Klinikverbund Verbund der beiden Universitätsklinika in Heidelberg und Mannheim gestartet

12. Januar 2026

Wissenschaftsministerin Olschowski: Ein medizinisches Vorzeigemodell, das Lehre, Forschung und Versorgung auf ein neues Qualitätsniveau heben wird

Ein medizinisches Vorzeigemodell, das Lehre, Forschung und Versorgung auf ein neues Qualitätsniveau heben und international große Beachtung finden wird: So würdigte die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Petra Olschowski den Verbund, den jetzt die beiden Universitätsklinika in Heidelberg und Mannheim eingegangen sind. Den Start des neuen Klinikverbunds haben das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, die Universität Heidelberg, das Universitätsklinikum Heidelberg, die Stadt Mannheim und das Universitätsklinikum Mannheim am 12. Januar 2026 mit einer Feierstunde auf dem Medizin-Campus in Heidelberg begangen. Zuvor unterzeichneten Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Einrichtungen während einer gemeinsamen Zugfahrt von Mannheim nach Heidelberg symbolisch die Verträge, die den Verbund der beiden Häuser besiegeln.

V.l.n.r.: Mannheims OB Christian Specht, Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel, neuer Vorstandsvorsitzender am Universitätsklinikum Heidelberg, Prof. Dr. Frauke Melchior, Sandra Henek vom Universitätsklinikum Mannheim und Wissenschaftsministerin Petra Olschowski

Die Universitätsklinikum Heidelberg AöR (Anstalt des öffentlichen Rechts) hat mit Jahresbeginn die Mehrheit der Gesellschaftsanteile der Universitätsklinikum Mannheim GmbH von der Stadt Mannheim übernommen. Mit dem Verbund entsteht ein deutschlandweit herausragender universitärer Maximalversorger und eines der größten Universitätsklinika Europas. Gemeinsam mit der Universität Heidelberg und ihren beiden Medizinischen Fakultäten in Heidelberg und Mannheim sowie der Health + Life Science Alliance Heidelberg Mannheim wird der Klinikverbund den herausragenden Gesundheits- und Medizinstandort der Metropolregion Rhein-Neckar weiter stärken. Die Leitung des Verbunds hat zum 1. Januar 2026 Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel als Vorsitzender des nun sechsköpfigen Vorstands des Universitätsklinikums Heidelberg übernommen. Prof. Knaebel wird die strategische Ausrichtung der beiden Klinika steuern und ihre Verflechtung vorantreiben.

„Unser Ziel ist es, gemeinsam mit der Exzellenzuniversität Heidelberg und den außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Heidelberg und Mannheim einen weltweit einzigartigen Innovationsstandort für Medizin und Lebenswissenschaften zu schaffen“, betonte Prof. Knaebel. Ministerin Olschowski erinnerte an die „anstrengenden Jahre der Verhandlungen“, die der Realisierung des Klinikverbunds vorausgegangen sind. Sie sei stolz auf das Erreichte und richtete ihren Dank an alle Beteiligten der beiden Universitätsklinika, der Universität Heidelberg und der Stadt Mannheim, aber gerade auch an die Beschäftigten, die „die herausragende Stärke der beiden Standorte“ in Heidelberg und Mannheim ausmachen. „Gemeinsam wird der Verbund die so dringend benötigten Ärztinnen und Ärzte der Zukunft auf höchstem Niveau ausbilden und daran arbeiten, Volkskrankheiten wie Krebs und Herz-Kreislauf-Leiden früher und besser zu erkennen und so wirksamer behandeln zu können. Davon werden wir alle profitieren.“

Die Universitätsklinika in Heidelberg und Mannheim umfassen 90 spezialisierte Kliniken mit rund 2.800 Betten. Dort werden pro Jahr mehr als 100.000 Patientinnen und Patienten stationär sowie knapp 1,5 Millionen Menschen ambulant versorgt. Im Verbund werden sich die medizinischen Fachabteilungen komplementär spezialisieren, so das Spektrum der diagnostischen und therapeutischen Verfahren erweitern und die Qualität der Krankenversorgung weiter verbessern. Von dieser Profilschärfung profitieren auch Lehre und Forschung. Die Fusion der beiden Medizinischen Fakultäten der Universität Heidelberg ist für das Jahr 2027 geplant. In Kooperation mit universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie der Industrie sollen wissenschaftliche Erkenntnisse schneller als bisher für die klinische Praxis zugänglich gemacht werden. 

Die Rektorin der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Frauke Melchior, erklärte dazu: „Als medizinführende Exzellenzuniversität sorgen wir für eine hervorragende Ausbildung angehender Medizinerinnen und Mediziner, generieren wegweisende Erkenntnisse in der patientennahen Forschung und tragen durch Translation und Transfer zu Behandlungserfolgen und zu Wertschöpfung im Gesundheitssektor bei. Unsere internationale Strahlkraft wird von der systematisch geförderten Zusammenarbeit zwischen den Fakultäten, zwischen unserer Universität und ihren beiden Universitätsklinika und mit unseren starken außeruniversitären Partnern getragen. Die Gründung des Klinikverbunds und die sich anschließende Fusion der Medizinischen Fakultäten Heidelberg und Mannheim ist ein Meilenstein auf unserem Weg zu einem der besten Standorte Europas.“

Die Feierstunde im Anschluss an die symbolische Unterzeichnung der Verträge, die den Verbund der beiden Universitätsklinika besiegeln, fand im Hörsaal der Kopfklinik statt. Zu der Veranstaltung waren rund 400 Gäste aus Politik und Gesundheitswesen gemeinsam mit Förderern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der beiden Universitätsklinika geladen.