtszeit an der Spitze des wichtigsten wissenschaftspolitischen Beratungsgremiums in Deutschland.

Der Wissenschaftsrat setzt sich für ein leistungsstarkes, funktional und auch institutionell differenziertes Wissenschaftssystem ein. Er berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in allen Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Wissenschaft, der Forschung und des Hochschulbereichs. Angesichts geopolitischer, wirtschaftlicher und technologischer Herausforderungen und Umbrüche mahnt der WR-Vorsitzende mehr Geschwindigkeit an: „Die Wissenschafts- und Innovationspolitik muss schneller und wirksamer auf neue Umstände reagieren können“, so Prof. Wick. Neben einer besseren Abstimmung über Ressortgrenzen hinweg sowie zwischen Bund und Ländern brauche es mehr Eigenverantwortung für Wissenschaftseinrichtungen: „Kontrolle und Hemmnisse müssen abgebaut sowie Entscheidungswege, Förderinstrumente und Verwaltungsprozesse vereinfacht werden.“
Damit Deutschland international nicht den Anschluss verliert, fordert Wolfgang Wick zudem mehr Investitionen in Bildung, Forschung und Innovation. Wissenschaftsfinanzierung als staatliche Kernaufgabe müsse verlässlich bleiben – und Hochschulen als Schlüsselakteure gesellschaftlicher, politischer, technologischer Transformationen Priorität in der Politik genießen. Aufgrund aktueller Krisen und knapper Ressourcen brauche es jedoch auch eine Konzentration von Mitteln, klare Prioritäten sowie eine bessere Vernetzung und Bündelung von Kräften im wissenschaftlichen System.
Wolfgang Wick wurde 2007 auf eine Professur für Neurologie an die Medizinische Fakultät Heidelberg berufen und übernahm als Ärztlicher Direktor die Abteilung Neuroonkologie am Universitätsklinikum Heidelberg, an dem er seit 2014 Geschäftsführender Direktor der Neurologischen Klinik sowie Sprecher des Zentrums Kopfklinik ist. Am Deutschen Krebsforschungszentrum leitet er die Klinische Kooperationseinheit Neuroonkologie. Neben seiner wissenschaftlichen Expertise in den Gebieten Neurologie und Onkologie bringt Prof. Wick vielfältige Erfahrungen aus langjähriger Gremienarbeit und leitenden Ämtern in Fachgesellschaften in seine Funktion als Vorsitzender des Wissenschaftsrates ein.
Die Wintersitzungen des Wissenschaftsrates haben vom 28. bis 30. Januar 2026 in Berlin stattgefunden. Dabei wurden Positionspapiere zur Transformation des Gesundheitssystems hin zu Gesunderhaltung und Prävention sowie zu den Perspektiven für das Wissenschaftssystem in Deutschland bis 2040 verabschiedet. Prof. Wick gehört dem Wissenschaftsrat bereits seit 2021 an, seit 2022 leitet der Wissenschaftler den WR-Medizinausschuss. Im Jahr 2023 wurde er erstmals zum Vorsitzenden gewählt. Prof. Wicks neue Amtszeit hat im Februar begonnen.