Universität Wiedereröffnung Haus Buhl: „Ein außergewöhnliches und ganz wunderbares Geschenk“
15. Juni 2026
Dank Ehrensenatorin Gerda Tschira kann das historische Gebäude nach achtjähriger Sanierung als Tagungs- und Veranstaltungsstätte für die Zukunft neu aufgestellt werden
„Sie haben der Universität Heidelberg ein außergewöhnliches und ganz wunderbares Geschenk gemacht. Die damit verbundene Verpflichtung, das Haus Buhl als Ort der Begegnung und des intensiven Austausches, als Ort für Wissenschaft in der Mitte der Gesellschaft zu entwickeln, nehmen wir mit großer Freude und Dankbarkeit an.“ Mit diesen Worten des herzlichen Dankes wandte sich Universitätsrektorin Prof. Dr. Frauke Melchior an Gerda Tschira: Die Ehrensenatorin der Ruperto Carola hat die Sanierung des historischen Gebäudes samt Außenanlagen über ihre ODWIN gGmbH mit großzügigen Zuwendungen unterstützt. Nach achtjähriger Renovierung und Modernisierung konnte das Haus Buhl nun mit einer festlichen Veranstaltung als Veranstaltungs- und Tagungsstätte der Universität wiedereröffnet werden.
Die Ursprünge des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes im Zentrum der Heidelberger Altstadt reichen zurück in die ersten Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts. Benannt ist es nach dem Rechtswissenschaftler Heinrich Buhl (1848 bis 1907), der als ordentlicher Professor an der Ruperto Carola lehrte und das Gebäude testamentarisch der Universität vermachte. Vorübergehend zogen Institute ein, hier trafen sich internationale Studierende und wohnten Gäste aus aller Welt. Die Räumlichkeiten dienten für Konzerte, Theateraufführungen und Empfänge, und im Gewölbekeller entstand unter anderem mit dem Studentenclub „Tangente“ und dem Jazzclub Heidelberger Kulturgeschichte. Von 2008 an war das im Rahmen der Exzellenzinitiative gegründete Marsilius-Kolleg bis zu seinem Umzug auf den Campus Im Neuenheimer Feld im Jahr 2016 im Haus Buhl untergebracht.
„Ausdruck Ihres großen Vertrauens in die Zukunft unserer Universität“
Für die Universität habe sich schließlich die Frage gestellt, „wie wir mit diesem Erbe umgehen und welche Zukunft wir ihm geben wollen“, so die Rektorin. Dass dieses Gebäude erhalten und für die Zukunft neu aufgestellt werden konnte, sei nicht selbstverständlich und Gerda Tschira zu verdanken. „Als unsere Ehrensenatorin haben Sie sich damit in außergewöhnlicher und beispielgebender Weise für die Universität Heidelberg engagiert. Ihr Einsatz ist ein Zeichen für die tiefe Verbundenheit mit dieser Universität, für den festen Glauben an ihren wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Auftrag und Ausdruck Ihres großen Vertrauens in die Zukunft unserer Universität“, betonte Prof. Melchior in ihrer Ansprache zum Auftakt der festlichen Veranstaltung anlässlich der Wiedereröffnung des Hauses Buhl.
Das sanierte und umgebaute Gebäude bietet heute im Haupttrakt unter anderem einen Konferenz- und Tagungsraum mit moderner Medientechnik, in dem bis zu 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Platz finden. Herz von Haus Buhl bleibt jedoch die Bel Etage im ersten Obergeschoss. Hier befindet sich der repräsentative Spiegelsaal, der als Treffpunkt und Ort des Austausches dienen wird und von drei kleineren Meeting-Räumen umgeben ist. Der Gewölbekeller soll vor allem für Kulturveranstaltungen und unterschiedliche Dialogformate zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit genutzt werden. Die für die Sanierung notwendigen Mittel hat Gerda Tschira mit ihrer ODWIN gGmbH der Stiftung „Unterländer Studienfonds bei der Universität Heidelberg“ als Eigentümerin des Hauses Buhl zur Verfügung gestellt. Die Stiftung unterstützt gemäß ihrer Satzung die Universität bei der Erfüllung ihrer Aufgaben und wird ihr das Gebäude mietfrei überlassen.
„Wir feiern die Menschen, denen wir diese Wiederbelebung des Hauses Buhl verdanken“
„Wir feiern die Rettung und Erneuerung eines einzigartigen Ortes unserer Universität. Vor allem aber feiern wir die Menschen, denen wir diese Wiederbelebung verdanken, die über viele Jahre hinweg an dieses Projekt geglaubt und dafür gearbeitet haben, die Schwierigkeiten nicht als Grund zum Aufgeben verstanden haben, sondern als Aufforderung weiterzumachen“, hob Prof. Melchior in ihrer Ansprache hervor. Sie dankte ihrem Vorgänger im Rektoren-Amt, Prof. Dr. Bernhard Eitel, der die Idee der Erneuerung des Hauses Buhl vorangetrieben hat und Gerda Tschira für diese Idee gewinnen konnte. Ihr großer Dank galt zudem Jochen Ridinger, Leiter des Dezernates Stiftungen und Vermögen und Vertreter des Unterländer Studienfonds. „Sie haben dieses Projekt durch gute und durch schwierige Zeiten entwickelt und begleitet“ und, so die Rektorin weiter, „niemals den Glauben an das Gelingen verloren“.
Ebenso richtete Prof. Melchior Dankesworte an den Architekten Harald Schwarz und sein Team. Die Rektorin: „Sie haben historische Substanz bewahrt und sie an moderne Anforderungen angepasst, ohne den Charakter des Hauses zu verlieren. Und Sie haben mit großer Liebe zum Detail dafür gesorgt, dass man die Übergänge von Alt und Neu als ein harmonisches Ganzes wahrnehmen kann. So ist ein großartiges Gesamtwerk entstanden.“ Welche Schwierigkeiten mit der Renovierung und Modernisierung des Hauses Buhl verbunden waren, zeigte der Architekt eindrucksvoll anhand einer Bildercollage. Für sein Büro sei es „eines der bislang anspruchsvollsten Sanierungsprojekte“ gewesen – nicht nur beeinträchtig durch die Beschränkungen der Corona-Pandemie, sondern insbesondere auch durch Schadstoff-Funde, die das Vorhaben um ein Jahr verlängert haben, so der Architekt.
Stärkung von Demokratie, gesellschaftlicher Resilienz und Wissenschaftsfreiheit
Seinen Sitz im Haus Buhl erhält künftig auch das vom Rektorat der Universität neu eingerichtete „Heidelberg Forum Demokratie, Wissenschaft und Gesellschaft“. Die Veranstaltungs- und Tagungsstätte erhält damit gleichzeitig einen neuen thematischen Schwerpunkt. Das Forum soll zu einem Ort werden, an dem existierende und künftige Aktivitäten der Universität zur Stärkung von Demokratie, gesellschaftlicher Resilienz und Wissenschaftsfreiheit eine hohe Sichtbarkeit erfahren. Für die Veranstaltungen des Forums, insbesondere auch mit Akteuren aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens, bietet das Haus Buhl beste Voraussetzungen, um Diskurs- und Begegnungsräume zu schaffen und nach innen und außen zu wirken. Verantwortlich dafür zeichnet die Geschäftsführende Direktorin, Marietta Fuhrmann-Koch. Ein vom Rektorat berufener wissenschaftlicher Beirat wird bis zur offiziellen Eröffnung des Forums seine Arbeit aufnehmen.
Die festliche Veranstaltung zur Wiedereröffnung des Hauses Buhl fand am 12. Juni 2026 statt.





