Nachhaltigkeit Wie sich die Vermittlung transformativer Kompetenzen in bestehende Studienangebote integrieren lässt
Pressemitteilung Nr. 73/2026
2. Juli 2026
Perspektiven-Beitrag zeigt, wie Hochschullehre zur verantwortungsvollen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Herausforderungen qualifizieren kann
Menschen in die Lage zu versetzen, gesellschaftliche Veränderungen kritisch erfassen und große Herausforderungen mitgestaltend bewältigen zu können – dieses Ziel verfolgt die Vermittlung transformativer Kompetenzen. Wie dieser Ansatz systematisch in bestehenden Studienangeboten verankert werden kann, ist Thema eines Perspektiven-Beitrags von Dr. Nicole Aeschbach. Die Wissenschaftlerin von der Universität Heidelberg hat einen konzeptionellen Orientierungsrahmen entwickelt, der Forschung, Lehre und Lernen so verbindet, dass Hochschullehre Studierende über ihre fachliche Ausrichtung hinaus zu wissenschaftsbasierter Reflexion befähigen und zu persönlicher Handlungsfähigkeit anleiten kann.

Im Mittelpunkt ihres „Frameworks“ stehen integrative Elemente, mit denen transdisziplinäre Forschung, forschungsorientierte Lehre und transformatives Lernen miteinander verknüpft werden. Dr. Aeschbach wendet sich damit an Lehrende sowie Expertinnen und Experten in der Lehrentwicklung, denen sie neue Impulse für die Gestaltung von Lernformaten geben will. Sie sollen Studierende darin stärken, wissenschaftliche Erkenntnisse auf aktuelle Transformationsprozesse zu beziehen und ihre künftige Verantwortung in Beruf und Gesellschaft zu reflektieren. „Wichtige hochschuldidaktische Anregungen dazu haben sich im Austausch mit der Abteilung Lehren und Lernen des universitären heiSKILLS Kompetenz- und Sprachenzentrums ergeben“, betont Nicole Aeschbach.
Der Orientierungsrahmen zur Vermittlung von transformativen Kompetenzen ist, wie Dr. Aeschbach erläutert, in einem „iterativen Prozess“ entstanden. Dabei haben sich Theoriebildung und praktische Umsetzung wechselseitig beeinflusst. Ausgehend von den Themenfeldern Klimawandel und Nachhaltigkeit hat Nicole Aeschbach in Forschungs- und Lehrprojekten der Geographie und der Lehramtsausbildung gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen schrittweise Lernsettings gestaltet: Darin sind fachwissenschaftliche Inhalte und Methoden der jeweiligen Disziplin eng mit dem Konzept der sogenannten Transformative Literacy verschränkt. Dieser Ansatz bezieht sich auf das „Kompetenzgefüge“, das Menschen dazu befähigt, komplexe gesellschaftliche Veränderungsprozesse zu verstehen, sie kritisch zu reflektieren und sie aktiv mitzugestalten.
Ihre konzeptionellen Überlegungen veranschaulicht Dr. Aeschbach anhand konkreter Beispiele, so mit dem von ihr geleiteten Projekt „Transformative Umweltforschung“, das am Geographischen Institut angesiedelt ist. Auch die „Zusatzqualifikation Nachhaltigkeit“ für Lehramtsstudierende gehört dazu; angeboten wird sie von der Heidelberg School of Education (HSE) – einer Einrichtung der Lehrkräftebildung, die von der Universität Heidelberg und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg getragen wird. Mit ihrem „Framework“ knüpft Nicole Aeschbach dabei auch an die „Leitlinien Lehre“ der Universität Heidelberg an: Danach sollen Studierende nicht nur fachlich ausgebildet, sondern auch zur verantwortungsvollen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Herausforderungen qualifiziert werden.
Nicole Aeschbach ist sowohl in der 3DGeo-Forschungsgruppe am Geographischen Institut als auch an der HSE tätig. Ihr Perspektiven-Beitrag ist in der Fachzeitschrift „npj Climate Action“ erschienen.
Originalpublikation
N. Aeschbach: Fostering transformative climate action through the integration of transdisciplinary research and university teaching. npj Climate Action 5, 32 (2026)